Aleix Espargaro sitzt im großen Vertragsstreit der MotoGP zwischen den Stühlen. Einerseits ist der Honda-Testfahrer der beste Freund von Weltmeister Jorge Martin. Andererseits fuhr der Katalane jahrelang für Aprilia und setzte sich stark dafür ein, dass der 'Martinator' dorthin wechselt. Zurückhaltung kennt er dennoch nicht. Er äußert klares Unverständnis für die Situation.

Espargaro: Verstehe nicht, warum Jorge Martin wechseln will

"Es ist wirklich schwierig und es ist sehr traurig für beide Seiten", erkennt Espargaro einen Streit ohne Sieger. Auch der beste Freund ist nicht vor Kritik gefeit. "Was ich nicht weiß ist, ob es die Klausel gibt, die ihm ermöglicht [aus dem Vertrag] rauszukommen. Und ich verstehe auch nicht, warum er nicht bleiben will", äußert sich der 35-Jährige.

Alex Marquez in Assen verletzt! MotoGP-Sperre für Jorge Martin? (07:00 Min.)

Martin will zu Honda wechseln. Im Vergleich zur katastrophalen Vorsaison ist das Motorrad der Japaner verbessert, aber dennoch eindeutig nicht so konkurrenzfähig wie die RS-GP von Aprilia. Zuletzt konnten nur die Marquez-Brüder mehr Punkte einfahren als Marco Bezzecchi.

Warum soll Aprilia einen MotoGP-Fahrer behalten, der nicht da sein will?

Espargaro betonte bereits kurz nach Bekanntwerden des Streits, dass er mit dem Wechselwunsch Martins zu Honda nichts zu tun habe. Für einen unbedingten Verbleib bei Aprilia spricht er sich aber dezidiert auch nicht aus: "Ich verstehe auch nicht die Position der anderen Seite, die einen Fahrer behalten möchte, der gar nicht dort sein will. Beide Seiten werden es nicht einfach haben, mit dieser Situation fertig zu werden."

Aprilia-Racing-Boss Massimo Rivola
Massimo Rivola scheint bereit für einen Rechtsstreit, Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Aprilia scheint bereit, vor Gericht zu gehen, und erhielt dabei zuletzt auch Unterstützung durch MotoGP-Boss Carmelo Epzeleta. Dem Titelverteidiger wurde eine Sperre für 2026 in Aussicht gestellt. Auf der anderen Seite ist Martins Manager Albert Valera felsenfest davon überzeugt, dass sein Schützling für die Saison 2026 durch die Aktivierung einer Klausel gehen darf. Wer im Recht ist, blieb bisher undurchsichtig. Das sieht auch Espararo so, obwohl er viel von den Fähigkeiten Valeras hält: "Jorge hat einen brillanten Manager. Es ist schwierig zu sagen, was passieren wird."

Jorge Martin kämpft nicht nur im Vertragsstreit, sondern auch um seine Rückkehr auf die Rennstrecke. Den letzten Stand zum Gesundheitszustand und Comeback-Plänen gibt es hier: