Vier Präsentationen sind bereits geschafft, am Mittwoch folgte die fünfte - und zwar die erste, die nicht auf italienischem Boden stattfand. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta enthüllte Yamaha kurz nach 15 Uhr Ortszeit (9 Uhr MEZ) die Farben für die neue MotoGP-Saison 2026. Große Überraschungen in Sachen Lackierung blieben dabei aus, aber der Launch hatte es dennoch in sich.
Yamaha präsentiert erstes V4-Motorrad für MotoGP-Saison 2026
Wie beim Saisonfinale 2025 in Valencia offiziell bekanntgegeben, bestreitet Yamaha die Saison 2026 schließlich erstmals mit einem V4-Motorrad. Der Reihenvierzylinder ist nach mehr als zwei Jahrzehnten Geschichte. Gespannt wurde am Mittwochmorgen daher erwartet, wie die neue YZR-M1 aussehen würde. Wer auf eine komplett neue Lackierung gehofft hatte, wurde dabei aber enttäuscht. Das blau-schwarze Design gleicht weitestgehend jenem der letzten Jahre, einzig Front und Seite wurden mit weißen Akzenten leicht verändert. Dafür gibt es aber natürlich deutliche Unterschiede zwischen dem neuen V4-Motorrad und dem alten Bike mit Reihenmotor.
"Das ist ein völlig neues Motorrad, das uns 2026 mehr Potenzial bieten wird. Daher können wir es jetzt kaum noch abwarten, nächste Woche in Sepang loszulegen", unterstreicht Teamchef Paolo Pavesio, ohne genauer auf die Neuerungen der M1 eingehen zu wollen. Der Italiener zeigte sich überzeugt davon, auch mit Blick auf die neuen Regularien ab 2027 mit dem Wechsel des Motorenkonzepts die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Gleichzeitig warnte er vor zu hohen Erwartungen: "Wir werden noch Zeit brauchen, um das Motorrad vollständig zu verstehen. Aber ich bin sicher, dass wir das Potenzial im Verlauf der Saison freisetzen können. Ob schon im ersten Rennen oder erst nach der Saisonhalbzeit, das werden wir sehen."
Die bisherigen V4-Tests in Misano und Valencia sorgten jedenfalls für gemischte Gefühle. In welche Richtung es 2026 weitergehen wird, könnte sich kommende Woche beim Shakedown in Sepang (29. bis 31. Januar), an dem Yamaha als einziger verbliebener Hersteller in Concession-Rang D auch mit den Stammfahrern teilnehmen darf, zeigen. Die erste richtige Standortbestimmung wartet für Yamaha aber erst eine Woche später mit dem Sepang-Test (3. bis 5. Februar), an dem dann alle Stammfahrer der MotoGP-Saison 2026 teilnehmen und Marc Marquez und Co. für ernstzunehmende Referenzwerte sorgen werden.
Fabio Quartararo und Alex Rins fordern 2026 sichtbare Yamaha-Fortschritte
Genau hinschauen wird in Malaysia zweifelsfrei Fabio Quartararo. Der Vertrag des französischen Starfahrers läuft mit Saisonende 2026 aus, eine erneute Verlängerung scheint nur bei sichtlichen Verbesserungen gegenüber der Vorsaison realistisch. "Wir müssen in Sepang die richtige Richtung für die neue Saison finden und hoffentlich besser abschneiden als letztes Jahr. Ich erwarte, dass wir uns überall verbessern. Speziell beim Turning und der Motorenleistung, das sind die wichtigsten Aspekte", stellte er klar. Zumindest die Motivation scheint bei 'El Diablo' aber weiterhin hoch: "Das ist ein neues Projekt, das wir erst letztes Jahr gestartet haben. Es wird also ein langer Prozess werden, aber ich werde von Tag eins an pushen und versuchen, das Bestmögliche rauszuholen."
Vor einer ungewissen Zukunft steht derweil auch Alex Rins, allerdings aufgrund ganz anderer Vorzeichen. Noch immer unter den Folgen seiner schweren Beinverletzung aus dem Mugello-Sprint 2023 leidend, konnte der sechsmalige MotoGP-Rennsieger in seinen ersten beiden Yamaha-Jahren nur ganz selten überzeugen. 2025 sammelte er lediglich 68 Punkte und damit weniger als ein Drittel der Ausbeute von Quartararo. In der neuen Saison muss daher eine deutliche Leistungssteigerung her, sonst droht dem 30-Jährigen aus Barcelona das Aus - nicht nur bei Yamaha, sondern in der MotoGP im Allgemeinen.
Sorgen scheint sich Rins zum aktuellen Zeitpunkt aber (zumindest öffentlich) noch keine zu machen, der Fokus liegt erstmal auf dem V4-Motorrad. "Ich kann es nicht abwarten, wieder auf die Strecke zu gehen. Ich will die neue Maschine ausprobieren und herausfinden, wie gut sie funktioniert und wie viel Power sie hat", meint die Nummer 42. Alles weitere ergebe sich dann von selbst, denn gute Leistungen seien ohnehin die beste Eigenwerbung. Leicht wird das aber nicht, Rins weiß: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns."
Was traut ihr Yamaha in der neuen Saison mit dem V4-Motorrad zu? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Wie ihr Quartararo und Co. in Deutschland auch im kommenden Jahr im Free-TV verfolgen könnt, verraten wir euch derweil in diesem Artikel:



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