Dass Francesco Bagnaia über seine Ducati rätselt und von einem Krisen-Wochenende ins nächste schlittert, ist nun wirklich nichts mehr Neues im MotoGP-Paddock. Doch nun droht sich seine Seuche auf andere Desmosedici-Piloten zu verbreiten. Zumindest einer ist bereits ähnlich ratlos.
Francesco Bagnaia gewarnt: Es fängt jetzt auch bei Morbidelli an!
"Zu Beginn der Saison war ich der Einzige mit diesen Problemen, aber jetzt fängt es auch bei Franky Morbidelli mit den gleichen Dingen an. Wir müssen die Gründe verstehen lernen. Wenn das jetzt bei weiteren Fahrern auftritt, dann wird das zum Problem für Ducati", schlug Bagnaia vor dem Malaysia-GP Alarm.
Tatsächlich ging unter den Schlagzeilen der letzten beiden Rennen (Marquez-Verletzung, Premieren-Siege von Aldeguer und Fernandez sowie Bagnaias erneute Debakel) etwas unter, dass auch Franco Morbidelli in ein tiefes Loch gefallen ist. Zuletzt auf Phillip Island gab es gar nur einen Punkt für den VR46-Piloten. Auf einer Ducati indiskutabel.
Franco Morbidelli bestreitet dauerhafte MotoGP-Krise: Australien schwerstes Wochenende des Jahres
"Wir sind sehr motiviert, hierherzukommen und Leistung zu zeigen, nachdem das letzte Wochenende schwierig war. Ich glaube und hoffe, dass es das schwierigste Wochenende des Jahres für uns bleiben wird. Wir sind also hochmotiviert, wieder zu unserer üblichen Pace zurückzufinden", gab sich 'Franky' am Donnerstag vor dem Rennen in Sepang zunächst einmal optimistisch. Als die anwesenden Journalisten, inklusive Motorsport-Magazin.com , dann angesichts Bagnaias Andeutungen weiter nachbohrten, kamen uns die Antworten leider sehr bekannt vor.

"Nein, ich habe keine Ahnung", meinte der Italiener zunächst, ob er den Grund für sein Formtief kenne. Von einer dauerhaften Krise wie bei seinem VR46-Academy-Kollegen Bagnaia wollte er aber nichts wissen: "Ich kenne seine Kommentare zum Motorrad. In Mandalika und in Australien waren unsere Probleme recht ähnlich, aber generell gilt das nicht."
Spezielle Strecken an Formtief schuld? Francesco Bagnaia behauptet ähnliches...
"In Australien war das Hauptproblem die Stabilität des Motorrads. Ich fand nie ein stabiles Setup, mit dem ich so in die Kurven hineinfahren konnte, wie ich das möchte", beschrieb Morbidelli fast 1:1, wie es Bagnaia seit Monaten äußert. Der Römer vermutet äußere Faktoren: "So schlimm [wie bei Bagnaia, Anm. d. Red.] waren meine Schwierigkeiten nie. Okay, wir taten uns in Mandalika schwer, aber da waren die Reifen [eine extraharte Mischung von Michelin, Anm. d. Red.] anders. Das waren schon zwei sehr spezielle Strecken. In Australien kann es sehr ungemütlich werden, wenn du nicht das richtige Gefühl aufbaust. Das war bei uns der Fall."
Eine ähnliche Argumentation führte aber auch 'Pecco' an: "Auf Phillip Island helfen die Bedingungen [Kälte und starker Wind, Anm. d. Red.] nicht und in Mandalika steigert sich der Grip im Verlauf des Wochenendes gewaltig." Dementsprechend hofft er nun mit dem Sepang International Circuit auf den Vorteil der dank Tests meistbefahrenen Strecke im Kalender. "Bei den Testfahrten hier war ich sehr konkurrenzfähig, ich beendete sie auf Rang zwei", erinnert er sich.

Hoffnung auf Rennen in Sepang: Auf bekanntem Terrain zu alter Stärke?
Also einfach zurück zum damaligen Setup? "Mehr oder weniger. Ich möchte in unserer Situation aber nicht zu gierig werden. Wir sollten die Dinge mit mehr Gelassenheit angehen. Wir werden Session für Session sehen, ob wir uns verbessern können. Auf Strecken wie diesen, die gut für uns funktionieren, gibt es größeren Spielraum, Dinge auszuprobieren", gibt Bagnaia an. Auch Morbidelli setzt darauf, dass mit einer 'normalen' Strecke nun auch wieder Normalität bei den Ergebnissen eingekehrt. Völlige Überzeugung klingt aber anders: "Das hoffe ich, aber ich weiß es nicht. Da kannst du dir nie sicher sein."
Während Bagnaia und Morbidelli ein eigentlich gutes Motorrad wieder in den Griff bekommen müssen, geht es bei Yamaha um eine technische Revolution. Fabio Quartararo scheint bei der Entwicklung des V4-Motors aber langsam die Geduld zu verlieren:



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