Es ist beinahe schon Standard in den letzten Monaten, dass die Ferrari-Fahrer am Ende eines Formel-1-Freitags mit etwas gedrückter Stimmung aus der Wäsche schauen. Nach dem Sprint-Qualifying in Brasilien ist das nicht anders und angesichts einer mehr als dürftigen Ausbeute haben Charles Leclerc und Lewis Hamilton auch allen Grund zu Pessimismus.

Dabei waren die Ferrari-Fahrer auch noch über sich gegenseitig gestolpert. Leclerc drehte sich am Ende von SQ2. Hamilton passierte die Stelle nur wenige Sekunden später und ging nicht ausreichend vom Gas. Die Stewards ließen ihn mit einer Verwarnung davonkommen, trotzdem schied er im zweiten Segment aus - und könnte über sein eigenes Leid nur lachen. Alles zu Hamiltons Aussagen könnt ihr hier nachlesen:

Charles Leclerc ratlos: Setup fühlt sich nicht falsch an; Auto trotzdem langsam

Charles Leclerc war nicht zum Lachen zumute. Er gab sich am Freitag nur ratlos. "Das Auto war sehr langsam heute. Es hat sich nicht schlecht angefühlt, aber wir sind langsam", vermeldete er resigniert. "Wir müssen an etwas arbeiten und versuchen, uns bis Morgen zu verbessern", versuchte sich der Monegasse Hoffnung zu machen.

Nur weiß er selbst nicht genau, was das sein könnte. Ein gut ausbalanciertes Auto durch Setupänderungen besser zu machen, ist eine schwierige Aufgabe. Denn wo soll man ansetzen? "Nichts lässt mich denken, dass wir in Bezug auf das Setup in einer falschen Position sind", gab Leclerc zu bedenken. Aber irgendwas muss getan werden, ist er überzeugt: "Ich werde etwas probieren. Ob es besser wird oder schlechter - ich weiß es nicht."

Ein Himmelfahrtskommando also. Realistische Hoffnung für die Ferrari-Fans sieht jedenfalls anders aus. Für den Sprint am Samstagvormittag sind die Würfel ohnehin schon gefallen, denn die Autos befinden sich unter Parc-Ferme-Bedingungen. Aber bis zum Qualifying-Start am Nachmittag können noch Setup-Umbauten vorgenommen werden.

Vielleicht findet Leclerc mit einem Blick auf die Telemetriedaten ja einen Ansatz, wie sich das Auto verbessern lassen würde. Denn zwei Schwachstellen stechen in seinen beiden Q3-Runs hervor: Die Einfahrt ins Senna-S mit Kurve 1 und 2, und die Kurvenkombination 12/13. An beiden Stellen verlor er in beiden Runs synchron zueinander Zeit. Obwohl Kurve 10 mit Verbremsern und dem Leclerc-Dreher eine Problemstelle des Ferraris zu sein schien, büßte Leclerc letztendlich im Mittelsektor kaum Zeit.

Was sich aus den Daten nicht ableiten lässt, ist eine weitere Stelle an der Leclerc überzeugt ist, dass er auf seiner schnelleren SQ3-Runde Zeit verloren habe. "Auf der letzten Gerade klemmte es einmal beim Hochschalten. Das hat mir vielleicht eineinhalb Zehntel gekostet", kalkuliert Leclerc. In der Telemetrie lässt sich allerdings kein signifikanter Zeitverlust im ersten Q3-Run erkennen.