Gleich zweimal deutete am Sonntag vieles daraufhin, dass Pedro Acosta endlich seinen ersten Grand Prix in der MotoGP-Klasse gewinnen könnte. 16 der in Summe 23 absolvierten Rennrunden im Katalonien-GP führte er an, doch es sollte wieder einmal nicht sein. Das Schicksal hatte am Sonntag andere Pläne für den 'Hai von Mazarron'.
Schlimme MotoGP-Kollision mit Alex Marquez: Defekt bei Pedro Acosta?
Los ging es in Runde zwölf, als Acosta in Führung liegend auf der kurzen Gegengeraden des Circuit de Barcelona-Catalunya plötzlich an Vortrieb verlor und der direkt hinter ihm fahrende Alex Marquez nicht mehr ausweichen konnte. Ein fürchterlicher Auffahrunfall war die Folge, das Rennen musste per Roter Flagge unterbrochen werden. Welche Verletzungen sich Marquez dabei zugezogen hat, könnt ihr hier nachlesen:
Acosta hatte derweil großes Glück, kam verletzungsfrei davon. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde einzig seine KTM RC16. Dank der Hilfe von Maverick Vinales, Toprak Razgatlioglu und Jack Miller konnte der Spanier sein Arbeitsgerät jedoch an die Box zurück schleppen und sich somit die Berechtigung für die Teilnahme am Restart sichern.
Wieso Acosta Ausgangs Kurve neun plötzlich an Tempo verlor, ist bislang übrigens noch nicht vollständig aufgeklärt. "Wir wissen nur, dass wir sein Elektroniksignal verloren haben und das Motorrad im Grunde abgestellt hat. Das hat dann zu dieser brutalen Kollision geführt", erklärte Pit Beirer in einer ersten Analyse am 'ServusTV'-Mikrofon. Später deutete der Motorsportchef KTMs auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com aber noch an, dass womöglich auch ein Reifendefekt zum Verlust des Elektroniksignals geführt haben könnte. Hersteller Michelin widersprach dem am Montag jedoch. Sobald es hier weitere Informationen aus dem KTM-Lager gibt, erfahrt ihr diese bei uns natürlich sofort.
Nach langer Führung in Barcelona: Ai Ogura räumt Pedro Acosta ab
Für Acosta ging es dann auf dem Ersatzmotorrad weiter, und das zunächst auch sehr erfolgreich. Nun von der Pole Position losfahrend, verteidigte er die Führung bei beiden Restarts und schien spätestens mit der Kollision von Raul Fernandez und Jorge Martin - zwei der zuvor schnellsten Fahrer im Feld - alles unter Kontrolle zu haben. Zur Überraschung vieler konnte sich der 'Hai von Mazarron' in weiterer Folge aber nicht freischwimmen, hatte vielmehr eine Reihe an Verfolgern direkt im Heck. Drei Runden vor Schluss war es dann Fabio Di Giannantonio, der Acostas Widerstand als Erster brechen und vorbeigehen konnte.

Weil der VR46-Pilot auch direkt davonzog, war an einen Konter nicht mehr zu denken. Stattdessen brach Acosta in der letzten Runde völlig ein und fiel auch noch hinter Joan Mir und Fermin Aldeguer zurück. Damit sah alles nach Platz vier aus, aber nicht einmal dieser war dem KTM-Piloten vergönnt. Denn in der Schlusskurve wagte Ai Ogura noch einen folgenschweren Angriffsversuch, der Acosta wenige Meter vom Zielstrich entfernt noch komplett aus dem Rennen nahm.
Harte Selbstkritik: Ai Ogura entschuldigt sich für MotoGP-Kollision
Wer Schuld hatte, war klar und daraus machte auch Ogura keinen Hehl. Er begab sich sofort zur KTM-Garage, um sich bei Acosta zu entschuldigen und als dieser nicht dort war, wartete er noch minutenlang vor dessen Motorhome. Etwas, das ihm Acosta hoch anrechnete. "Er hat lange auf mich gewartet, um sich zu entschuldigen. Dafür ziehe ich meinen Hut", kommentierte er in seiner Medienrunde. Dabei blieb es dann aber auch: "Mehr werde ich zum Rennen nicht sagen, denn was mir passiert ist, ist heute nicht das Wichtigste. Ich bin in Gedanken bei Johann und Alex."
Wie der 21-Jährige über Oguras Angriffsversuch denkt, werden wir also wohl frühstens im Vorlauf zum Italien-GP kommende Woche (29. bis 31. Mai) erfahren. Zumindest Ogura offenbarte aber einen Einblick in das Geschehene. "Ich hatte mir das anders vorgestellt. Ich dachte, ich könnte einfach meine Linie fahren und Pedro überholen. Ich dachte, dass ich stärker einlenken könnte. Aber sobald ich gebremst und mich in die Kurve gelehnt habe, bin ich im Grunde geradeaus in Pedro hinein gefahren", beschrieb er und machte anschließend deutlich, wie sehr ihm dieser Patzer Leid tat. "Das ist mir so peinlich", lautete die harsche Selbstkritik. "Ich habe einen anderen Fahrer abgeschossen und mich selbst auf Platz neun [nach der Strafe durch die Stewards, Anm.] zurückgesetzt. Was für ein dummes Manöver!"
Ähnlich deutlich wie Ogura wurde Acosta auch in seiner Antwort auf die Frage, ob am Sonntag zwei Restarts angebracht waren. Was der KTM-Youngster und viele weitere Piloten gesagt haben, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:



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