Summendes Suzuka, summende Kurve. Ex-Pilot Sebastian Vettel kehrt beim Japan-GP mit einem besonderen Projekt zurück in das Formel-1-Paddock. Um auf Umweltschutz und Artenvielfalt aufmerksam zu machen, verwandelte der Deutsche, gemeinsam mit den Teams und Fahrern, Kurve 2 des Suzuka International Racing Course in ein Insektenparadies.

"Das Projekt heißt 'Buzzing Corner - Racing for Biodiversity'", erklärt Vettel. "Wir sehen derzeit einen Rückgang an Biodiversität, wir verlieren Spezien und erleben ein Massenaussterben. Das Projekt soll zeigen, dass wir alle einen Unterschied machen können." Der vierfache Weltmeister versammelte am Donnerstag Piloten und Teamchefs auf der Rennstrecke, um gemeinsam ein Zeichen für Artenvielfalt zu setzen.

"Wir haben alle Teams zusammengetrommelt", so Vettel. "Es war großartig, die Unterstützung von allen Fahrern zu bekommen. Wir haben zehn Insektenhotels gebaut und befüllt, also eines für jedes Team. Diese werden das Zuhause von verschiedenen Tieren, wie Bienen, Käfer und Spinnen werden." Zusätzlich konnten sich die Piloten noch kreativ austoben, indem sie das Dach ihres Insektenhotels und eine Holzleinwand passend zum Thema bemalen durften.

"Mit diesem Projekt soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Artenvielfalt wichtig für uns ist", betont Vettel. "Ohne einen gesunden Planeten und gesunde Biodiversität gibt es keine Menschen. Diese Botschaft wollen wir verbreiten, da dieses Anliegen nicht nur mich betrifft, sondern uns alle." Um noch mehr Aufmerksamkeit auf das Projekt zu lenken, wurden zudem die Kerbs in Kurve 2 Gelb und Schwarz angestrichen. "Warum? Weil das die Farben der Bienen sind und diese großartige Botschafter für dieses Anliegen darstellen", erklärt Vettel.

Vettel über Japan-GP: Wird schwieriges Wochenende für mich

Dass mit dem Projekt 'Buzzin Corner' nicht die Welt verändert wird, weiß Vettel. Vielmehr ginge es darum, ein Zeichen zu setzen. "Diese Aktion wird hier wahrscheinlich einen kleinen Einfluss haben. Wenn du die Insekten in einem Monat oder einem Jahr interviewen könntest, könnten sie dir mehr darüber erzählen", scherzt der Ex-Pilot. "Aber für uns war es eine nette Aktivität, um unsere Botschaft zu verbreiten."

Lewis Hamilton begrüßt Sebastian Vettel beim Bio-Projekt in Kurve 2
Vettel & Hamilton: Wiedersehen von alten Bekannten, Foto: LAT Images

Auf das Rennwochenende wird sich das Projekt übrigens nicht auswirken. "Manche Leute haben schon gefragt, ob es während dem Rennen einen Bienenschwarm geben könnte, der die Sicht blockiert, aber so funktioniert das nicht", versichert Vettel. "Es geht mehr um das Symbol, das wir setzten. Es wäre schön, wenn manche von der Aktion inspiriert werden und in ihrem Garten ebenfalls ein Insektenhotel aufstellen, oder bei der nächsten politischen Wahl dieses Thema berücksichtigen. Jeder von uns kann einen Unterschied machen. Wir müssen uns vor Augen führen, dass es ein Problem gibt und, dass wir letztendlich für die Menschheit kämpfen müssen."

Warum das Umweltprojekt ausgerechnet in Japan stattfindet, erklärt der Deutsche durch seine Begeisterung für Suzuka. "Japan bedeutet mir sehr viel", so Vettel. "Ich habe es geliebt, hier rennzufahren und bekam hier immer großartige Unterstützung von den Fans. Ich liebe die Strecke und es wird ein schwieriges Wochenende für mich, da ich es vermissen werde, im Auto zu sitzen. Wir haben uns dazu entschieden, das Projekt auf dieser Strecke in die Welt zu setzen und hoffen, dass die Aktion noch an Momentum gewinnt und es an anderen Orten zu ähnlichen Projekten kommt."

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