Die furiose Aufholjagd von Max Verstappen in der Formel-1-Saison 2025 scheint in Brasilien ein jähes Ende zu nehmen. Was sich in Mexiko andeutete, ist in Sao Paulo wohl nicht mehr zu stoppen. Im Sprint Qualifying kam der amtierende Weltmeister nicht über Platz sechs hinaus, WM-Leader Lando Norris qualifizierte sich auf Rang eins, Verfolger Oscar Piastri auf Rang drei.
"Das Auto ist kaputt, es ist unfahrbar", schimpfte er noch aus dem Cockpit seines Red Bull am Ende von SQ2, das er auf Platz acht beendet hatte. Im SQ1 landete er noch auf Rang zwei, wenn auch mit satten 0,348 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit. In SQ2 retteten ihn eine Zehntelsekunde und eine Gelb-Phase am Ende vor einem vorzeitigen Feierabend.
Mittelsektor wirft Verstappen hinter Mercedes und Alonso
Aber auch auf den Soft-Reifen in SQ3 lief es nicht viel besser. Anders als McLaren, Mercedes und Charles Leclerc setzte Verstappen im SQ3 auf lediglich eine gezeitete Runde. Nach absoluter Bestzeit in Sektor 1 bahnte sich eine Sensation an. Doch im Mittelsektor verlor Verstappen drei Zehntel. Vor allem in den langgezogenen Kurven kam er nicht mit Klassenprimus McLaren mit.
Aber nicht nur McLaren ist dort schneller als Red Bull. Verstappen startet auch hinter beiden Mercedes und im Aston-Martin-Sandwich zwischen Fernando Alonso und Lance Stroll. Betrachtet man den Mittelsektor alleine, wäre Verstappen nur auf Rang 13 gelandet. Teamkollege Yuki Tsunoda ist in dieser Wertung Schlusslicht.
"Der Mittelsektor war grauenhaft", resümierte der Weltmeister. Allerdings nicht nur im letzten Umlauf, wie auch Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko im ORF analysierte: "Wir sind in Sektor 1 und 3 bis auf Hundertstel dabei, in Sektor 2 mit den meisten Kurven fehlt uns Abtrieb und der nötige Grip."
"Das Auto lenkt nicht ein und gleichzeitig kann ich mich auch nicht auf das Heck verlassen", erklärt Verstappen. Untersteuern und Übersteuern fast zeitgleich, das erinnert an die Probleme vor dem großen Turnaround in Monza. Und auch die restlichen Probleme klingen vertraut: "Ich hatte eine Menge Vibrationen und Probleme mit dem Fahrwerk."
Es gibt aber noch ein paar Hoffnungsschimmer für die Bullen. Der Soft-Reifen machte schon im Training Probleme. Verstappen brach seine Runde ab und landete deshalb nur auf Rang 17. Auf den Hards wirkte Verstappen im Training zuvor noch konkurrenzfähig. Ob die Softs im Sprint zum Einsatz kommen, ist unklar.
Regen einzige Hoffnung für Verstappen - oder macht der alles noch schlimmer?
Trotzdem zeigt sich selbst Dr. Helmut Marko, sonst für seinen Optimismus bekannt, recht zurückhaltend: "Für das Sprintrennen sehe ich keine Möglichkeiten, außer es regnet." Tatsächlich sagen die Meteorologen über Nacht Regen voraus, vom ursprünglich angekündigten Monsun ist aber nicht mehr viel übrig.
Verstappen und Sao Paulo im Regen, das funktioniert. 2024 siegte er von Startplatz 17. Der Niederländer selbst ist aber weniger optimistisch: "Ich erwarte nicht, dass es im Nassen plötzlich viel besser ist." Schließlich deutet der exorbitante Zeitverlust im Mittelsektor auf weniger Abtrieb hin - im Regen ein noch größerer Nachteil. Erinnerungen an Silverstone werden wach.
Immerhin: Nach dem Sprint am Samstag öffnet sich der Parc-ferme. Die Teams dürfen für Qualifying und Grand Prix Änderungen am Setup vornehmen. "Das wichtigste ist das Hauptrennen", weiß Marko. "Ich hoffe, dass wir mit den Daten Adaptionen finden können, mit denen wir den Rückstand aufholen können."
Währenddessen macht sich Titelrivale McLaren das Leben mit den Papaya-Rules teilweise selbst schwer. Aber ob Zak Brown nach dieser Vorstellung von Red Bull überhaupt noch Angst haben muss? Verstappen jedenfalls hat mit McLaren kein Mitleid. Ganz im Gegenteil, er würde gerne tauschen…



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