Lasset die Spiele beginnen! Die MotoGP erwartete für die kommenden Monate den wohl dramatischsten Fahrermarkt ihrer Geschichte. Und nun dürfte der erste ganz große Wechsel beschlossene Sache sein. Wie der stets bestens informierte Oriol Puigdemont von 'Autosport' berichtet, verlässt Fabio Quartararo nach acht Jahren das Yamaha-Lager und wechselt für 2027 und 2028 zum japanischen Erzrivalen Honda.
Fabio Quartararo und Yamaha: Erst Überflieger, dann Nachzügler
Quartararo wurde 2021 mit Yamaha MotoGP-Weltmeister und schien im folgenden Jahr bis zur Sommerpause auf bestem Kurs Richtung Titelverteidigung. Im technischen Wettrüsten mit der Konkurrenz verlor sein Arbeitgeber aber völlig den Anschluss, Quartararos Resultate brachen ein und er musste sich im WM-Kampf Francesco Bagnaia geschlagen geben.
In den nächsten Saisons sollte es für Quartararo und Yamaha knüppeldick kommen. 2023 rutschte er vom Rang des Vizeweltmeisters auf Gesamtplatz zehn ab. Ein Jahr später belegte 'El Diablo' in der Endabrechnung gar nur Platz 13 und blieb ohne eine einzige Podiumsplatzierung. Quartararo entschied sich dennoch zu einer finanziell lukrativen Vertragsverlängerung für die Saisons 2025 und 2026, in denen er auf einen sportlichen Aufschwung hoffte.
Yamaha-Neustart kommt für Fabio Quartararo zu spät
Tatsächlich richtete Yamaha sein Projekt völlig neu aus, holte mit Max Bartolini einen erfahrenen Mann von Ducati und machte ihn zum neuen technischen Direktor. Unter seiner Führung verabschiedete sich Yamaha vom traditionellen Reihenvierzylinder und nimmt 2026 erstmals eine MotoGP-Saison mit einem V4-Triebwerk in Angriff. Doch diese Bemühungen scheinen zu spät gekommen zu sein.
Zwar hat Quartararo im Jahr 2026 noch keine einzige Runde mit der neuen Yamaha M1 absolviert, doch was er vom V4 im Vorjahr gesehen hatte, reichte dem 26-Jährigen wohl für eine Entscheidung gegen den Hersteller, der ihn 2019 mit dem Petronas-Kundenteam in die MotoGP geholt und dort 2021 ins Werksteam befördert hatte. Schon bei den ersten Testfahrten in Misano und Valencia zeigte er sich wenig beeindruckt vom V4-Motor. "Ich habe nun viele Jahre mit Problemen erlebt, jetzt möchte ich ein siegfähiges Motorrad", ließ Quartararo im Oktober wissen. Ein Wunsch, den er bei Yamaha wohl nicht erfüllt sieht.
Honda am Weg zurück zur MotoGP-Großmacht
Fast im Gleichschritt mit Yamaha rutschte Honda Anfang der 2020er-Jahre in die MotoGP-Bedeutungslosigkeit ab. Zwischenzeitlich ergebnistechnisch sogar noch schwächer als der japanische Gegenspieler, überzeugte Honda im Vorjahr aber mit deutlichen Fortschritten und zog klar an Yamaha vorbei. Auch hier wurde mit Romano Albesiano von Aprilia europäische Expertise an Bord geholt, zusätzlich verpflichtete man mit Aleix Espargaro und Takaaki Nakagami hochkarätige Testfahrer.
Auch auf technischer Ebene feuert Honda wieder auf allen Zylindern. Mit gewaltigem finanziellen Aufwand arbeiten die HRC-Ingenieure derzeit am Prototypen für 2027. "Bei Honda scheinen sie das Geld abgeschafft zu haben", staunte KTM-Motorsportchef Pit Beirer vor kurzem im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com . Nicht wenige Paddock-Insider trauen den einstigen MotoGP-Dominatoren deshalb unter dem neuen Reglement ab 2027 eine Rückkehr an die Spitze der Königsklasse zu. Mit Fabio Quartararo hat man nun definitiv auch einen dementsprechenden Fahrer gefunden. Auch er wird von Honda zweifelsohne fürstlich entlohnt werden.
Fabio Quartararo und Honda lösen MotoGP-Kettenreaktion aus
Mit Quartararos Wechsel zu Honda nahm das Transferkarussell für 2027 am Donnerstag mächtig Fahrt auf. Noch am Vormittag wollte Yamaha-Motorsportchef Paolo Pavesio während des Shakedown in Sepang die neuesten Entwicklungen um Quartararo zwar nicht kommentieren, doch dass er und seine Kollegen in der Führungsebene sich spätestens jetzt auf die Suche nach einem Nachfolger begeben würden, war klar.
Und wie sich nur wenige Stunden später herausstellen sollte, hatten Pavesio und Co. das auch schon längst getan. Denn am Donnerstagnachmittag ließ abermals Puigdemont die nächste Transferbombe platzen und verkündete, dass Yamaha den Quartararo-Nachfolger schon gefunden hätte. Jorge Martin soll sich mit den Japanern auf einen Wechsel geeinigt haben, einzig der Vertrag sei noch nicht final unterschrieben, so die Information aus Spanien. Das könnte aber bereits nächste Woche am Rande des Sepang-Tests in Malaysia passieren und der Deal anschließend zeitnah verkündet werden.
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UPDATE 17:40 Uhr: Quartararo-Manager meldet sich zu Wort
Knapp sechs Stunden nach Bekanntwerden des voraussichtlichen Quartararo-Wechsels zu Honda meldete sich am Donnerstagabend noch dessen Manager Thomas Maubant zu Wort. Gegenüber 'Canal+' wollte er den Transfer seines Schützlings noch nicht bestätigen. Er sagte: "Das Einzige, was ich bestätigen kann, ist, dass es Gespräche mit Teams gibt - darunter auch Honda. Aber bis heute ist noch nichts entschieden." Ganz durch scheint der Megadeal also noch nicht, letzte Details müssen wohl noch geklärt werden.
*Anmerkung: Die letzten Absätze dieses Artikels wurden nach Bekanntwerden des Yamaha-Martin-Deals und der Aussagen von Quartararos Manager nachträglich nochmal angepasst bzw. neu hinzugefügt.*



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