Nach 24 Jahren schickte Yamaha mit Saisonende 2025 seinen MotoGP-Reihenvierzylinder in Rente. Die Zukunft in Iwata heißt V4. 2026 nimmt man bereits mit dem neuen Konzept in Angriff, das dann auch unter dem neuen Reglement mit 850 statt 1000ccm ab 2027 zum Einsatz kommen wird. Für Yamaha bedeutet der volle Fokus auf den V-Motor eine Erleichterung im Arbeitsablauf.

Yamaha 2026: Basis schaffen und erste Früchte ernten

"2025 war durch die parallele Entwicklung von zwei Plattformen ein sehr forderndes Jahr. 2026 können wir uns jetzt endlich voll auf den neuen V4 konzentrieren", erklärte Technikchef Takahiro Sumi am Mittwoch im Rahmen der Teampräsentation in Jakarta. Motorsportchef Paolo Pavesio denkt bereits einen Schritt weiter: "2025 haben wir das Fundament geschaffen und 2026 geht es darum, die Basis für das völlig neue Reglement 2027 herzustellen. Natürlich wollen wir aber schon in diesem Jahr erste Früchte unserer Arbeit sehen."

Einen Zeitrahmen, wann genau diese Früchte geerntet werden können, will man bei Yamaha aber noch nicht ausgeben. "Wir sehen die Saison in Zwei teilen", skizziert Team-Manager Massimo Meregalli. "Im ersten Teil geht es darum, sich an das neue Motorrad zu gewöhnen - das wird ein Lernprozess. In der zweiten Hälfte gehen wir davon aus, dass Fabio und Alex ihre Resultate stetig verbessern werden."

Yamaha-Boss warnt: Keine Magie in der MotoGP

Das sieht auch Motorsportchef Pavesio so: "Es gibt in der MotoGP keine Magie. Es ist ein mechanischer Sport und in dem muss man akzeptieren, dass es ein langer Weg zurück an die Spitze ist. Das haben wir 2025 gemacht und uns auf die Suche nach mehr Speed und mehr Performance gemacht." In manchen Bereichen sei das bereits gelungen, in anderen noch nicht. "Über eine Runde haben wir etwas gefunden. Wir haben fünf Pole Positions geholt und sind zehn Mal in Reihe eins gestanden. Uns hat es aber an Speed und Konstanz im Rennen gefehlt. Ich glaube, dass unser diesjähriges Paket hier mehr Potenzial hat."

Takahiro Sumi erklärt, wie dieses größere Potenzial auf technischer Ebene zustande kommen soll: "Wir wollen ein größeres Arbeitsfenster schaffen. In einigen Bereichen wie der Stabilität beim Anbremsen und Beschleunigen sind uns schon gute Fortschritte gelungen, in anderen Bereichen sind wir aber noch nicht auf dem Niveau des Reihenvierzylinder. Das dort gewonnene Wissen und diese Erfahrung versuchen wir nun in die neue Architektur zu integrieren." Geht es nach Paolo Pavesio, soll das vor allem im Wettkampf gelingen: "Wir erwarten, dass wir im Rennbetrieb schnell lernen werden und so im Laufe der Saison einen zunehmenden Aufwärtstrend erreichen."

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Bevor dieser Rennbetrieb von 27. Februar bis 1. März mit dem Thailand-Grand-Prix beginnt, stehen aber noch die MotoGP-Testfahrten in Sepang (3.-5. Februar) und Buriram (21.-22. Februar) an. Als mittlerweile einziger verbliebener Hersteller in Concession-Rang D darf Yamaha mit seinen Stammfahrern außerdem am dreitägigen Shakedown in Sepang (29.-31.1.), der ansonsten nur für Testfahrer und Rookies reserviert ist, teilnehmen.

Drei zusätzliche Tage in Malaysia, die Yamaha gerade recht kommen. "Vor uns liegt viel Arbeit", weiß Massimo Meregalli. "Wir haben bereits unser Testprogramm für Sepang fixiert und die Liste ist sehr lang."

Mit dabei in Sepang wird natürlich auch Yamahas spannender Neuzugang im Pramac-Kundenteam sein: Toprak Razgatlioglu. Was der Superbike-Weltmeister in der MotoGP vor hat, erfahrt ihr hier: