Zum zweiten Mal in der Saison 2025 wird die MotoGP gebannt auf eine Garage blicken, die mit der Spitze nichts zu tun hat. In der Hitze von Malaysia setzt Augusto Fernandez dem V4-Motor von Yamaha einem Härtetest aus. Während der Wildcard-Pilot und seine Fahrerkollegen gespannt auf die nächste Entwicklung des neuen Aggregats blicken, ist einer wieder einmal pessimistisch und macht Druck.
Rins und Miller gespannt auf den V4-Motor: Werde hinter ihm herfahren!
"Nur eines? Alle Augen sind auf ihm. Wir blicken zu Augusto, als wäre er ein Gott", scherzte Alex Rins auf die Frage, ob er den Malaysia GP mit einem Auge auf der Box seines Testfahrerkollegen bestreiten würde. Auch Jack Miller äußerte Vorfreude: "Natürlich! Das wird sehr interessant, das neue Motorrad zu beobachten. Sie hatten jetzt ein bisschen mehr Zeit [seit Misano, Anm. d. Red.], um weitere Tests zu fahren und neue Entwicklungen zu bringen. Ich bin also wirklich gespannt, den V4 wieder in Aktion zu sehen."

Das geht sogar so weit, dass es auch auf der Strecke zur Beobachtung kommen wird. "Hier werden wir den Unterschied [zum aktuellen Reihenmotor, Anm. d. Red] sehen. Auf den langen Geraden hier werden wir realistischer einschätzen können, wo das Motorrad steht. Manchmal werde ich also versuchen, hinter ihm herzufahren", kündigte Rins seine eigene Analyse an.
Fabio Quartararo macht Druck: Will jetzt siegfähiges MotoGP-Motorrad!
Doch angesichts des erhofften Fortschritts auf den Geraden müssen wir den Spanier bereits enttäuschen. Augusto Fernandez dämpfte die Erwartungen: "In Sachen Rundenzeit wird es schwierig werden, denn der Motor ist immer noch nicht voll aufgedreht. Das ist Absicht, denn die Japaner wollen den Motor weiterhin im Sicherheitsmodus fahren. Das ist hier natürlich nicht ideal hin zu Kurve 4 und auf den Hauptgeraden." Daher verlangt die Bewertung eine selektive Wahrnehmung: "Das wird also schwer, dementsprechend müssen wir uns zu 100 Prozent auf die Erkenntnisse aus dem [kurvigen] Mittelteil der Strecke konzentrieren. Ob ich da jemandem folgen kann."

Einem schmeckt diese Aussicht nicht. "Ich brauche ein schnelles Motorrad. Ich muss spüren, dass dieses Bike in jeder Session, jedem Sprint und jedem Grand Prix in der Lage ist, um die Top 3 oder die Top 5 zu kämpfen. Das ist meine Erwartungshaltung", macht Starpilot Fabio Quartararo Druck. Dass Yamaha mit dem neuen Motor immer noch so vorsichtig agiert, lässt die Erwartungen nicht gerade höher werden. In seiner Forderung nach konkurrenzfähigem Material bleibt 'El Diablo' trotz der großen technischen Herausforderung einer Neuentwicklung hart: "Natürlich ist das schwierig zu erreichen, aber das brauche ich. Ich habe nun viele Jahre mit Problemen erlebt, ich möchte jetzt ein siegfähiges Motorrad."
Augusto Fernandez versteht Quartararo, aber: Yamahas V4 ist noch nicht bereit!
Fernandez reagierte darauf mit Verständnis, blieb aber dennoch bei einer realistischen Haltung zum Entwicklungsstand: "Du musst akzeptieren, dass es noch nicht bereit ist und dich rein auf das Fahrgefühl konzentrieren. Das ist ein Motorrad, das sich noch in der Entwicklung befindet. Natürlich ist es noch nicht bereit, daher kann ich zu 100 Prozent Fabios Gedanken nachvollziehen. Er ist ein Siegfahrer, er muss gewinnen. Wir müssen ihm das Motorrad dafür geben und vielleicht hat er erwartet, dass es bereits fertig sei. Wir wissen aber, dass das nicht der Fall ist."
Und so stellt sich die Frage, ab wann damit gerechnet werden kann? Eines scheint klar: Es ist mittlerweile sehr sicher von einem Renneinsatz der Stammfahrer in der kommenden Saison auszugehen, auch wenn Fernandez die direkte Antwort auf die endgültige Entscheidung beim Motor erneut umschifft: "Das weiß ich ehrlicherweise nicht, was ich aber weiß ist, dass ich den Reihenmotor nicht mehr testen werde. Alles ist auf den V4 konzentriert, um diesen zum Laufen zu bringen."
V4-Motorrad bis zum Sepang-Test gut genug? Quartararo: Will lieber nicht antworten!
Testfahrten sind das richtige Stichwort. "Für mich wird das wichtigste der Valencia-Test. Da kannst du noch Dinge ausprobieren, denn von November bis Februar geht das nicht", meint Quartararo. Beim Saisonfinale in Valencia wird Fernandez die letzte Wildcard mit dem V4 fahren, das bestätigte er am Donnerstag in Malaysia. Danach steht das Motorrad den Stammpiloten beim Test am Dienstag zur Verfügung. So wurde bereits in Misano verfahren. Schon damals war Quartararo alles andere als begeistert. Mehr dazu in unserem letzten Video zur Thematik:
Der Druck auf die Arbeit bei diesen Tests und auf die Weiterentwicklung im Winter ist gewaltig. 'El Diablo' zieht die Daumenschrauben an: "Natürlich wird das Motorrad in Valencia noch nicht bereit sein, aber wenn wir hier wieder im Februar sind, dann wird es beinahe jenes sein, mit dem wir Rennen fahren werden. Ich möchte also beim Sepang-Test das haben, was ich möchte." Damit verriet der Franzose, dass auch er von einem Rennstart des V4-Motors in der kommenden Saison ausgeht. Doch ob dieses Motorrad dann auch seinen sportlichen Ansprüchen genügt? Seine Reaktion spricht Bände: "Ich möchte diese Frage lieber nicht beantworten, damit ich nicht in Schwierigkeiten gerate."
Wie ihr den zweiten Einsatz des V4-Motors von Yamaha verfolgen könnte, erfahrt ihr hier:



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