Maverick Vinales darf noch nicht, Ersatzmann Pol Espargaro kann nicht: Das Tech3-Team muss am kommenden Wochenende nur mit Enea Bastianini auskommen. Und doch darf sich die MotoGP in Jerez (24. bis 26. April) über ein prall gefülltes Starterfeld freuen. Gleich 23 Fahrer werden - ohne weitere verletzungsbedingte Ausfälle - am Sonntag in das vierte Rennen der Saison 2026 gehen. Zwei Hersteller haben für den Spanien-Grand-Prix nämlich die ersten Wildcards des Jahres angemeldet.

Einerseits handelt es sich dabei um Yamaha, die ihren Testfahrer Augusto Fernandez vor heimischem Publikum antreten lassen werden. Der 28-Jährige aus Madrid wird sich ob der aktuellen Krise im Yamaha-Lager wohl keine allzu großen Hoffnungen auf ein gutes Resultat machen, und dennoch dürfte er so einige Blicken auf sich ziehen.

Augusto Fernandez fuhr letztmals in Sepang ein MotoGP-Bike, Foto: IMAGO / PsnewZ
Augusto Fernandez fuhr letztmals in Sepang ein MotoGP-Bike, Foto: IMAGO / PsnewZ

Yamaha mit Augusto Fernandez: Neues V4-Motorrad in Jerez im Einsatz?

Warum? Ganz einfach: Nach dem Spanien-GP wartet am Montag (27. April) der Jerez-Test. Dann dürfen alle elf MotoGP-Teams acht Stunden lang in einem offiziellen Rahmen testen. Die perfekte Gelegenheit also, um größere Updates für die nachfolgenden Rennen auszuprobieren. Gut möglich daher, dass Yamaha mit Fernandez im Spanien-GP eine neue Version des V4-Motorrads ausprobieren wird, welches anschließend im Jerez-Test an die Stammfahrer weitergegeben werden könnte.

Läuft alles nach Plan, hätten Fabio Quartararo und Co. ab Le Mans (8. bis 10. Mai) dann bestenfalls ein leistungsverbessertes Motorrad zur Verfügung. Darüber hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte im MotoGP-Paddock gegeben, dass Yamaha für das Heimspiel von 'El Diablo' einen neuen Motor nachlegen könnte. Aber selbst wenn dem tatsächlich der Fall sein sollte: Um einen 'Gamechanger' wird es sich wohl nicht handeln. "Es müsste schon etwas sehr Großes sein, damit es vorwärts geht", hatte Quartararo zuletzt keinerlei Euphorie durchklingen lassen. Vielmehr ließ der Franzose tief blicken. Mehr dazu hier:

Angriff im MotoGP-Titelkampf: Aprilia schickt Lorenzo Savadori aus

Deutlich besser ist da die Stimmung im Aprilia-Lager. Marco Bezzecchi gewann die letzten fünf Grands Prix allesamt, gemeinsam mit Teamkollege Jorge Martin führt er die MotoGP-Weltmeisterschaft bereits recht komfortabel an. Und doch scheint Noale keinerlei Grund zu sehen, jetzt nachzulassen. Auch Lorenzo Savadori wird in Jerez mittels einer Wildcard an den Start gehen und Updates an der ohnehin schon so gut laufenden RS-GP ausprobieren.

Lorenzo Savadori testen in Jerez neue Aprilia-Updates, Foto: IMAGO / PRESSE SPORTS
Lorenzo Savadori testen in Jerez neue Aprilia-Updates, Foto: IMAGO / PRESSE SPORTS

"Wir werden am Wochenende einige neue Lösungen testen, um die RS-GP26 weiterzuentwickeln. Es wird wichtig sein, so viele Informationen wie möglich zu sammeln, damit die Änderungen für die Tests am Montag an den Motorrädern der beiden Werksfahrer vorgenommen werden können", lässt sich der Italiener in Aprilias Presseaussendung zitieren. In welchen Bereichen Veränderungen am Motorrad vorgenommen wurden, gab Noale jedoch nicht bekannt. Auch hier wird sich zu Beginn der Trainings am Freitag also ein Blick in die Garage der Wildcard-Mannschaft um Savadori lohnen. Wollt ihr das nicht verpassen, schaut doch gerne einmal in unserem Liveticker vorbei, den wir pünktlich zum Start der Trainings am Freitagmorgen beginnen werden.

Was die aktuelle Aprilia auch ohne weitere Updates schon so stark macht, verrät euch unser Experte Tom Lüthi in der neusten Ausgabe unseres Interwetten MotoGP-Magazins:

Bezzecchi unterschätzt? Lüthi: Vor ihm muss man den Hut ziehen! (24:10 Min.)

Ursprünglich hatte eigentlich auch Honda eine Wildcard in Jerez geplant. Diese scheint nur aber nicht durchgeführt werden zu können, da sich Aleix Espargaro vor Kurzem bei einem Sturz bei Testfahrten in Sepang schwerer verletzte. Ein Update zum Zustand des Katalonen oder eine Info, warum Takaaki Nakagami nicht ersatzweise einspringen könnte, gab es bislang nicht. Falls dies noch erfolgt, erfahrt ihr das auf unserer Webseite natürlich sofort. Was Espargaro genau widerfahren ist, könnt ihr derweil in diesem Artikel nachlesen: