Zum dritten Mal in Folge sicherte sich Marc Marquez in Assen die vollen 37 Punkte. Francesco Bagnaia konnte selbst auf seinen beiden Paradestrecken nicht dagegenhalten und ist bereits deutlich abgeschlagen. Sein einzig verbliebener WM-Gegner war der eigene Bruder, doch Alex Marquez brach sich bei einem Sturz die Hand und wurde bereits operiert. Wann und wie der Gresini-Pilot zurückkehren wird, ist derzeit unklar. Nurmehr eines kann den siebten MotoGP-Titel der Nummer 93 verhindern.
Marc Marquez gewinnt auch angeschlagen auf Angststrecken
Die Fahrer-WM weist Marc Marquez bereits mit 307 Punkten aus, 68 mehr als Bruder Alex. Jetzt kommt der Sachsenring und dann die Rückkehr nach Brünn. Alles andere als weitere Siege für den Ducati-Star wären eine gewaltige Überraschung. Er triumphierte bereits auf Angststrecken wie Katar, Mugello und nun in Assen. Wie soll das erst auf seinen Lieblingsstrecken werden?
Auch die Art und Weise, wie er gewinnt, ist schlichtweg beeindruckend. Bei der Dutch TT zeigte er erneut seine Extraklasse. Nach zwei heftigen Stürzen in den Trainings am Freitag und 'nur' Rang vier im Qualifying stürmte der Ausnahmekönner in Sprint und Grand Prix schnell in Führung. Es folgte in beiden Fällen eine fehlerlose Verteidigung der Position bis ins Ziel. Marquez gewinnt selbst körperlich angeschlagen und wenn er nicht klar der Schnellste ist. Der Spanier ist weiterhin eine Ausnahmeerscheinung und sein Titel wäre hochverdient.
Punktepolster keine Garantie: Verletzungsgefahr fährt immer mit
Doch der Triumph ist nicht in trockenen Tüchern, denn eine Gefahr herrscht sehr wohl noch. Der Freitag in Assen hat daran erinnert. So eindrucksvoll die Antwort an den folgenden beiden Tagen ausfiel, so muss auch festgehalten werden: Marc Marquez ist und bleibt ein Sturzpilot. Zu oft landete er dieses Jahr schon wieder auf der Nase, als dass eine erneute Verletzung ausgeschlossen werden kann. "Ich versuche es zu managen, Fehler zu vermeiden. Ich will eigentlich gar nicht darüber sprechen, denn vielleicht unterläuft mir im nächsten Rennen wieder einer", gibt er selbst die stetige Gefahr offen zu.
Marquez ist dahingehend ein gebranntes Kind. Sein Körper wird ein Leben lang gezeichnet bleiben von den Narben der Leidenszeit, die bei einem schweren Sturz in Jerez 2020 begann und eigentlich erst mit dem Abgang von Honda in Richtung Ducati zur Saison 2024 endete. Bis dahin hatte er die komplette Palette an Rückschlägen erfahren: Operationen, Schmerzen, Kollisionen und keine Chance auf den Titel oder gar nur einzelne Siege.
Doch auch auf der Desmosedici ist er mittlerweile oft zu Fall gekommen, allein drei Mal in den Rennen von 2025 (Austin, Jerez und beim ersten Start in Silverstone). Bisher kostete das 'nur' Punkte. Dank seines überlegenen Speeds steht da nun trotzdem ein beachtliches Polster auf die Konkurrenz zur Verfügung. Dieses will er nutzen: "Ich habe nun einen Vorsprung in der Meisterschaft. Wir sind zwar noch nicht einmal bei Halbzeit, da sind noch eine Menge Rennen, aber du kannst beginnen es zu managen."
Genug gelitten: Marc Marquez hat den Titel verdient
Also ja kein Risiko? Marquez kann es sich definitiv leisten. Aragon wurde zur perfekten Demonstration, wie er gewinnen kann, ohne voll ans Limit zu gehen. Doch es liegt einfach in der Natur des Vollblutrennfahrers Marc Marquez, ordentlich Gas zu geben. Immer wenn es so aussieht, als habe er nun wirklich alles im Griff, kommt es wieder zu solchen Momenten wie am letzten Freitag in Assen.

Das eingebaute Berufsrisiko des Dominators ist nie komplett abzuschalten und eine erneute Verletzung verbleibt somit das einzige, das seine Rückkehr auf den Thron der Königsklasse noch gefährdet. Schon ein verpasster Double-Header reicht und der Vorsprung in der Weltmeisterschaft kann sofort weg sein. Es bleibt nur zu wünschen, dass ihm dies erspart bleibt. Marc Marquez musste schon genug leiden. Er hat es verdient, die Früchte seiner fantastischen Fahrkunst ernten zu dürfen.
Für den Kampf um den WM-Titel ist es für Francesco Bagnaia zu spät, sein Rückstand ist bereits viel zu groß. Doch immerhin glaubt der Italiener nun an ein Licht am Ende des Tunnels. Mehr dazu hier:



diese MotoGP Kommentar