Thomas Preining (Manthey-Porsche) hat den turbulenten DTM-Saisonauftakt am Red Bull Ring gewonnen. Der Österreicher setzte sich nach drei Safety-Car-Phasen vor heimischer Kulisse bei schönstem Sommerwetter durch. Landsmann Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) und Pole-Setter Maro Engel (Winward-Mercedes) komplettierten das Podium auf den Plätzen zwei und drei.

Der von Platz drei gestartete Preining legte den Grundstein für seinen neunten DTM-Rennsieg während der Boxenstopp-Phase zur Rennmitte. Er führte seinen Manthey-Porsche in der 16. Runde zum Reifenwechsel an die Box, während es zwei Runden später beim zu diesem Zeitpunkt Führenden Engel klemmte. Preining profitierte vom perfekt ausgeführten Stopp seiner Crew, übernahm die Spitze und blickte nie mehr zurück.

Safety Car verhindert Lucas Auers Aufholjagd

Der amtierende DTM-Vizemeister Auer nahm in der Schlussphase die Verfolgung auf und hing seinem Landsmann dicht im Porsche-Heck. Einen möglichen Angriff von Auer verhinderte allerdings die dritte Safety-Car-Phase im Rennen, ausgelöst vom ausgerollten DTM-Rückkehrer Kelvin van der Linde (Schubert-BMW), in der vorletzten Runde.

Für das erste Safety Car der Saison hatte der von P2 gestartete Ben Dörr (Dörr-McLaren) gesorgt, nachdem er früh von DTM-Rookie Bastian Buus (Land-Porsche) in die Streckenbegrenzung befördert worden war. Ein weiteres Mal musste das einstündige Rennen wegen des am Streckenrand stehengebliebenen Aston Martin von Nicolas Baert neutralisiert werden.

Platz zwei weg: Gounon bleibt der DTM-Pechvogel

Der von P4 losgefahrene Auer dürfte sich über den zweiten Platz aber nicht beschweren: Die Position erbte er erst drei Minuten vor Schluss von seinem Markenkollegen Jules Gounon (Winward-Mercedes), der wegen eines Reifenschadens ausfiel. Der schnelle Franzose bleibt auch saisonübergreifend einer der größten Pechvögel in der Startaufstellung.

Gounon war der einzige Mercedes-Fahrer, der es nicht in die Top-5 schaffte: Hinter dem Viertplatzierten Bastian Buus (Land-Porsche, von P5 gestartet) landete Tom Kalender an fünfter Stelle. Der Landgraf-Mercedes-Youngster setzte sich in den letzten Runden innerhalb kurzer Zeit gegen beide Schubert-BMW durch und verbesserte sich im Verlauf des Rennens um fünf Positionen. Damit landeten nur Porsche und Mercedes-AMG in den Top-5 des Klassements.

Marco Wittmann (Schubert-BMW) belegte den sechsten Platz nach Start von P15. Die Aufholjagd des zweifachen DTM-Champions war nicht ohne: Zwischenzeitlich geriet er mit Teamkollege van der Linde aneinander, Kontakt inklusive!

Timo Glock droht Strafe nach Strafe

Timo Glock (Dörr-McLaren) überquerte die Ziellinie als Siebter, stand nach dem Rennende aber unter Beobachtung der Rennleitung wegen einer möglicherweise nicht korrekt ausgeführten Penalty Lap (UPDATE: Keine weitere Strafe). Die hatte der frühere Formel-1-Fahrer wegen durchdrehender Räder beim Boxenstopp kassiert. Ohne dieses Problem wäre Glock (von P9 gestartet) womöglich sogar der sechste Platz sicher gewesen.

Arjun Maini (HRT-Ford), DTM-Neueinsteiger Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) und Manthey-Neuzugang Ricardo Feller komplettierten die Top-10. Ein desaströses Rennen erlebten die Teams Abt Sportsline und GRT mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3: Die vier Piloten fuhren fast durchgängig am Ende des Feldes und landeten schließlich auch dort: Mirko Bortolotti auf P13, dahinter Luca Engstler, Maximilian Paul und Marco Mapelli auf den Plätzen 15 bis 17.

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DTM Red Bull Ring: So lief das Rennen am Samstag

Der Start: Pole-Setter Maro Engel verteidigte die Führung den Berg hoch durch die ersten Kurven. Ben Dörr fiel von P2 bis auf den vierten Platz hinter Thomas Preining und Lucas Auer zurück. McLaren-Pilot Dörr verunfallte wenig später ausgangs der ersten Kurve nach einem leichten Kontakt mit Bastian Buus, verlor die Kontrolle übers Auto und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Der Crash löste die erste Safety-Car-Phase der neuen Saison aus. Der von P7 gestartete Ricardo Feller hatte kurz zuvor eine Penalty Lap wegen eines Frühstarts kassiert. Zu den Gewinnern der Startphase zählte Marco Wittmann, der sich von der 15. bis auf die zehnte Position verbesserte. Der BMW-Star fuhr direkt hinter seinem Schubert-Teamkollegen Kelvin van der Linde.

Re-Start zur 5. Runde: Engel blieb locker in Führung, dahinter die beiden Österreicher Preining und Auer. Der Mercedes-Fahrer griff Preinings Grello beherzt an, kam aber nicht vorbei. Hinter dem Duo lauerten Jules Gounon, Bastian Buus, Matteo Cairoli und Timo Glock auf den weiteren Plätzen. In den folgenden Runden beruhigte sich das Feld erst einmal.

Die erste Rennhälfte: DTM-Rookie Cairoli versuchte in Runde 10 einen Angriff auf den Sechstplatzierten Glock, verschätzte sich aber komplett und fiel bis auf P9 hinter die beiden Schubert-BMW zurück. Heikel: Wenig später kam es zu einer leichten Berührung wegen den Teamkollegen van der Linde und Wittmann, die Zweitgenannter auch sofort via Teamfunk monierte.

In Runde 13 öffnete sich das Pflichtboxenstopp-Fenster. Timo Glock von P6, Finn Wiebelhaus, Ricardo Feller und Luca Engstler bogen als erste Fahrer sofort in die Boxengasse ab. Wittmann, Cairoli und Nicolas Baert folgten einen Umlauf später zum Reifenwechsel. Wenig später kassierte Thierry Vermeulen eine Penalty Lap, weil er in der Pitlane zu dicht neben Vordermann Arjun Maini fuhr.

Thomas Preining legte in Runde 16 von Platz zwei seinen Pflicht-Reifenwechsel ein. Spitzenreiter Engel reagierte nicht sofort und blieb zunächst auf der Strecke. Der AMG-Fahrer kam schließlich in Runde 18 rein, doch beim Reifenwechsel klemmte es hinten links, wodurch sein Stopp vier Sekunden langsamer war als der von Preining. Engel musste nicht nur die Führung an Preining abgeben, sondern fiel auch noch hinter Teamkollege Jules Gounon (wärmere Reifen) auf P3 zurück.

Der weitere Rennverlauf: Auer legte seinen Stopp als vorletzter Fahrer ein. Der Reifenwechsel dauerte auch gut eine Sekunde länger als er dauern sollte. Auer reihte sich nach der Boxenausfahrt an dritter Stelle hinter Preining und Gounon ein. Mit seinem blauen Landgraf-Mercedes musste sich Auer gegen Hintermann Engel zur Wehr setzen und behielt im sauberen Zweikampf die Nase vorne. In Runde 22 rollte Nicolas Baert mit seinem Aston Martin neben der Strecke aus, sorgte damit zunächst für gelbe Flaggen - und wenig später die zweite Safety-Car-Phase des Rennens.

Re-Start zur 25. Runde: Spitzenreiter Preining kam gut vom Fleck und behauptete die Führung vor den drei Mercedes-AMG GT3 von Gounon, Auer und Engel. Wenig später bittere Nachricht für Timo Glock, der zu diesem Zeitpunkt auf P6 lag: Penalty Lap, weil während seines Boxenstopps die Räder durchgedreht hatten. Der Dörr-Pilot fiel bis auf P10 zurück. In der Zwischenzeit kassierte Tom Kalender beide Schubert-BMW und verbesserte sich auf P6.

Drama in Runde 34, knapp drei Minuten vor dem Ende! Plötzlich ein Reifenschaden hinten rechts bei Jules Gounon! Feierabend für den Mercedes-Mamba-Piloten, der den zweiten Platz an Auer übergeben musste. In der vorletzten Runde rollte van der Linde mit seinem BMW auf der Strecke aus - Safety Car und damit das effektive Ende des Rennens.