Eine weitere Entscheidung auf dem Transfermarkt der MotoGP ist gefallen. Wie Tech3 am Samstagmittag in Barcelona im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz bekanntgab, wurde die Zukunft des Teams in den letzten Tagen fixiert. Es bleibt alles beim Alten, der französische Rennstall wird auch 2027 und darüber hinaus auf Motorräder von KTM vertrauen.
"Wir freuen uns sehr, unseren gemeinsamen Weg mit Tech3 fortzusetzen", ließ KTMs Motorsportchef Pit Beirer wissen und Tech3-CEO Günther Steiner ergänzte: "Im Motorsport sind die stärksten Partnerschaften oft jene, die man bereits in- und auswendig kennt. Bei KTM und Tech3 fangen wir nicht bei Null an. Diese Kontinuität versetzt uns in die bestmögliche Lage, uns schnell anzupassen und wettbewerbsfähig zu bleiben, wenn die neuen Regeln in Kraft treten."

Honda wirbt vergeblich um MotoGP-Wechsel von Tech3
Überraschend kommt diese Verkündung nach den Entwicklungen der letzten Tage nicht mehr, aber danach hatte es nicht immer ausgesehen. Seit 2019 als KTM-Kundenteam am Start, gab es Ende März erstmals Gerüchte, dass sich Tech3 mit Saisonende 2026 womöglich einen neuen Partner suchen könnte. Honda wurde ein starkes Interesse nachgesagt, denn die Japaner wollten ihr Engagement in der MotoGP ab 2027 gerne um ein zweites Kundenteam neben LCR erweitern. Zunächst hatte in dieser Hinsicht viel auf Gresini hingedeutet, doch die Italiener entschieden sich dann doch zum Verbleib bei Ducati. Weil sich VR46 (Ducati), Trackhouse (Aprilia) und Pramac (Yamaha) ebenfalls schon zu ihren jeweiligen Herstellern bekannt hatten, rückte dann Tech3 in den Blickpunkt.
Einige Paddock-Insider bezeichneten den Wechsel zu Honda sogar schon als fix, doch dem widersprach KTM-Motorsportchef Pit Beirer im Exklusiv-Interview mit Motorsport-Magazin.com Ende April vehement. Vielmehr zeigte er sich optimistisch, den auslaufenden Vertrag mit Tech3 noch verlängern zu können und begründete die Gerüchte um einen Abgang zu Honda schlicht mit der Neustrukturierung beim französischen Rennstall: "Tech3 will nicht Herve Poncharal 2.0, sondern Günther Steiner 1.0 machen."
"Wir wollen einfach sicherstellen, nächstes Jahr in einer guten Position zu sein. Die Entscheidung ist nicht leicht, wir wollen nicht vorschnell handeln", bestätigte auch Steiner selbst am vergangenen Wochenende in Le Mans, nachdem eigentlich schon beim Tech3-Heimrennen mit einer offiziellen Bekanntgabe gerechnet worden war. Diese blieb bekanntermaßen aber aus, vielmehr schob der neue Boss auf: "Vielleicht können wir in zwei Wochen etwas verkünden."
Ambitionierte Ziele: Tech3 will mit KTM MotoGP-Weltmeister werden
Wie wir jetzt wissen, sollten es nur acht Tage werden. Warum der Verbleib bei KTM und kein Wechsel zu Honda? Weil Tech3 mit dem bekannten Paket hoch hinaus will. "Wir wollen gewinnen und sie wollen gewinnen. Dieses Bekenntnis hat mich überzeugt. Wir wollen gemeinsam gewinnen. KTM will Weltmeister werden und wir wollen ihnen dabei helfen", nannte Steiner ambitionierte Ziele für 2027 und darüber hinaus. "Natürlich ist das leichter gesagt als getan, wir haben viel Arbeit vor uns und es muss einiges zusammenkommen. Aber KTM und Tech3 sind gute Teams, das hat man auch heute gesehen."
Am Vormittag war Pedro Acosta mit der RC16 auf die Pole Position gefahren und hat nun beste Chancen, auf Sprint- und/oder Grand-Prix-Sieg. Dort möchte Steiner seine Piloten im kommenden Jahr ebenfalls regelmäßig sehen. Wer das werden wird, steht aktuell noch nicht fest. "Wir werden das Fahrer-Lineup gemeinsam mit KTM entscheiden. Die Antwort werdet ihr in ein paar Wochen erhalten", so der ehemalige F1-Teamchef. Es deutet jedoch vieles daraufhin, dass die zwei Tech3-Plätze zwischen Maverick Vinales, Enea Bastianini und Brad Binder vergeben werden.
Welche Fahrer wünscht ihr euch 2027 bei Tech3-KTM? Sagt es uns in den Kommentaren!



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