Die Botschaft war eindeutig. Nach seinem Comeback in Mugello sah sich Marc Marquez am Donnerstag auch am Balaton Park nicht in der Lage, ein Wörtchen um den MotoGP-Sieg mitzureden. Am Freitag sorgte er dann allerdings mit der Bestzeit im 1. Freien Training und beachtlicher Rennpace für Aufsehen. Der Tagesschnellste Pedro Acosta kommentierte etwa: "Ich bin überrascht, wie schnell Marc mit dem Medium war." Für die Konkurrenz war deshalb klar, mit der Nummer 93 ist im Ungarn-GP definitiv zu rechnen. Marquez selbst konnte über die These am Freitagabend aber nur lachen.
"Vier oder fünf Runden lang, ja. Aber danach? Keine Chance", lautete die eindeutige Antwort des amtierenden MotoGP-Weltmeisters auf die Frage eines Journalisten, ob er die Pace habe, um am Balaton Park zu gewinnen. Anstelle eines Kampfs um den ersten Platz sei die Lage vielmehr wie zuletzt vor fünf Tagen im Autodromo. "Über eine Runde ist der Speed schon da, das habe ich ja gezeigt. Ich war in Mugello nah an der Pole Position dran. Aber der Sieg? Nein, einfach nein", scherzte Marquez. Er freue sich zwar über die Kommentare seiner Rivalen, "aber die Zeit ist noch nicht gekommen."

Marc Marquez im Schonmodus: Muss Energie für's restliche Wochenende sparen!
Zu frisch ist die Schulteroperation noch, zu groß das Fitnessdefizit des Ducati-Piloten. "Ich bin nicht müde, aber nur, weil ich einen ruhigen Tag hatte. Ich habe nur vereinzelt gepusht", berichtete er von den Trainings in Ungarn. "Ich fühle mich etwas schlechter als in Mugello, deshalb musste ich das heute so machen und es kontrolliert angehen. Was ich auf keinen Fall haben will, ist ein heftiger Sturz und der passiert hier in diesen engen Kurven schnell, wenn du pushst. Deshalb habe ich mich zurückgehalten und versucht, etwas Energie für die nächsten Tage im Tank zu behalten."
Statt Angriff steht für Marquez also erneut Verteidigung auf dem Plan, auch wenn es schwer fällt. "Das ist das Schlimmste. Wenn du den Helm aufsetzt, willst du attackieren", kommentierte der aktuelle WM-Achte, "aber ich habe schon nach zwei Runden verstanden, dass mein Körper heute nicht in der richtigen Position dazu war. Ich musste deshalb eine halbe Sekunde bis Sekunde zurückdrehen und speziell in den Kurven kein Risiko eingehen, in denen ich die größten Probleme habe. Das ist aus mentaler Sicht nicht leicht, denn dadurch verschieben sich deine Referenzen. Wenn du dann pushst, musst du wieder später bremsen und deine Referenzen stimmen nicht mehr. Aber das war heute meine Strategie, um morgen besser zu sein."
Zweite Startreihe? Marc Marquez: Das wäre ein großartiger Erfolg!
Doch was ist für einen weiterhin strauchelnden Marquez am Samstag dann überhaupt möglich? Die Spitzenplätze sollen ja außer Reichweite sein. Der Titelverteidiger stapelt tief: "Das Training hat das realistische Ergebnis gezeigt. Irgendwo zwischen Platz fünf und zehn, das hatte ich heute erwartet. Morgen wird es jetzt mein Ziel sein, in die zweite Startreihe zu kommen. Sollten wir das schaffen, wäre das ein großartiger Erfolg. Wir werden sehen."
Was meint ihr: Ist für Marquez in Ungarn wieder Schadensbegrenzung angesagt oder ist doch mehr möglich, als der Ducati-Pilot selbst zugibt? Sagt es uns in den Kommentaren!
In der Moto3 kam es am Freitag derweil zum großen Knall. Das Leopard-Team wurde der gezielten Manipulation überführt und der bisherige WM-Dritte Adrian Fernandez von sechs Rennen disqualifiziert. Markus liefert euch alle Infos:



diese MotoGP Nachricht