Nun eskaliert der MotoGP-Vertragsstreit zwischen Jorge Martin und Aprilia endgültig. Am Samstag hatte ja Martins Manager Albert Valera erneut bekräftigt, dass sein Schützling den Kontrakt mit dem italienischen Hersteller zum Jahresende 2025 auflösen will. Valera sieht sich und Martin im Recht: "Ich kann sagen, dass Jorge für 2026 frei ist. Für uns ist das ziemlich klar. Wir halten uns an den Vertrag und dieser beinhaltet eine Klausel, die Jorge genützt hat. Das ist sein Recht. Er ist damit verfügbar und offen, für einen anderen Hersteller zu unterschreiben."

Aprilia bleibt hart: Keine Freigabe für Jorge Martin

Aprilia beharrt unterdessen weiterhin auf dem bis Ende 2026 laufenden Vertrag und sieht die Klausel, die Jorge Martin einen vorzeitigen Ausstieg ermöglichen soll, durch die Verletzungsserie des Fahrers als nichtig. "Unsere Position hat sich seit unserer Presseaussendung am 22. Mai nicht geändert", ließ Aprilia am Samstag die MotoGP-Presse als Reaktion auf Valeras Interview wissen.

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Die Fronten zwischen Hersteller und Fahrer sind also verhärtet. Deshalb sah sich Carmelo Ezpeleta, als Geschäftsführer von Promoter Dorna seit 1992 der starke Mann im MotoGP-Paddock, nun zu einem Machtwort gezwungen. "Verträge müssen erfüllt oder in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst werden. Wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, muss ein Richter entscheiden, welche Partei im Recht ist", so Ezpeleta.

MotoGP-Boss: Jorge Martin 2026 nicht startberechtigt?

Entscheidet ein solches Schiedsgericht zugunsten von Aprilia, könnte das für Martin dramatische Folgen haben, wie Ezpeleta weiter erklärt: "Wir werden einem Fahrer nicht erlauben, sich für unsere Meisterschaft einzuschreiben, wenn er mit der anderen Partei (in diesem Fall Aprilia, Anm.) nicht zu einer Einigung kommt oder es eine gerichtliche Entscheidung gibt. Das werden wir nicht zulassen!" Martin wäre in einem solchen Szenario also 2026 nicht in der MotoGP startberechtigt.

Muss Jorge Martin in der MotoGP-Saison 2026 zusehen?, Foto: IMAGO / PsnewZ
Muss Jorge Martin in der MotoGP-Saison 2026 zusehen?, Foto: IMAGO / PsnewZ

Aprilia, das am Samstag noch kommuniziert hatte, keine weiteren Statements zur Causa Martin abzugeben, berief am Sonntagmorgen als Reaktion auf die Aussagen Ezpeletas und Valeras kurzfristig eine Medienrunde mit Racing-CEO Massimo Rivola ein. Rivola unterstrich darin, dass man die Ansicht von Dorna-Boss Ezpeleta vollumfänglich teile: "Wie Carmelo richtig gesagt hat, kann ein Fahrer, der bei uns unter Vertrag steht, nicht zu einem anderen Hersteller wechseln. Wir werden alles in unserer Macht stehende unternehmen, um unser Unternehmen zu schützen. An unserer Position hat sich nichts geändert. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir kommen zu einer Einigung, oder wir sehen uns vor Gericht wieder. Wir sind zu beiden Varianten bereit."

Der Streit zwischen Aprilia und Jorge Martin muss also wohl vor Gericht geschlichtet werden. Welche Partei seht ihr im Recht. Schreibt es uns in die Kommentare!