Eine unbekannte Strecke, nur eine Stunde Training, aber doch schneller als der erfahrene Teamkollege und der WM-Zweite: Kimi Antonelli zeigte beim Sprint-Qualifying in Brasilien mit einem zweiten Platz auf und bewies, dass er sein Sommerloch endgültig hinter sich gelassen hat. Nur 0,097 Sekunden fehlten ihm auf die Pole-Zeit von Lando Norris. Mit Oscar Piastri auf Platz drei befindet sich der Mercedes-Rookie mitten im Papaya-Sandwich.
"Es war eine gute Session. Im Q1 war es etwas schwierig mit dem Verkehr, aber dann haben wir unseren Rhythmus gefunden", freute sich der Mercedes-Rookie nach der Session. Dabei sah es für einen Moment so aus, als würde sich Antonelli die Pole Position schnappen. Anders als die meisten Fahrer verbesserte sich Antonelli auf seiner zweiten schnellen Runde im dritten Qualifying-Segment in einigen Minisektoren.
Doch in Kurve 10 blockierte der linke Vorderreifen seines W16 und in Kurve 13 schlitterte sein Heck über den Kerb. Damit war der Traum von der zweiten Sprint-Pole nach Miami vorbei. "Das war echt schade, aber es war trotzdem eine gute Runde und mit P2 können wir im Sprint um einiges kämpfen. Hoffentlich können wir ein gutes Rennen haben", zeigte sich der 19-Jährige optimistisch. Eine große Punkteausbeute in Brasilien wäre für Mercedes im Kampf um den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung wichtig – umso mehr, da ihre Rivalen von Ferrari abgeschlagen von den Plätzen acht und elf starten müssen.
Fahrfehler kostet George Russell erste Startreihe im Sprint
Um einen großen Schritt in Richtung des zweiten Konstrukteursrangs zu machen, muss auch George Russell mitspielen. Der São-Paulo-Sieger von 2022 startet den Sprint nach einem unsauberen Qualifying von Platz vier. "Die Session war soso. SQ3 war komisch, irgendwie ist jeder langsamer gewesen, außer Kimi. Aber P2 und P4 sind gute Startpositionen für den Sprint", resümierte Russell.
Bereits auf seiner ersten Runde im dritten Qualifying-Segment patzte der Mercedes-Pilot. In Kurve 6 musste er das Heck seines W16 abfangen, in Kurve 10 rutschte er wieder über den Asphalt. "Nach dem ersten Fehler überhitzten sich die Reifen stark, was zum zweiten Ausrutscher führte. Das hat ihn schließlich die Chance auf die erste Startreihe gekostet", ist sich Mercedes' Trackside Engineering Director Andew Shovlin sicher. Anders als im GP-Qualifying steht den Formel-1-Fahrern in der Sprint-Version nur ein roter Reifensatz für das letzte Segment zur Verfügung. Ist der weiche Pneu einmal überhitzt, kommt er nur schwer wieder ins ideale Arbeitsfenster.
Was den großen Punkten im Sprint noch im Weg stehen könnte, ist das Wetter. Wie viel und wie lange es am Samstag in Interlagos regnet, beschäftigte in der Nacht wohl alle Formel-1-Strategen. Für Mercedes könnte es sowohl Segen als auch Fluch sein, denn mit dem Regen kommt auch der Wind, auf den ein F1-Bolide sehr empfindlich reagieren kann. "Wir müssen uns auf Böen einstellen, der Wind wird sich ziemlich drehen. Es ist alles ein bisschen unsicher", warnte Antonelli, beruhigte die Mercedes-Fans aber noch: "Wir werden auf alles vorbereit sein."
Die Wetterprognosen für Samstag sind sogar so drastisch, dass das brasilianische Institut für Meteorologie eine Warnung herausgab. Ein Zyklon kommt auf Interlagos zu! Ist der F1-Samstag in Gefahr? Alle Details gibt es hier:



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