Einen Tag nach einem dramatischen Rennen mit zwei furchtbaren Unfällen rückte die MotoGP erneut auf die Strecke in Barcelona zu Testfahrten aus. Es lief auch diesmal nicht gut. Jorge Martin verzeichnete einen heftigen Sturz, ehe starker Regen zum Mittag den Betrieb vorzeitig beendete. Motorsport-Magazin.com fasst euch alles Wichtige vom Montagstest zusammen.

Verletzte und Verzicht: Dezimiertes MotoGP-Feld im Barcelona-Test

Die Abwesenden:
Nur 18 der 22 Stammfahrer der MotoGP nahmen am Test teil. Marc Marquez fehlte ohnehin bereits das gesamte Rennwochenende verletzt. Sein Bruder Alex wurde nach seinem Horrorunfall am Sonntag erfolgreich operiert und durfte das Krankenhaus in Barcelona am Montagnachmittag verlassen. Johann Zarco hatte sich am Sonntag ebenfalls verletzt und verweilt im Krankenhaus. Außerdem verzichtete auch Rennsieger Fabio Di Giannantonio freiwillig auf eine Teilnahme. Er war im Zuge des Marquez-Unfall von Trümmerteilen getroffen worden und fuhr den Grand Prix unter Schmerzen. Da von den Testpiloten nur Augusto Fernandez für Yamaha mitfuhr, waren letztlich also nur 19 Fahrer auf der Strecke.

MotoGP-Schock in Barcelona: Alex Marquez und Zarco verletzt (10:56 Min.)

Pedro Acosta setzt Bestzeit vor Ende durch Regenguss

Das Ergebnis:
Da starker Regen ab Mittag die Strecke traf, wurde nur die Vormittagssession gefahren. Pedro Acosta sicherte sich mit einer 1:38.767 die Bestzeit vor Fabio Quartararo und Enea Bastianini. Rückkehrer Maverick Vinales überzeugte mit dem vierten Rang. Die Abstände fielen sehr gering aus. Am Ende war das Feld nur durch 1,2 Sekunden getrennt.

Pedro Acosta setzte die Bestzeit, Foto: KTM Media
Pedro Acosta setzte die Bestzeit, Foto: KTM Media

Am Nachmittag bauten die Teams aufgrund des heftigen Regens bereits ihre Zelte ab. Aprilia teilte schon wenige Minuten nach Beginn der zweiten Session mit, dass ihr Test vorbei sei. Dem schlossen sich dann nach und nach alle weiteren Mannschaften an, sodass letztlich die Uhr ohne Betrieb herunterlief. Einzig Toprak Razgatlioglu versuchte sich an ein paar Startübungen an der Boxengasse, ehe auch der Türke aufgab.

Die Technik:
Da die 850er-Motorräder für 2027 bereits in den Startlöchern stehen, gab es für die letzten Atemzüge der 1000er-Maschinen nicht mehr viel an der Technik-Front zu sehen, nachdem das letzte Aufbäumen der Ingenieure bereits beim Test in Jerez stattfand. Ein paar Kleinigkeiten schafften es dann dennoch an die Motorräder. Bei Yamaha testete Fabio Quartararo einen neuen Frontflügel. Laut dem Franzosen bewirkte dieser aber keinen großen Unterschied. Ein Update des V4-Motors gab es erneut nicht.

Bei Honda berichtete Luca Marini von positiven Eindrücken neuer Bauteile. Eine neue Verkleidung war Teil davon. Teamkollege Joan Mir versuchte einen experimentellen Auspuff. Dieser scheint keine Verbesserung darzustellen. Der Spanier ging nicht davon aus, dass er in den nächsten Rennen zum Einsatz kommt. Letztlich blieb es aber bei wenig technischen Neuerungen. "Es ist normal, dass alle Hersteller jetzt nicht mehr viel für dieses Projekt investieren", meinte Marini zur allgemeinen Update-Flaute.

Jorge Martin nach MotoGP-Sturz zu Untersuchungen im Krankenhaus

Stürze, Defekte & Zwischenfälle:

Leider schloss der Montag an die Vorkommnisse des Sonntags an. Jorge Martin verunfallte am Vormittag heftig in Kurve 7, woraufhin der Test mit roter Flagge unterbrochen wurde. Aprilia-Teammanager Paolo Bonora vermutete einen zu kalten Vorderreifen als Sturzursache. Der Spanier wurde per Krankenwagen ins Medical Center gefahren und klagte über Schmerzen am linken Ellenbogen und am rechten Bein. Erste Untersuchungen zeigten keine Brüche.

Zur Sicherheit wurde der Aprilia-Pilot für weitere Checks ins Dexeus Krankenhaus nach Barcelona gebracht. Auch dort wurden glücklicherweise keine Knochenbrüche festgestellt. Wenig später meldete sich der Aprilia-Pilot auch auf Instagram und schrieb: "Wieder einmal bin ich dankbar, nach einem hässlichen Sturz in Ordnung zu sein. Ich möchte den Ärzten an der Strecke für ihre beeindruckende Reaktion danken." Es ist daher davon auszugehen, dass Martin beim nächsten Rennen in Mugello starten kann. Weitere Stürze gab es vormittags nicht mehr zu vermelden. Da am Nachmittag nicht mehr gefahren wurde, blieb der Martin-Unfall der einzige Zwischenfall des Tages. Auch Defekte gab es nicht zu verzeichnen.

Nach den gefährlichen Vorfällen in Barcelona, fordern die MotoGP-Piloten neue Sicherheitsmaßnahmen. Im Fall der kritischen Starts haben sie einen Vorschlag: