Die Hoffnung war groß. Nach Jahren des Mittelmaßes und der Misserfolge wollte Yamaha mit dem Wechsel vom Reihenvierzylinder auf den V4-Motor endlich wieder an die MotoGP-Spitze zurückkehren. Doch als Heilsbringer hat sich das neue Motorenkonzept der Japaner bislang nicht entpuppt, im Gegenteil. Nach vielversprechendem Grand-Prix-Debüt am Misano-Freitag kippte die Stimmung bei den Yamaha-Piloten schnell wieder ins Negative. Bei den weiteren Wildcard-Starts in Sepang und Valencia waren keine sichtlichen Fortschritte zu erkennen, weshalb Fans der Blauen für 2026 zuletzt nicht gerade optimistisch waren. Nach dem Valencia-Test scheint es jetzt aber aufwärts zu gehen.
Durchaus eine überraschende Botschaft, verlief der erste offizielle Testtag der neuen MotoGP-Saison doch überhaupt nicht nach Plan. Kühle Temperaturen und nasser Asphalt machten Streckenbetrieb am Vormittag unmöglich, verkürzten die Testfahrten auf knapp vier Stunden. "Wir konnten dadurch nicht viele Runden fahren und haben viel Zeit damit verbracht, das Setup zu verändern, weil uns immer noch eine Basis für dieses Motorrad fehlt", kommentierte Fabio Quartararo leicht genervt.
Yamaha-Piloten ackern im Valencia-Test: Jetzt auf richtigem Weg?
Der Starpilot Yamahas hätte verständlicherweise gerne mehr Zeit auf der Strecke verbracht, um sich dem "alten Gefühl für die Front" wieder anzunähern. Teamkollege Alex Rins entgegnete jedoch: "Wir haben nicht viele Runden abgespult, aber es war trotzdem ein produktiver Tag. Wir haben viele verschiedene Setups getestet und das erste war gut. Wir müssen die Traktion noch verbessern, aber Bremse und Kurveneingang haben sich gut angefühlt - besser als mit dem Reihenmotor." Leichte Fortschritte also, das sah auch Jack Miller so. Der Pramac-Pilot bilanzierte: "Es war ein guter Tag. Natürlich liegt noch viel Arbeit aus, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben jetzt ein paar klare Ideen, was das Setup angeht."
Außerdem erfreulich: Obwohl man bei Yamaha noch keinerlei Detailarbeit mit dem V4-Motorrad angehen konnte, sahen die Rundenzeiten im Valencia-Test schon recht ordentlich aus. Rins und Miller verloren - ohne eine 'Timeattack' gefahren zu sein - weniger als anderthalb Sekunden auf die Tagesbestzeit von Raul Fernandez und Quartararo schaffte es im finalen Klassement sogar auf 0,554 Sekunden an den Trackhouse-Piloten heran. "Dass Fabio nur eine halbe Sekunde weg ist, ist vielversprechend", unterstrich Miller und meinte selbstbewusst: "Das Potenzial ist also da. Wir fahren den Motor ja auch noch nicht am Anschlag, sondern noch schonend. Das ist also ein gutes Zeichen."

Die Stimmung im blauen Lager, sie erhellt sich also - und am Mittwoch könnte sie vielleicht sogar noch besser geworden sein. Als letzter verbliebener Hersteller in Rang D machte sich Yamaha nämlich die Concession-Vorteile zu Nutze und absolvierte auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia noch einen privaten Testtag. "Wir werden einige neue Teile evaluieren und verloren gegangene Testzeit wieder reinholen", kündigte Teammanager Massimo Meregalli an. Ein neues Chassis und einige Aero-Updates gäbe es unter anderem zu testen, so Rins und Quartararo. "Wir wollen mehr Potenzial finden", hielt Letzterer abschließend fest.
Yamaha-Boss warnt: Vielleicht erst in sechs Monaten echte MotoGP-Fortschritte
Ob das gelungen ist, ist bisher unbekannt. Yamaha ließ noch keine Informationen über den Privattest am Mittwoch an die Öffentlichkeit dringen. Ob man weitere Fortschritte oder vielleicht doch wieder Rückschritte gemacht hat, wird sich also wohl erst beim Shakedown in Sepang (29. bis 31. Januar 2026) zeigen. Erwarten sollte man trotz des leicht positiven Trends vom Dienstag aber wohl nicht allzu viel. "Es wird eine lange Saison, eine Saison der Entwicklung", warnte Meregalli. Mit sichtbaren Erfolgen rechnet der Yamaha-Teammanager erst Richtung Sommer: "Wir haben den V4 vielleicht früher als ursprünglich gedacht auf die Strecke bekommen, aber es gibt noch so viele Unbekannte zu entdecken und noch so viel zu entwickeln. Ich hoffe, dass wir in sechs Monaten einige große Schritte gemacht haben."
Schon deutlich weiter im Plan für 2026 ist Aprilia. Der Hersteller aus Noale hatte im Valencia-Test eine geheimnisvolle Aero-Lösung dabei. Ein Gamechanger im angepeilten Titelkampf mit Ducati und Marc Marquez? Hier gibt's alle Infos:



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