Nachdem sich Marc Marquez vor dreieinhalb Wochen zum neuen MotoGP-Weltmeister krönte, rätselte die gesamte Motorradwelt: Wie viele Rekorde würde der 32-Jährige aus Cervera in den restlichen fünf Grands Prix der Saison 2025 noch brechen können? Nun haben wir die Antwort: Gar keine! Denn wie Arbeitgeber Ducati am Donnerstag vor dem Malaysia-GP verkündete, ist die MotoGP-Saison für Marquez bereits jetzt gelaufen.

Ausschlaggebend ist natürlich jene Verletzung, die sich Marquez bei einer Kollision mit Marco Bezzecchi im Indonesien-GP zugezogen hatte. Während der Sturz an sich glimpflich ausging, wurde der spanische Superstar bei der Ankunft im Kiesbett heftig durchgeschüttelt und landete dabei so unglücklich auf der rechten Schulter, dass er sich eine Bänderverletzung und auch eine Fraktur am Rabenschnabelfortsatz zuzog. Inzwischen auch erfolgreich operiert, hatte Marquez zuletzt schon das Wochenende auf Phillip Island verpasst und auch für Sepang und Portimao musste er bereits absagen.

Marc Marquez braucht OP: Folgen bis zur MotoGP-Saison 2026! (06:34 Min.)

Marc Marquez außer Gefecht: Arm muss vier Wochen vollständig ruhen!

Ducati selbst hatte bis zuletzt aber auf eine Rückkehr in Valencia gehofft. Primär, weil direkt im Anschluss an den Valencia-GP (14. - 16.11.) am Dienstag (18.11.) bereits der erste Testtag für die Saison 2026 stattfindet. Doch auch dort wird Marquez nun fehlen, das ist das Resultat weiterer medizinischer Untersuchungen in Madrid. "Das medizinische Team, das seine Genesung überwacht, hat bestätigt, dass die klinische Entwicklung der Coracoidfraktur und der Bänderverletzung positiv ist und normal verläuft. Marc muss jedoch vier Wochen lang den Arm vollständig ruhigstellen, bevor er mit der Rehabilitation beginnen kann, sodass eine Rückkehr zum Wettkampf in diesem Jahr nicht in Frage kommt", schreibt Ducati in der Pressemitteilung.

"Seit wir die genaue Verletzungsdiagnose erhalten hatten, war uns klar, dass die Chancen, Marc beim Grand Prix und beim Test in Valencia dabei zu haben, sehr gering sein würden", meint Ducati-Teamchef Gigi Dall'Igna. Der Ausfall schmerze sehr, sei aber die richtige Entscheidung: "Es wäre für uns sehr wichtig gewesen, ihn auf der Strecke zu haben, aber wir wissen ganz genau, dass die Priorität darauf liegen muss, sich zu erholen und für die nächste Saison wieder 100 Prozent fit zu sein. Wir unterstützen diese Entscheidung voll und ganz und sind überzeugt, dass es für alle das Beste ist, keine weiteren Risiken einzugehen. Wir wünschen ihm eine schnelle Genesung und hoffen, ihn bald wieder bei uns zu sehen."

Ducati lässt MotoGP-Ersatz noch offen: Chance für Nicolo Bulega?

Marquez selbst ließ sich wie folgt zitieren: "Nach Analyse der gesamten Situation sind wir der Meinung, dass es am sinnvollsten, klügsten und konsequentesten ist, den biologischen Heilungsprozess der Verletzung zu respektieren, auch wenn das bedeutet, dass ich in dieser Saison nicht mehr an Rennen und auch nicht an den Testfahrten teilnehmen kann. Wir wissen, dass uns ein schwieriger Winter mit viel Arbeit bevorsteht, um meine Muskeln wieder zu 100 Prozent aufzubauen und für 2026 bereit zu sein. Aber das darf nicht das große Ziel überschatten oder in Vergessenheit geraten lassen, das wir dieses Jahr erreicht haben: erneut Weltmeister zu werden. Bald werden wir alle gemeinsam feiern! Vielen Dank an alle Fans für die freundlichen Nachrichten, an Ducati und alle Sponsoren für ihre Unterstützung und ihr Verständnis." Wer Marquez in Portimao und Valencia ersetzen wird, wolle Ducati erst in den kommenden Wochen verraten. Die Wahl dürfte jedoch auf Superbike-Star Nicolo Bulega fallen. Mehr dazu hier: