TOP: Zuschauer-Rekord bei 24h Nürburgring

Die 24h Nürburgring gelten jetzt offiziell als das größte 24-Stunden-Rennen der Welt! 352.000 Besucher von Donnerstag bis Sonntag bedeuten einen neuen Rekord (2025: 280.000) und übertrumpfen damit sogar die 24 Stunden von Le Mans (Rekord aus 2025: 332.000). Der Ansturm hatte sich abgezeichnet: Erstmals in der Geschichte des Eifel-Klassikers gab es keine Samstags-Tickets mehr an der Tageskasse.

Es war brechend voll, artete dank einer insgesamt guten Vorbereitung und Organisation aber nie ins Chaos aus. Der Stau am Samstag war hart, hätte aber noch schlimmer sein können. Auch die zuständige Polizeidirektion Mayen zog nach insgesamt 48 eingeleiteten Strafverfahren ein positives Fazit: "Die gestiegene Besucherzahl hat sich nur unwesentlich auf unseren Einsatzablauf und die statistischen Zahlen ausgewirkt. Das ist ein gutes Zeichen." Schöner Abschluss des langen Wochenendes: Die Parkplätze wurden nicht vermüllt zurückgelassen.

Technik-K.o. verhindert Verstappen-Sieg! Was ist passiert? (11:31 Min.)

FLOP: Grello bei Manthey-Jubiläum ausgeschieden

Bei allem Hype um Formel-1-Star Max Verstappen bleibt der Grello-Porsche der Platzhirsch unter den Nordschleifen-Fans. Dass der gelb-grüne Neunelfer nach nur dreieinhalb Stunden ausfiel, weil Kevin Estre schuldlos auf einer Ölspur ausrutschte, in die Leitplanken einschlug und dabei auch der Motor etwas abbekam, trübte die Stimmung spürbar. Und das ausgerechnet im 30. Firmenjahr von Manthey, das mit dem achten Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring gekrönt werden sollte.

Der kaputte #911 Porsche 911 GT3 R Evo26 von Manthey mit Estre
Frühes Ende für den Grello-Porsche, Foto: IMAGO / Alexander Franz

TOP: Der siegreiche #80 Winward-Mercedes

Für Mercedes-AMG hat sich die höchst umfangreiche Vorbereitung samt zahlreicher Tests im Vorfeld des 24h-Rennen Nürburgring ausgezahlt. Mit dem neuen Ansatz eines Medium-Downforce-Pakets war der Mercedes-AMG GT3 diesmal absolut siegfähig. Und auch das 'Risiko', mit Winward Racing ein anderes Team auf der Nordschleife mit Werksunterstützung auszustatten, ging voll auf.

Der Lohn: Dritter Gesamtsieg (2013, 2016, 2026) für Mercedes beim Eifel-Klassiker und der erste nach genau zehn Jahren. Maro Engel führte den #80 Mercedes-AMG GT3 nach 156 Runden bzw. 3.950 Kilometern ohne einen Kratzer über die Ziellinie. Für AMG-Veteran Engel, der für das regnerische Finish noch einmal ins Auto kletterte, war es der zweite Sieg nach 2016. Seine Teamkollegen Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin triumphierten erstmals. Erfolgsschlüssel laut Engel: zu jeder Zeit die richtige Reifen-Strategie.

FLOP: Das große Favoriten-Sterben

Das Favoriten-Sterben im Reigen der 22 SP9-PRO-Autos - neun fielen vorzeitig aus - setzte dieses Jahr schon früh ein. Allein in den ersten vier Stunden erwischte es fünf Sieganwärter, darunter die 2024-Gewinner von Scherer-Audi nach Kollision mit dem KCMG-Mercedes. Mit dem Ausfall des #1 Rowe-BMW wegen eines Tank-Problems sah auch der Titelverteidiger nicht die Ziellinie.

Thierry Vermeulen (Kondo-Ferrari) und Alessio Picariello (Dunlop-Porsche) blieben nach ihren heftigen Unfällen zum Glück unverletzt. 22 der insgesamt 41 SP9-Boliden (Pro & Pro-Am) wurden gewertet. Gesamtbilanz zum 24h-Rennen Nürburgring 2026: Bei 159 gestarteten Fahrzeugen in allen Klassen kamen 48 nicht in die Wertung.

Der kaputte #64 Ford Mustang GT3 von HRT
Heftiger Unfall von Arjun Maini im Ford Mustang von HRT, Foto: IMAGO / Alexander Franz

TOP: Max Verstappens Nürburgring-Debüt

Der Antriebswellen-Defekt am #3 Winward-Mercedes hat Max Verstappen sowie seinen Teamkollegen Lucas Auer, Daniel Juncadella sowie Jules Gounon zwar dreieinhalb Stunden vor dem Rennende einen technischen K.o. versetzt, dennoch wäre der Formel-1-Star ein würdiger Gesamtsieger gewesen.

Verstappens Performance im eher unbekannten GT3-Auto war beeindruckend: In seinem ersten Doppel-Stint überholte er eine Schar an GT3-Gegnern, teilweise mit hohem Risiko halb übers Gras, einmal hätte er den Mercedes dabei beinahe verloren. In der Nacht lieferte sich Verstappen dann ein Duell mit Maro Engel auf höchstem Niveau und überholte den GT3-Spezialisten sogar. Verstappen lieferte genau die Show ab, wie man vom wohl besten Rennfahrer unserer Generation erwartet hätte.

Was besonders im Gedächtnis bleiben wird: Verstappen fügte sich wie jeder andere ins Teilnehmerfeld ein. Star-Allüren? Fehlanzeige! Klar, die gigantische Red-Bull-Hospitality im Fahrerlager stach heraus und er hatte als einziger Fahrer seinen riesigen Wohnwagen im TV-Medien-Bereich geparkt, um dort ungestört hinzugelangen. Absolut verständlich aber angesichts der Fanmassen, die ständig die Winward-Box im Fahrerlager belagerten. Verstappen selbst erweckte dennoch zu keinem Punkt am Wochenende den Eindruck, dass er einen Sonderstatus braucht. Alle hatten am Ring das Gefühl: Das ist einer von uns!

FLOP: Das berüchtigte Eifel-Wetter

Die gute Nachricht zuerst: Das Rennen musste diesmal nicht wegen starken Nebels oder massiven Regenschauern unterbrochen werden. Das ist allerdings das einzig Positive am berüchtigten Eifel-Wetter. Seit Donnerstag war es fast durchgängig bitterkalt und die Sonne zeigte sich nur selten. Stattdessen zwischenzeitliche Hagelschauer, die schon fast an Schneefall erinnerten, wenngleich der Rennbetrieb dadurch nur geringfügig eingeschränkt wurde.

Leichte Befürchtungen, dass das Wetter aus Sicht der sensiblen Reifenhersteller zu schlecht für eine Rennaustragung sein könnte, bestätigten sich glücklicherweise nicht. Im Vergleich zum 21. Juni 2025, als wegen der sommerlichen Temperaturen ein defektes Kälteaggregat für einen zweistündigen Stromausfall sorgte, war das Wetter diesmal aber hundsmiserabel.

Wer jetzt behauptet, dass bei einem 24h-Termin im Juni statt im Mai das Wetter auf jeden Fall besser sei, hat von der Eifel-Witterung allerdings keine Ahnung. Der Autor dieser Zeilen erinnert sich noch bestens an vergangene Brünnchen-Besuche um die Osterzeit samt Schneefall (!). 2027 steigt das Rennen eine Woche später Ende Mai - außer Daumen drücken hilft wohl nichts.

TOP: Der sensationelle BMW M3 Touring 24H

Als BMW-Motorsportchef Andreas Roos im Vorfeld des 24h-Rennen ein Top-10-Ergebnis mit dem irren BMW M3 Touring 24H anpeilte, dachten wir zunächst an einen Mai-Scherz. Dass der schnellste Kombi der Welt dann sogar den fünften Platz als zweitbester BMW belegen sollte, hätte sicherlich niemand erwartet. Außer vielleicht BMW-Werksfahrer Jens Klingmann, der das Touring-Projekt von Beginn an konkurrenzfähig einstufte.

Für einen Podestplatz hätte es aus eigener Kraft nicht gereicht, doch den Touring und seine Fahrer darf man locker als heimliche Gewinner bezeichnen. Dass der Familienkombi sogar eine schnellere Rundenzeit fuhr als die normalen BMW M4 GT3 Evo - wenn auch mit leicht anderer BoP - setzte dem wahrgewordenen Aprilscherz die Krone auf. Und sollte ein Fingerzeig sein für andere Hersteller, sich an ähnlich tolle Projekte im Motorsport heranzuwagen. Ein besseres Marketing gibt es nicht!