Der Reihenmotor ist Geschichte! Was sich in den letzten Monaten längst abgezeichnet hatte, wurde am Sonntag offiziell bestätigt. In einer Pressemitteilung verkündete Yamaha kurz vor dem Start des Valencia-GPs, dass man beginnend mit der MotoGP-Saison 2026 offiziell auf Maschinen mit V4-Antrieb setzen wird.

Diese Intention hatte der Hersteller aus Iwata bereits in der ersten Saisonhälfte 2025 geäußert, bis zuletzt aber auf eine finale Bestätigung verzichtet und sich einen Verbleib beim Reihenvierzylinder offengehalten. Dass es dazu nicht mehr kommen würde, war hinter vorgehaltener Hand aber schon länger klar. Im Herbst 2024 geboren, hatte Testfahrer Augusto Fernandez bereits vor zwei Monaten in Misano erstmals ein Rennwochenende mit einem V4-Motorrad Yamahas bestritten. Auch wenn dieser Wildcard-Start nicht völlig nach Wunsch verlief, verriet er schon damals, dass für ihn keine weiteren Tests mit dem Reihenmotor geplant seien.

Neuer Yamaha Motor ein Flop? Quartararo rechnet mit V4 ab! (08:47 Min.)

Testlauf für 2027: Yamaha will mit V4-Motor wieder zurück an die Spitze

Dass die Zukunft bei Yamaha mit dem V4-Motor bestritten wird, ist nun also auch offiziell bestätigt. Damit werden 2026 erstmals in der MotoGP-Geschichte keine Motorräder mit Reihenvierzylinder mehr an den Start gehen, sondern ausschließlich V4-gepowerte Maschinen. Vor Yamaha hatte Suzuki als letzter Hersteller noch auf den Reihenmotor gesetzt, die Himmelblauen stiegen aber bekanntlich Ende 2022 aus der Königsklasse aus.

"Der Reihenvierzylinder ist seit Jahrzehnten das Herzstück der Philosophie von Yamaha. Er hat uns unvergessliche Siege beschert und unseren Ruf für Präzision und Kontrolle geprägt. Wir sind stolz auf das, was dieser Motor erreicht hat", sagt Yamaha-General-Manager Takahiro Sumi und begründet den V4-Wechsel wie folgt: "Die MotoGP entwickelt sich ständig weiter, und wir müssen uns mit ihr weiterentwickeln. Der V4 steht für ein neues Kapitel für Yamaha, in dem unser 'Spirit of Challenge' mit unserer Rennsport-DNA und den technischen Lösungen kombiniert wird, um wieder an der Spitze mitzukämpfen. Unser Ziel bleibt unverändert: Wir möchten unseren Fahrern die bestmöglichen Motorräder zur Verfügung stellen, damit sie Siege erringen können."

Beginnend mit Max Biaggi beim Tschechien-GP 2002 holten Reihenmotoren von Yamaha nicht weniger als 125 Grand-Prix-Siege und acht Fahrer-Weltmeisterschaften. Damit sind die Japaner nach Erzrivale Honda bis heute der zweiterfolgreichste Konstrukteur der MotoGP-Ära. Die letzten Erfolge liegen aber schon einige Zeit zurück: Fabio Quartararo holte 2021 den letzten WM-Titel und 2022 am Sachsenring den letzten Rennsieg Yamahas. Als Ursprung dieses 'Downfalls' hat man in Iwata vor rund anderthalb Jahren eben den - im Vergleich mit den V4-Rivalen - leistungsschwachen Reihenmotor ausgemacht und deshalb mit den Arbeiten an einem eigenen V4-Aggregat begonnen, auch als Testlauf für 2027. Dann startet die MotoGP mit einem völlig neuen Reglement bekanntlich in eine neue Ära - und Yamaha will dann wieder ganz oben angreifen.

Was meint ihr: Schafft es Yamaha mit V4-Power wieder, um Siege und Weltmeisterschaften zu kämpfen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

Wie sich der Reihenmotor beim (vorerst) letzten Rennen in der MotoGP schlägt, könnt ihr derweil bei uns im Liveticker verfolgen. Klickt gerne mal rein!