In den sozialen Medien kursieren am Rande des Großen Preises von São Paulo unzählige Videos und Bilder von Formel-1-Fahrern, die wie Kindergartenkinder mit Buntstiften Bäume zeichnen. Was hat es damit auf sich? Das ist der Verdienst des vierfachen F1-Weltmeisters Sebastian Vettel. Der ehemalige Ferrari-Pilot hat seinen alten Arbeitsplatz in Brasilien besucht, um auf eine Umwelt-Initiative aufmerksam zu machen.
Mit "F1 Forest – drawn together" will Vettel eine große Collage an gezeichneten Bäumen zusammenstellen, die anschließend an der Strecke in Interlagos ausgestellt wird. Dafür reist er schon seit einigen Tagen durch das Land und trifft sich mit Menschen aus allen Altersgruppen – darunter auch der britische Thronfolger Prinz William. Das Projekt soll auf die Biodiversität und Artenvielfalt der Wälder aufmerksam machen. Der 2022 in Motorsport-Rente gegangene Deutsche setzt sich schon seit einigen Jahren für Klima- und Artenschutz ein und involviert dabei immer wieder seine ehemaligen Arbeitskollegen.
Die Fahrer haben die Zeichenstunde genossen, verriet Vettel gegenüber Medienvertretern nach dem Sprint-Qualifying in São Paulo. Im Zuge dessen wurde er auch zu seinen Zukunftsplänen befragt. Immer wieder fällt sein Name in der Formel-1-Gerüchteküche, vor allem als potenzieller Nachfolger von Red-Bull-Urgestein Dr. Helmut Marko wird Vettel hoch gehandelt. Der Motorsport-Berater übersieht das Jugendprogramm des österreichischen Rennstalls und hat auch an der Rennstrecke die Zügel in der Hand. Könnte das einstige Red-Bull-Wunderkind bald eine tragende Rolle in seinem Erfolgsteam spielen?



F1-Comeback bei Red Bull? Sebastian Vettel: Frag Helmut!
Vettel gab sich in Brasilien bedeckt, als er auf ein mögliches Formel-1-Comeback in einer neuen Position angesprochen wurde. "Könnte sein, es kommt auf die Rolle an. Ich habe keine Eile und für eine andere Rolle [neben Fahrer, Anm. d. Red.] gibt es keine Altersgrenze. Frag Helmut", spielte er auf den 82-jährigen Doktor an. Zurzeit sei er aber mit seinem Job als Klimaaktivist ausreichend ausgelastet. Außerdem habe er auch nichts in Aussicht und sei auch nicht aktiv auf der Suche.
Doch was noch nicht ist, kann ja noch werden. Markos Vertrag mit Red Bull geht noch bis Ende 2026 und obwohl der Grazer von einer Pensionierung nichts wissen möchte, brachte er Vettel schon öfter als seinen Nachfolger ins Gespräch. Die Interessen des F1-Champions von 2010 bis 2013 würden sogar mit einem Teil der Aufgabenbereiche von Marko übereinstimmen.
"Mir gefällt der psychologische Aspekt, das Arbeiten mit den jungen Fahrern", erzählte Vettel in Interlagos. Auch der beratende Aspekt sagt dem Deutschen zu: "Was braucht das Team, um zu gewinnen? Was unterscheidet das siegreiche Team von denen, die nicht gewinnen? Wenn die richtige Herausforderung zur richtigen Zeit kommt, warum nicht?" Es bleibt also eine Frage der Zeit, ob Vettel endgültig ins Fahrerlager zurückkehrt.
Schon im Sommer kamen neue Gerüchte über Sebastian Vettels F1-Rückkehr in einer Führungsrolle bei Red Bull auf. Unsere Redakteure Christian Menath und Markus Steinreisser haben darüber diskutiert!



diese Formel 1 Nachricht