Ist es dieses Wochenende endlich soweit? Auch zweieinhalb Jahre nach seinem MotoGP-Debüt fehlt Pedro Acosta der erste Grand-Prix-Sieg noch immer. Beim Ungarn-GP könnte sich am Sonntag nun aber seine bislang beste Chance auftun, diesen Makel zu beseitigen. Bislang an einem Freitagnachmittag maximal wenige Tausendstel in Front, distanzierte Acosta seine MotoGP-Rivalen diesmal um mehr als vier Zehntelsekunden. Eine echte Ansage, doch der Spanier selbst traut dem Braten nicht.
Pedro Acosta rätselt: Wieso in Ungarn plötzlich wieder so schnell?
"Warten wir auf Morgen", lautete seine kurze und knappe Antwort auf die Frage eines Journalistenkollegen nach seiner überlegenen Pace im Training am Balaton Park Circuit. "Ich habe für morgen viele Fragezeichen in meinem Kopf", winkte er ab.
Warum dem so ist? Ganz einfach: "Es ist schwierig zu verstehen, warum wir in Barcelona so konkurrenzfähig waren, dann zuletzt in Mugello so langsam und jetzt wieder so konkurrenzfähig. Das ist nicht normal und das müssen wir dringend verstehen, wenn wir konstant gute Wochenenden abliefern wollen."
Es geht Acosta also weniger um das Ungarn-Wochenende an sich, sondern um die Gesamtlage bei Arbeitgeber KTM. In Barcelona noch bis zum Schluss um den Sieg in Sprint und Grand Prix gekämpft, war in Mugello plötzlich Platz sechs das Maximum. Und nur fünf Tage später ist man dem restlichen Feld jetzt plötzlich vier Zehntel voraus. Das sorgt für Rätselraten: "Es stimmt schon, dass diese Strecke besser zum Motorrad passt und ich mich auf dieser Art von Strecke wohler fühle, aber das Gefälle [zwischen den Wochenenden, Anm.] ist einfach zu groß."
Pedro Acosta: MotoGP-Favorit in Ungarn dank starker Rennpace?
Die große Frage, die den 'Hai von Mazarron' nun umtreibt: Welches Gesicht wird seine RC16 am restlichen Rennwochenende am Balaton Park zeigen? Was Hoffnung auf eine Fortsetzung des überlegenen Trends vom Freitag macht: Die Rennpace der Nummer 37. Als einziger Pilot konnte Acosta im Training drei mittlere 1:37er-Zeiten aneinanderreihen. Marco Bezzecchi als vermeintlich Nächstschnellster gelangen da nur tiefe 1:38-Zeiten. Der Vorsprung über eine Runde scheint also auch auf längere Distanz zu bestehen.
"Das war mit dem Soft gar nicht schlecht, ich bin damit recht zufrieden", kommentierte Acosta diese Erkenntnis. Anschließend warnte er jedoch: "Ich bin überrascht, wie schnell Marc [Marquez, Anm.] mit dem Medium war. Ich bin hier im Rennen letztes Jahr schon mit dem Soft gefahren und er mit dem Medium. Das könnte also wieder eine unterschiedliche Strategie geben." Der amtierende MotoGP-Weltmeister siegte im Vorjahr im Ungarn-GP mit überlegenen 4,314 Sekunden Vorsprung vor Acosta, der übrigens auch damals den Trainingsfreitag angeführt hatte. Droht zehn Monate später die Wiederholung? Acosta will über Nacht jedenfalls nicht tatenlos bleiben: "Wir müssen unsere Rennpace noch weiter verbessern."
Was meint ihr: Sind Pedro Acostas Zweifel berechtigt oder könnte der KTM-Pilot nach diesem Trainingsfreitag mit breiterer Brust auftreten? Traut ihr ihm in Ungarn den Grand-Prix-Sieg zu oder geht die Warterei weiter? Sagt es uns in den Kommentaren!



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