Vier Pole-Positions, aber kaum Ertrag. Bei Fabio Quartararo und Yamaha fuhr zuletzt auch Frust und Enttäuschung mit. Kein Wunder, dass dem Startpiloten da selbst vom hauseigenen Medienteam der MotoGP Wechselabsichten zugeschrieben werden. Der neue Boss der Japaner wehrte sich nun gegen die Gerüchteküche der Dorna.

Yamaha-Boss attackiert MotoGP: Quartararo-Interview zusammengeschnitten

Im Interview mit MotoGP-Boxenreporter Jack Appleyard musste Motorsport-Chef Paolo Pavesio die Rückschläge der letzten Wochen zugeben: "Es ist dieses Jahr ein bisschen eine Achterbahnfahrt. Wir haben schneller als erwartet gute Leistungen erreicht, aber wir müssen sie auch bestätigen. Mit Sicherheit gab es Bedingungen, die bei unseren Grip-Problemen halfen."

Doch dann wurde es spannend. Der Italiener wurde damit konfrontiert, dass Quartararo in einem Interview mit MotoGP.com gefordert habe, sofort Siegmaterial haben zu wollen, sonst sei er weg. "Ehrlicherweise brauchen wir keine Interviews für Motivation, um an die Spitze zurückzukehren. Wir sind uns dessen sehr wohl bewusst", lautete die erste Antwort. Doch dann legte er mit einer Schelte gegen das Medienteam der MotoGP noch einmal richtig nach: "Da wurde ein 20-minütiges Interview mit Fabio auf 60 Sekunden Clickbait-Instagram-Story runtergeschnitten. Das ist Teil des Spiels, das kennen wir."

Quartararo verlängerte nach Investitionsversprechen: Yamaha liefert

Dass die Zielsetzung für Quartararo und Yamaha aber mittelfristig bei Siegen liegen muss, ist auch klar. "Natürlich wollen wir aus diesem Projekt ein siegreiches machen. Deswegen investieren wir ja auch", erinnerte Pavesio an die großen Bemühungen, die seit Quartararos Verlängerung bis 2026 angestoßen wurden. Damals hatte er seinen Verbleib mit den ihm versprochenen Investitionen begründet.

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Und diese gab es auch. Max Bartolini wurde als neuer Technik-Direktor von Ducati abgeworben. Auch die Forderung nach einem Kundenteam und somit vier Motorrädern zur Weiterentwicklung wurde durch einen langfristigen Vertrag mit Pramac erfüllt.

V4-MotoGP-Motor in Entwicklung: Wir wissen, was wir tun

Nun steht die nächste große Veränderung in den Startlöchern: "Wir versuchen unser Bestes, die M1 zu verbessern. Parallel haben wir auch noch ein anderes Projekt [den V4-Motor, Anm. d. Red.] laufen, das wir so schnell wie möglich auf die Strecke bringen wollen." Die Testfahrer Augusto Fernandez und Andrea Dovizioso sind mit dem neuen Motor bereits in Barcelona ausgerückt, doch zur Leistungsfähigkeit drang noch nichts nach außen.

Yamaha könnte bald mit V4-Motor fahren, Foto: IMAGO / Goal Sports Images
Yamaha könnte bald mit V4-Motor fahren, Foto: IMAGO / Goal Sports Images

Trotz Eingeständnis der aktuellen Probleme, hat Pavesio keine Angst davor, dass Quartararo flüchten möchte: "Ich sehe keinen Grund für Ärger. Wir wissen, was wir tun. Fabio weiß das. Wir sind manchmal bereits schneller, als das zu Saisonbeginn zu erwarten war." Das gilt allerdings meist nur für das Qualifying.

Im Gegensatz zu Quartararo will Jorge Martin seinen Arbeitgeber definitiv verlassen. Sein Kumpel Aleix Espargaro hat nun Stellung zum Streit mit Aprilia bezogen: