Es kommt doppelt dick für das Team von Tech3 zum Europa-Auftakt in Jerez. Wie zu vermuten war, wird Maverick Vinales nach seiner Schulteroperation nicht rechtzeitig fit für einen Start. Sein Ersatz war längst geplant, doch nun hat auch dieser sich verletzt. Das KTM-Kundeteam muss daher nun eine bittere Pille schlucken.
KTM im MotoGP-Dilemma: Maverick Vinales noch nicht bereit, Pol Espargaro an der Hand verletzt
"Es ist natürlich enttäuschend, dieses Wochenende nicht in Jerez an den Start gehen zu können. Das ist ein riesiges Ereignis für mich und mein erstes Heimrennen in dieser Saison", äußert sich Vinales schweren Herzens. Er peilt nun das MotoGP-Rennen danach an: "Ich kenne meinen Körper jedoch gut, und im Moment hat es oberste Priorität, mich richtig zu erholen und sicherzustellen, dass ich für den Rest der Saison in bestmöglicher Verfassung zurückkehren kann. Alles entwickelt sich in die richtige Richtung, und das Ziel ist es, für Le Mans bereit zu sein."

Das Wochenende in Frankreich (8. bis 10 Mai) findet zwei Wochen nach Jerez statt. 'Topgun' stellt sein Trainingsprogramm also auf eine dortige Rückkehr ein. Da es bereits absehbar war, dass Vinales für den Spanien Grand Prix noch nicht bereit sein würde, stand ein Einsatz von Pol Espargaro als sein Ersatz fest auf dem Plan. Doch aus diesem wird nun auch nichts. Der Testfahrer hat sich in nicht genauer angegebenen Umständen an der Hand verletzt und kann daher nicht einspringen.
Schwere Entscheidung: Tech3 in Jerez nur mit Enea Bastianini am Start
Eine Alternative wurde gesucht, doch letztlich fiel die Entscheidung darauf, dass Tech3 in Jerez nur mit Enea Bastianini am Start stehen wird. "Erst ist Maverick noch in der Erholungsphase, dann verletzt sich Pol an der Hand und plötzlich ändert sich der Plan sehr schnell. Wir haben uns die Alternativen angesehen, aber wir müssen auch vernünftige Entscheidungen treffen, die für das Team und für das Gesamtprojekt richtig sind", seufzt Geschäftsführer Günther Steiner.

Es ist eine Entscheidung, die gemeinsam mit Mattighofen getroffen wurde, da KTM die Ersatzfahrer zur Verfügung stellt. Dani Pedrosa, Jonas Folger und Mika Kallio stünden da theoretisch noch im Testfahrer-Kader, wollen aber allesamt nicht mehr Rennen fahren. Bei letzteren beiden stünde auch die Konkurrenzfähigkeit in Frage. "Es ist nie eine leichte Entscheidung, mit nur einem Motorrad anzutreten, aber in diesem Fall ist es die richtige. Maverick muss die Zeit und den Raum gegeben werden, sich vollständig zu erholen, und leider hat Pols Verletzung die naheliegendste Ersatzoption zunichte gemacht. Gemeinsam mit Tech3 haben wir sorgfältig geprüft, was in Jerez möglich gewesen wäre, aber wir müssen auch die Wettbewerbsfähigkeit und das Gesamtbild des Projekts im Blick behalten", begründet daher auch Pit Beirer.
Wieder keine volle Startaufstellung: Ersatzfahrerdiskussion der MotoGP immer dringlicher
Diese Situation wird die aktuelle Diskussion der MotoGP um Ersatzfahrer sicherlich nicht leiser machen. Eigentlich ist Jerez ein Rennen, bei dem viele Hersteller sogar mit Wildcards das Fahrer-Aufgebot erweitern, doch nun geht KTM sogar nur mit drei Piloten an den Start. Welche Lösung sich die Königklasse für solche Fälle vorstellt, erklären wir euch in unserem Video:
In der Familie Espargaro läuft es derzeit alles andere als gut, denn auch Pols Bruder Aleix Espargaro hat sich verletzt und musste sogar operiert werden. Eigentlich war für den Honda-Testfahrer ein Wildcard-Einsatz erwartet worden, doch nun können beide nicht in Jerez starten:



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