Audi verpasste in Monaco vor wenigen Tagen eine Großchance auf weitere Formel-1-Punkte. Nico Hülkenberg kassierte nach dem Finish eine Strafe, die das Team den neunten Platz kostete. In Spanien jagen die Ingolstädter deshalb weiterhin ihr erstes zählbares Resultat seit dem Saisonauftakt vor einem Vierteljahr. Hülkenberg hat das Monaco-Chaos mittlerweile aufgearbeitet. Taktisches Fahren von George Russell als Ursache für chaotischen Restart und Kollision. Stewards zu seinem Nachteil diesmal besonders forsch.

"Mir kam es ein wenig komisch vor, dass sofort die Strafe ausgegeben wurde und das nicht hinterher untersucht wurde, sodass wir hingehen müssen und uns den Stewards erklären können, wie das normal läuft. Das war für uns etwas enttäuschend", sagt der Emmericher in Barcelona gegenüber Motorsport-Magazin.com. Beim Restart in Runde 70 von 78, hatte er sich von der 13. auf die zehnte Position verbessert. Dabei geriet er in der Hotel-Hairpin mit Carlos Sainz aneinander, was für den Spanier das Aus bedeutete. Die 10-Sekunden-Strafe dafür wurde noch während des Rennens ausgesprochen und nach der Zieldurchfahrt gleich auf die Rennzeit addiert.

Unmittelbar nach dem Rennen sprach Hülkenberg von einem regelrechten Gemetzel und zeigte sich mit der Strafe nicht ganz einverstanden. Auch nach eingehender Analyse sieht er nicht, wie er die Szene hätte verhindern sollen. "Ich habe mir das Replay angeschaut. Das beginnt für mich alles damit, dass George das gesamte Feld ausbremst, um einen Gap zu bekommen, wegen seiner Strafe", sagt er mit Verweis auf George Russell, dem eine Durchfahrtsstrafe anhaftete.

Inmitten des Schacherns um Positionen, fand er sich völlig unverhofft innen neben Sainz wieder. "Ich schaue links und rechts und muss dann auf einmal Esteban [Ocon] ausweichen. So kam ich da innen überhaupt erst hin. Und hier denke ich auch, wenn Carlos da außen ist, weiß er, dass wir alle aufeinanderhängen. Er hätte sich davor auch bewahren können, wenn er einfach außen geblieben wäre", sagt der 38-Jährige, der es letztendlich als Rennzwischenfall sieht. "Ein Auto blockiert zehn andere, dann wird es eng und dann passieren diese Dinge, besonders in Runde eins in Monaco."

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Nico Hülkenberg kritisiert taktisches Blockieren in Monaco

Ebenfalls wieder an der Monaco-Tagesordnung war das taktische Fahren unter Teamkollegen, um für den jeweils anderen Fahrer des Teams einen Gap für den Boxenstopp zu erzwingen. So hielten sich Carlos Sainz und Alex Albon bei Williams über weite Strecken gegenseitig den Rücken frei, indem ein Fahrer für den anderen sämtliche Verfolger aufhielt, damit der Stallgefährte nach dem Pitstop vor der Gruppe auf die Strecke kam.

"Wir hingen leider hinter den beiden Williams fest, die einfach ihr Ding gemacht haben", verweist Hülkenberg als unmittelbar Betroffener auf die Methoden, die seiner Ansicht nach verfolgt werden sollten. "Ich denke, was Monaco angeht, sollte die FIA für die Zukunft mit irgendeiner Regel reagieren, in Bezug auf diese Blockade-Taktiken. Es sollte nicht mehr erlaubt sein, weil das nervt einfach nur. Es ist unsportlich. Am Sonntag jetzt war dagegen natürlich nichts einzuwenden, und jedes andere Team hätte das genauso gemacht. Aber in Zukunft sollten wir das wenn möglich unterbinden."

Audi ohne Upgrades beim Formel-1-Rennen in Spanien

Traditionell galt das Rennen in Spanien als Upgrade-Spektakel, denn die Teams brachten in Barcelona für die bevorstehende Europasaison die ersten größeren Weiterentwicklungen. Mittlerweile hat sich das geändert. "Wir bringen kein Upgrade-Paket hierher", sagt Gabriel Bortoleto vor dem siebten Rennwochenende des Jahres. Mitte Januar hatte Audi mit dem R26 auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya den Rollout absolviert. Wenig später folgten die ersten Testtage an Ort und Stelle.

"Es war im Januar ziemlich kalt, und wir kamen mit einem in der Entwicklung sehr, sehr frühen Auto hierher, was die Aerodynamik angeht. Das lässt sich eigentlich auch nicht vergleichen", so Hülkenberg mit Blick auf etwaige Referenzwerte. Im FP1 muss er sein Auto ohnehin an Freitagsfahrer Paul Aron abgeben, dem im Zuge der Rookie-Regelung eine Session zuteil wird.

In den vergangenen Jahren war das mit der ausgereiften Technologie der Autos für die Fahrer selten ein Problem. Die Generation 2026 ist noch nicht ausgereift, dennoch bleibt Hülkenberg entspannt: "Das wird schon klappen. Ich verfolge das FP1 sehr genau und sehe in den Daten, was passiert und verarbeite das und setze es dann im zweiten Training um. Ich denke nicht, dass ich mir da mehr Stress machen muss, als letztes Jahr."

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