Mit 22 Rennwochenenden absolvierte die Motorrad-Weltmeisterschaft in der Saison 2025 ein Rekordjahr. Nie zuvor wurde innerhalb eines Kalenderjahres mehr gefahren, doch der Sturzrekord aus dem Jahr 2017 konnte in der vor zwei Wochen zu Ende gegangenen Saison nicht gebrochen werden. Mit insgesamt 965 Stürzen wurde die magische Marke von 1.000 Abflügen sogar zum zweiten Mal in Folge unterboten. Die MotoGP war mit 349 Crashes die sturzreichste WM-Klasse, dicht gefolgt von der Moto3 mit 341 Abflügen. Die Moto2-Piloten hatten sich 2025 mit lediglich 275 Stürzen am besten im Griff.
Johann Zarco ist MotoGP-Sturzkönig 2025
Die ungeliebte Position als Spitzenreiter der Sturz-Piloten in der MotoGP nahm 2025 Johann Zarco ein - zum insgesamt dritten Mal nach 2019 und 2020. Der 35-jährige Routinier stürzte in der abgelaufenen Saison ganze 28-mal mit seiner LCR-Honda und damit so häufig wie noch nie als MotoGP-Pilot. Zuvor hatte es ihn innerhalb eines Kalenderjahres maximal 18-mal (2022) auf den Hosenboden gelegt, 2024 bewegte er sich mit insgesamt 15 Abflügen noch im Mittelfeld.
Auf Platz zwei sortierte sich Jack Miller ein: Ihn erwischte es mit 25 Crashes dreimal weniger als Spitzenreiter Zarco. Der Australier war im Vorjahr als Vierter dem ungeliebten Podium noch haarscharf entkommen, hatte er doch einen Sturz weniger als Alex Marquez vorzuweisen. Letzterer hat 2025 nun zwei Abflüge weniger als Miller zu Buche stehen, findet sich gemeinsam mit Franco Morbidelli (beide 23 Stürze) aber erneut auf dem Podest der MotoGP-Crashkönige wieder.
Die Top-Vier knapp verpasst haben Joan Mir (22 Stürze) und der letztjährige Sturzkönig Pedro Acosta, der sein Sturzkonto von 28 auf 21 reduzieren konnte. Fermin Aldeguer war sturzreichster MotoGP-Rookie mit 17 Abflügen, dicht gefolgt von Ai Ogura mit 16. Außerdem bemerkenswert: Marc Marquez, der es in den letzten Jahren noch regelmäßig in den Bereich um 25 Stürze brachte und 2023 mit 29 Abflügen sogar einen persönlichen Rekord aufstellte, war in seiner Debütsaison im Ducati-Werksteam ungewöhnlich sicher unterwegs. Der Weltmeister stürzte nur 14-mal, allerdings auch einmal folgenschwer. Beim 14. und letzten Abflug verletzte sich Marquez bekanntlich an der Schulter und musste die restlichen fünf Grands Prix daraufhin auslassen, anderenfalls hätte sein Sturzkonto auch noch anwachsen können.
Viel Pech hatten 2025 auch drei andere Piloten: Miguel Oliveira (9 Stürze) und Maverick Vinales (5 Stürze) verletzten sich bei einem ihrer wenigen Abflüge heftiger und mussten daraufhin einige Rennen auslassen, Jorge Martin sogar bei zwei seiner acht Abflüge. Der Unfall mit Fabio Di Giannantonio in Katar verdammte ihn sieben Grand Prix zum Zuschauen, die selbstverschuldete Kollision mit Teamkollege Marco Bezzecchi im Motegi-Sprint fünf Grand Prix. Deutlich erfolgreicher war da Luca Marini unterwegs, der mit drei Stürzen die wenigsten aller Stammfahrer verzeichnete. Bis zum Sprint in Sepang war er sogar komplett ohne Crash durch die Saison gekommen.

Ducati-Fahrer stürzten 2025 am häufigsten
Wer bei den Fahrern genau aufgepasst hat, der dürfte bereits erkannt haben, welcher Konstrukteur sich den Spitzenplatz der Crash-Statistik bei den Herstellern gesichert hat: Es ist Ducati. Die Italiener verzeichneten 2025 nicht nur absolut, sondern auch relativ gesehen die meisten Stürze. Insgesamt stürzten die sechs Ducati-Stammpiloten in der abgelaufenen Saison 93-mal, was einem Schnitt von 15,5 Stürzen pro Fahrer entspricht. Werte, die 2025 kein anderer Hersteller überbieten kann. Ein kleiner Schandfleck also für Borgo Panigale in der ansonsten so erfolgreichen Saison 2025.
Pro Fahrer gerechnet war KTM zuletzt zweimal in Folge der sturzreichste Konstrukteur in der MotoGP gewesen. Die Österreicher verbesserten sich 2025 allerdings deutlich, reduzierten das Sturzkonto gegenüber dem Vorjahr von 86 auf 58 Stürze. Im Schnitt landeten die KTM-Fahrer damit nur noch 14,5-mal im Kiesbett. Sicherer waren da nur die Yamaha- und Aprilia-Piloten mit 14 respektive 13,75 Stürzen pro Fahrer unterwegs. Zumindest das Aprilia-Bild wird durch das lange Fehlen Jorge Martins allerdings etwas verzerrt, wobei auch alle anderen Hersteller immer wieder Ausfälle von Stammfahrern zu beklagen hatten.
Cormac Buchanan historisch schlecht: Neuer Sturzrekord in der Moto3
In der Moto2 produzierte in diesem Jahr der Forward-Pilot Jorge Navarro den meisten Schrott. Der 29-jährige Routinier stürzte 2025 ganze 21-mal. Hinter ihm folgen Ayumu Sasaki (18 Stürze) und Rookie David Alonso (17 Stürze). Auch Jake Dixon, Celestino Vietti und Aron Canet (je 15 Stürze) mischten weit vorne mit, während Manuel Gonzalez und Weltmeister Diogo Moreira nur sieben- respektive viermal abflogen.

341 Stürze wurden derweil in der Moto3 verzeichnet - und alleine 35 davon gehen auf das Konto von Cormac Buchanan! Der neuseeländische Rookie crashte damit häufiger als jeder andere Pilot seit Beginn der Datenerfassung zum Ende der 1990er-Jahre. Bislang hatten sich Sam Lowes (2017) und Stefano Manzi (2018) diesen unrühmlichen Rekord mit je 31 Stürzen in einer Saison geteilt. Ihren gemeinsamen Bestwert pulverisierte Buchanan nun fast schon, stürzte bei 22 Rennwochenenden beinahe zweimal pro Grand Prix. Besonders kurios: David Almansa flog 2025 auch ganze 31-mal ab und teilt sich damit fortan Platz zwei im Allzeit-Sturz-Ranking mit Lowes und Manzi. Guido Pini sorgte für drittmeisten Stürze (22), Weltmeister Jose Antonio Rueda lag vorbildlich nur dreimal auf der Nase.
Wie sich Cormac Buchanan seine historisch hohe Anzahl an Stürzen erklärt, könnt ihr hier nachlesen:
Le Mans und Assen als MotoGP-Sturz-Hotspots 2025
2024 verlor der Frankreich-Grand-Prix seinen traditionellen Spitzenplatz überraschend an Jerez, doch das war wohl nur eine Ausnahme. In diesem Jahr brachte der MotoGP-Klassiker in Le Mans insgesamt wieder 70 Piloten zu Fall und damit mehr als jedes andere Event in Kalender. Kühle Temperaturen, gemischt mit wechselhaften Wetterbedingungen, erwiesen sich einmal mehr als tückisch. Die Dutch TT war mit 64 für die zweitmeisten Stürze verantwortlich, das regnerische Wochenende in Austin brachte 58 Piloten zu Fall. Die wenigsten Stürze gab es 2025 in Katar und Aragon, wo über alle Klassen hinweg nur 27 Piloten crashten kamen. Mugello (29) und Silverstone (31) erwiesen sich ebenfalls als recht 'sichere' Rennstrecken.



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