Die erste Formel-1-Saison von Lewis Hamilton bei Ferrari läuft ganz und gar nicht nach Plan und im Sprint-Qualifying von Brasilien nahm sein Leid kein Ende. Schon in SQ2 war es für Hamilton vorbei. Um ein Haar handelte er sich dabei auch noch eine Strafe ein. Doch auch ohne Rückversetzung gab es für die Scuderia wenig Positives mitzunehmen.
Hamilton war nach dem Sprint-Qualifying gar nicht in Apathie versunken. Ganz im Gegenteil: Er konnte über seine Misere nur noch kopfschüttelnd lachen. Hofft er auf Punkte oder eine gute Platzierung im Sprint? Alles egal. "Es geht nur noch darum, ein bisschen Spaß zu haben. Denn mein Jahr läuft nicht so gut. Ich muss es einfach genießen, wo auch immer ich bin. Das ist alles, was ich tun kann", sagte der Brite.
Ferrari verschätzt sich - Hamilton: Team dachte, dass wir schneller sind
Im Q2 hatte Lewis Hamilton mit einem Verbremser auf seinem ersten Run in Kurve 10 schon keine ideale Basiszeit gesetzt. Dann kamen ihm im zweiten Run gelbe Flaggen in die Quere (mehr dazu später). Aber darauf will er es nicht schieben: "[Die gelben Flaggen] haben nicht geholfen", meinte er und lachte bitter. "Es ist nicht, als ob wir es nicht probieren würden. Es sieht so aus, als hätte das Team gedacht, dass wir viel schneller wären, als wir sind."
"Wir haben alles gegeben und darauf kommt es am meisten an. Wir waren einfach nicht schnell genug", fasste er die Freitags-Qualifikation zusammen und stimmte damit mit Leclerc überein. Der Monegasse sprach davon, dass sich das Auto gut angefühlt habe, aber eben nicht genug Performance hergab. Eine ungünstige Kombination. Was Leclerc zu sagen hatte, könnt ihr hier nachlesen:
Hamilton bricht Regel und kommt trotzdem ohne Strafe davon
Dass Hamilton überhaupt von Platz 11 in den Sprint gehen wird, und dadurch mit nur drei Positionen Abstand nach wie vor intakte Punktechancen vorweisen kann, verdankt er einem milden Urteil der Rennkommissare. Diese stellen zwar fest, dass Hamilton bei der strittigen Situation, für die er untersucht wurde, einen Regelverstoß begangen hatte, beließen es mit einem Hinweis auf vergangene Präzedenzfälle aber bei einer Verwarnung.
Was war geschehen? In Kurve 10 hatte er nach einem Dreher von Charles Leclerc die Unfallstelle passiert und war dabei zu wenig vom Gas gegangen. Das ist Fakt, wie die Stewards feststellten. Doch entlastend führten sie ins Feld, dass das gelbe Lichtsignal am Eingang der Kurve für Hamilton nur kurz aufleuchtete und an einer Stelle positioniert war, in der er es schwer sehen konnte, da sein Blick schon an den Scheitelpunkt ging.
Erst als Hamilton am Ausgang der Kurve das grüne Lichtsignal sah, welches eine Freigabe der Strecke signalisierte, zögerte er beim Tritt aufs Gaspedal. Im Wissen, dass schlussfolgernd daraus davor eine Gelb-Zone sein müsse. Auch das rechneten ihm die Rennkommissare entlastend an. Im Vergleich zu seiner ersten Q2-Runde lässt sich dieses Zögern nur schwer erkennen. Das könnte aber auch daran liegen, dass er bei jenem Versuch einen Verbremser in Kurve 10 eingebaut hatte und dementsprechend schlecht aus der Kurve gekommen war.



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