Siebenmal sprintete die MotoGP vor diesem Samstag in der Saison 2026 bereits. Fast immer wurde den Fans dabei beste Unterhaltung geboten. Gleich zum Start in Buriram elektrisierte die Zweiradgemeinde etwa das Privatduell zwischen Marc Marquez und Pedro Acosta. In Austin bot dann Jorge Martin eine brillante Aufholjagd dank Reifenpoker, ehe sich in Jerez der Himmel öffnete für komplettes Chaos sorgte. In Barcelona verlor Acosta ein packendes Duell gegen Alex Marquez und in Mugello gelang zuletzt Raul Fernandez ein überraschender Erfolg. Selbst der Sprint in Goiania Mitte März war nicht von schlechten Eltern. Nur jener am Samstag in Ungarn verkam zur Schlaftablette.
Langweilige im Ungarn-Sprint: Kaum MotoGP-Überholmanöver zu sehen
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Es gab kaum Positionskämpfe und noch weniger Überholmanöver. Beginnend mit Runde zwei wurden die MotoGP-Fans am Balaton Park Zeuge von lediglich 23 Überholmanövern, wovon lediglich eines innerhalb der Top-Fünf stattfand und selbst dies war einzig einem Fahrfehler von Fermin Aldeguer zuzuschreiben. Wäre er in Kurve neun nicht beinahe gestürzt, wäre Raul Fernandez wohl nie an ihm vorbeigekommen.
MotoGP in Ungarn: Überholmanöver pro Runde im Sprint
| Runde | Anzahl Überholmanöver |
|---|---|
| 2 | Fünf |
| 3 | Drei |
| 4 | Zwei |
| 5 | Drei |
| 6 | - |
| 7 | Eins |
| 8 | Sechs |
| 9 | Eins |
| 10 | Eins |
| 11 | - |
| 12 | - |
| 13 | Eins |
Die Top-Drei blieben in Ungarn nach der Startphase sogar den gesamten Sprint über unverändert. Marc Marquez führte jede der 13 Runden vor Acosta und Bezzecchi an. Dabei handelt es sich wenig überraschend um ein Novum in der laufenden MotoGP-Saison. In jedem der vorangegangenen Sprints gab es Veränderungen auf den Podiumsplätzen, außer in Le Mans auch immer mindestens einen Führungswechsel. Nun gab es weder noch.
Risiko zu groß: Warum die MotoGP-Stars in Ungarn kaum überholen
Warum dem so ist? Es liegt in der Natur des engen und technischen Balaton Park Circuits. Die längste Gerade misst hier gerade einmal 665 Meter, Überholmanöver sind deshalb nur mit viel Risiko möglich. Oftmals lohnt es sich aber schlicht nicht, dieses Risiko einzugehen. "Es ist so leicht, hier einen Fehler zu machen und wenn dir einer passiert, dann verlierst du viel Zeit. Wenn du versuchst zu überholen, dann musst du deiner Sache sicher sein. Sonst ist es besser, einfach dahinter zu bleiben", kommentierte am Samstag etwa Jorge Martin, und zwar aus gutem Grund. Beim Versuch, Diogo Moreira zu überholen, überschoss er die Schikane aus Kurve neun und zehn. Daraufhin musste er deutlich vom Gas gehen, um keine Strafe für Abkürzen zu kassieren und verlor den Anschluss an die Top-Fünf.
Abschließend fanden die MotoGP-Piloten in diesem Jahr auch noch ausgerechnet an der besten Überholstelle in Kurve eins erschwerte Bedingungen vor. Dort wurde in den vergangenen Wochen neu asphaltiert, um einige Bodenwellen zu beseitigen. Das neue Asphaltband bietet jedoch nur wenig Grip, weshalb dort erhöhte Sturzgefahr besteht, wie Marc Marquez, Fabio Di Giannantonio oder Toprak Razgatlioglu im Qualifying am eigenen Leib erfahren mussten. "Ich denke, dass deshalb jeder heute besonders vorsichtig war, weil Kurve eins eben so schwierig war", kommentierte Acosta.
Welche Note von 1 bis 6 würdet ihr dem MotoGP-Sprint in Ungarn geben? Und hofft ihr auf Besserung am Sonntag? Sagt es uns den Kommentaren!
Abschließend noch eine erfreuliche Nachricht: 2026 könnte am Balaton Park bereits der letzte Sprint stattgefunden haben, denn 2027 soll es für die MotoGP auf die Formel-1-Strecke nach Budapest gehen. Hier gibt's alle Infos dazu:



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