Es ist passiert! Während Alex Marquez, Pedro Acosta oder Jack Miller längst die 20er-Marke durchbrochen haben, konnte Luca Marini bis zum MotoGP-Samstag in Malaysia noch eine weiße Weste vorweisen. Nicht einmal war der 28-Jährige aus Urbino in den bisherigen 19 Grands Prix der laufenden Saison zu Sturz gekommen - bis zum Sepang-Sprint. Dort endete diese beispiellose Serie in der drittletzten Runde.
"Ich beginne aktuell jedes Wochenende damit, dass ich zu meiner Crew sage: 'Keine Sorge, dieses Mal werde ich stürzen'", war Marini am Donnerstag noch zu Scherzen aufgelegt. Er sollte diesmal aber Recht behalten. Doch wie hatte es der Honda-Werkspilot überhaupt so lange ohne Abflug durch die Saison geschafft? Schließlich bringen es seine Markenkollegen Joan Mir (20) und Johann Zarco (29) kombiniert fast auf 50 Stürze und auch LCR-Rookie Somkiat Chantra landete schon achtmal auf dem Hosenboden.

Luca Marini bis Malaysia ohne MotoGP-Sturz: Wie???
"Ich weiß nicht so richtig", begann Marini auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com , ehe er doch eine ausführliche Erklärung lieferte: "Ich habe einfach ein gutes Gefühl für das Motorrad. Wenn ich ans Limit pushe, kann ich das Motorrad oftmals abfangen, speziell bei Stürzen über den Vorderreifen. Die Honda gibt mir da ein gutes Gefühl, deshalb kann ich mich oftmals noch fangen, wenn ich die Front verliere."
Dem Halbbruder von MotoGP-Legende Valentino Rossi war es anschließend auch ein Anliegen klarzustellen, dass er nicht etwa noch ohne Sturz durch die Saison gekommen war, weil er etwa - anders als seine Markenkollegen - nicht pushen würde. "Ich riskiere oft, zu stürzen. Man sieht es im TV halt nur sehr selten, weil ich oftmals noch zu weit hinten fahre", lachte er und führte dann aus: "Am Heck haben wir technisch etwas verbessert, wodurch du jetzt eigentlich nur noch stürzen kannst, wenn du einen größeren Fehler machst. Das Motorrad ist in Summe einfach viel einfacher und benutzerfreundlicher zu fahren."
Kollision mit Pol Espargaro sorgt für ersten Marini-Crash 2025
Kein Wunder also, dass nicht etwa ein eigener Fahrfehler, sondern ausgerechnet eine Kollision mit einem anderen Fahrer am Samstag für Marinis ersten MotoGP-Abflug im Jahr 2025 sorgte. "Ich habe gesehen, dass Pol [Espargaro] etwas weit ging und da sagte ich mir, dass ich reinstechen werde", beschrieb der Honda-Pilot den folgenschweren Zwischenfall in Kurve 14. "Ich bin aber zu langsam reingefahren. Er konnte mich nicht sehen und wollte zurück auf seine Linie. Das war mein Fehler. Ich habe ihn berührt und bin gestürzt", meinte Marini weiter.
Die MotoGP-Stewards um Simon Crafar hatten die Kollision, die im Kampf um Platz acht stattfand, ebenfalls analysiert und waren noch während dem laufenden Sprint zur Erkenntnis gekommen, dass es sich um einen Rennunfall handelte. Obwohl Pol Espargaro durch die Kollision von der Strecke abkam und einige Positionen verlor, muss Marini am Sonntag im Malaysia-Grand-Prix (Start: 8:00 Uhr MEZ) also keine Strafe absitzen. "Das kann passieren, zum Glück war es nichts Größeres", atmete er auf, nachdem er sich beim Training für die Suzuka 8 Hours vor einigen Monaten ja schonmal schwerer verletzt hatte. "Wir werden es morgen wieder versuchen."
Dieses Motto dürfte sich auch Fermin Aldeguer als Leitmotiv auf die Fahne geschrieben haben. Der Gresini-Rookie verlor sein Sprintpodium am Samstag nachträglich durch eine Strafe. Alle Infos dazu findet ihr hier:



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