Es musste fast so kommen, oder? Das gesamte MotoGP-Wochenende in Ungarn hatte Marc Marquez bislang damit verbracht, seine Chancen in den beiden Rennen herunterzuspielen. Noch am Freitagabend lachte er, dass der Sieg auf keinen Fall möglich sei. Keine 24 Stunden später ist es nun aber doch der perfekte Samstag geworden: FP2-Bestzeit, Pole Position und der wohl dominanteste Sprintsieg der bisherigen Saison.

Marc Marquez erklärt: Vom Eco- in den Supersport-Modus gewechselt!

Wie das möglich war? "Ich fühle mich besser als gedacht", kommentierte Marquez auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com . "Ich bin hier mit dem gleichen Gefühl wie in Mugello angekommen, deshalb dachte ich, dass ich weit weg sei. Weil das hier aber eine ganz andere Art von Strecke mit vielen Linkskurven ist, habe ich angefangen, immer besser zu fahren. Ich bin jetzt in den Linkskurven wieder der beste Ducati-Pilot und kann mehr mit meinem Körper spielen. Das hat mir das Leben heute erleichtert."

Die Folge war ein Überdenken der öffentlich ausgegeben Strategie der Zurückhaltung. "Gestern war ich im Eco-Modus unterwegs und heute im Supersport-Modus", scherzte Marquez. "Ab der ersten Runde im 2. Freien Training habe ich alles gegeben und bin sehr schnell gefahren. Im Qualifying bin ich noch 'normal' gefahren, im Sprint habe ich dann aber alles reingeworfen und bin in den ersten drei Runden volle Attacke gegangen."

MotoGP-Konkurrenz staunt: Marc Marquez in eigener Liga unterwegs

1,412 Sekunden war sein Vorsprung dann schon groß, die frühe Entscheidung. "Der war nach zwei Kurven weg", konnte WM-Leader Marco Bezzecchi nur abwinken und Pedro Acosta musste gestehen: "Sein Griplevel war heute von einer anderen Welt." Der KTM-Pilot rätselte anschließend, wieso nur Marquez in der Anfangsphase ein solches Tempo an den Tag legen konnte: "Das ist schwierig zu verstehen. Er war sofort schnell, während ich ein paar Runden gebraucht habe. Bezz hinter mir ebenso. Das verstehe ich nicht, warum wir da länger gebraucht haben."

Pedro Acosta kam Marc Marquez im Sprint nie gefährlich nahe, Foto: MotoGP Press
Pedro Acosta kam Marc Marquez im Sprint nie gefährlich nahe, Foto: MotoGP Press

Aus diesem Grund glaubte Acosta auch nicht, eine Chance gegen Marquez gehabt zu haben, wenn er ihn beim Start hätte überholen können. "So schnell wie er im letzten Sektor und in Kurve vier war, hätte er sicher einige gute Überholmöglichkeiten bekommen. Mehr wie Platz zwei war heute nicht drin, aber das ist okay", bilanzierte er. Marquez stimmte zu: "Der Start war sehr wichtig, aber wir hätten heute auch den Speed gehabt, um zu überholen."

Marc Marquez auch im Ungarn-GP nicht zu schlagen?

Die große Frage, die jeden MotoGP-Fan nun umtreiben wird: Kann Marquez die Galavorstellung vom Samstag auch 24 Stunden später im Grand Prix nochmal wiederholen? Der Ducati-Pilot selbst äußerte abermals Zweifel, zeigte sich aber durchaus optimistischer als in den letzten zwei Tagen: "Der Schlüssel wird morgen sein, zu erkennen, wenn der Drop einsetzt. Denn auf mentaler Seite bleibe ich dann im Rennmodus, aber der Körper macht dann nicht mehr das, was ich will. Da muss ich sehr vorsichtig sein, denn ein kleiner Fehler beim Richtungswechsel kann schnell zu einem Sturz wie in Le Mans führen und das wollen wir auf keinen Fall." Wird Marquez durch Acosta oder einen anderen Fahrer zum richtigen Zeitpunkt unter Druck gesetzt, könnte es also durchaus sein, dass der MotoGP-Superstar im Sinne seiner Gesundheit nachgibt. Passiert das nicht, scheint eine weitere Galavorstellung aber definitiv möglich.

Was meint ihr: Ist Marc Marquez im Ungarn-GP zu schlagen oder kann er sich nur selbst am ersten Grand-Prix-Sieg der Saison hindern? Sagt es uns in den Kommentaren!

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