Pedro Acosta fährt im MotoGP-Qualifying von Ungarn lange in einer eigenen Liga, die Pole Position geht am Ende aber an Marc Marquez, der in der Schlussphase gleich zwei großartige Runden rauszaubert. Aprilia enttäuscht: Marco Bezzecchi steht auf Platz sechs, Jorge Martin ist gar nur Achter.

So lief Q1 zum Ungarn-GP: Francesco Bagnaia führt das Feld in die erste schnelle Runde, leistet sich in dieser aber direkt einen mächtigen Patzer und muss abbrechen. Kaum ein Pilot kommt fehlerfrei durch, ernstzunehmende Rundenzeiten bleiben somit vorerst größtenteils aus. Im folgenden Umlauf nimmt die Session dann Fahrt auf: Enea Bastianini setzt sich an die Spitze, dahinter reihen sich die Werks-Hondas mit Joan Mir und Luca Marini sowie der starke Gresini-Ersatzmann Iker Lecuona ein. Francesco Bagnaia ist nur Neunter. Mit diesem Zwischenstand geht es zum Reifenwechsel.

Mit neuen Pneus purzeln die Zeiten. Marini übernimmt die Spitze, Mir sorgt für eine Honda-Doppelführung. Dann ist es aber Bagnaia, der die neue Bestzeit markiert. Ein Sturz für Brad Binder in Kurve zwei sorgt anschließend für Gelbe Flaggen. Die Fahrer bekommen noch einmal die Chance zu einer finalen Attacke, in dieser ändert sich an den ersten Positionen aber nichts mehr. Bagnaia und Marini steigen in Q2 auf.

Mir muss sich mit Rang drei und damit Startplatz 13 begnügen. Neben ihm stehen Bastianini und Fabio Quartararo. Reihe sechs bilden Lecuona, Binder und Toprak Razgatlioglu. Die Startplätze 19 bis 21 gehen an Franco Morbidelli, Alex Rins und Maverick Vinales. LCR-Ersatzmann Cal Crutchlow steht am Ende des Feldes.

Das war Q2 am Balaton Park Circuit: Die Session beginnt mit einem Knalleffekt! Marc Marquez geht als Erster in eine schnelle Runde und crasht direkt in Kurve eins. Wenige Sekunden später geht auch Fabio Di Giannantonio an derselben Stelle zu Boden. Beide Fahrer können mit ihren Ducatis das Qualifying aber direkt fortsetzen.

Die erste Richtmarke setzt unterdessen Pedro Acosta. Im zweiten Umlauf kann der KTM-Pilot noch einmal nachlegen und schraubt seinen Vorsprung auf über vier Zehntelsekunden. Marc Marquez kommt nach seinem Crash nur langsam auf Touren, der Weltmeister startet mit seinem ersten Reifensatz aber noch einen späten Angriff und kämpft sich auf Platz zwei nach vorne, lediglich 0,239 Sekunden hinter Acosta. Mit dem Zwischenstand Acosta vor Marc Marquez, Raul Fernandez, Fermin Aldeguer, Jorge Martin, Francesco Bagnaia, Di Giannantonio und Marco Bezzecchi geht es zum Boxenstopp.

Der finale Showdown beginnt mit einer Verbesserung für Di Giannantonio, die ihn von Platz sieben auf zwei nach vorne bringt. Acosta verbessert sich erneut, Aldeguer verdrängt Di Giananntonio von P2. Dann die große Attacke von Marc Marquez: Er unterbietet Acostas Zeit noch einmal um 97 Tausendstelsekunden! Acosta kann sich noch einmal steigern, auf Marquez fehlen ihm aber 0,047 Sekunden. Acosta gibt sich geschlagen, Marquez schraubt seine Pole-Zeit im letzten Versuch um weitere sechs Tausendstelsekunden runter.

Marquez holt die Pole Position vor Acosta, Aldeguer komplettiert Reihe eins. Dahinter stehen Di Giannantonio, Bagnaia und Bezzecchi. Raul Fernandez führt die dritte Reihe mit Martin und Luca Marini an. Die Startplätze zehn bis zwölf gehen an Ai Ogura, Diogo Moreira und Jack Miller.

Das Wetter: Die MotoGP-Stars durften sich im Qualifying über ideale Wetterbedingungen freuen. Bei nur leichter Bewölkung wurden 21 Grad Außentemperatur und 37 Grad auf dem Asphalt gemessen.