Obwohl er beim Formel 1-Grand-Prix von Barcelona-Catalunya auf dem Podium stand, fehlte das typische Lando-Norris-Grinsen. Statt überschwänglicher Freude vermittelte seine Körpersprache eher ein Gefühl der Erleichterung, gepaart mit einem Hauch von 'Ich kann nicht glauben, dass es gereicht hat'.
In Barcelona fehlte McLaren erneut das gewisse Extra, um Druck auf Mercedes und Ferrari auszuüben. "Wir sind nicht einmal annähernd dran. Das ist die realistische Einschätzung. Wir sind noch sehr, sehr weit von dem entfernt, wo wir sein müssen", analysierte Norris vor allem im Hinblick auf die Fortschritte, die Ferrari mit seinem Update-Paket erzielte.
Norris warnt vor Ferrari
Die Tatsache, dass Ferrari aufgrund der ADUO-Regelung in dieser Saison zwei Upgrades an seinem Motor vornehmen darf und in der folgenden Saison zwei weitere, bereitet Norris zusätzliche Kopfschmerzen. "Wenn sie auf der Motorenseite Fortschritte machen, dann werden sie alle vorführen. Wir müssen wirklich den Kopf senken und schauen, welche Verbesserungen wir erzielen können", bilanzierte der Weltmeister nüchtern.
Doch auch wenn Norris am Ende vom Pech des Mercedes-Youngsters Kimi Antonelli profitierte, so hielt er mit seiner starken Leistung überhaupt erst die Chance auf das Podium am Leben. "Es war nicht so, als hätte ich direkt gegen die Mercedes gekämpft, aber ich war immer in Schlagdistanz. Ich lag nie weit zurück und hatte ehrlich gesagt nicht erwartet, über die gesamte Renndistanz so nah dran zu sein. Vor allem, weil ich nach dem ersten Stint, glaube ich, schon etwa zwölf Sekunden hinter George lag", erklärte Norris.
Tatsächlich spielte seine Pace sogar eine entscheidende Rolle bei der Mercedes-Strategie, die sich darauf konzentrierte, den viertplatzierten Norris zu covern, anstatt Lewis Hamilton, der mit einer Dreistopp-Strategie den Sieg holte. McLaren entschied sich beim MCL40 bewusst dafür, einen Teil seiner Stärke beim Reifenmanagement zu opfern - jene Stärke, die noch die Grundlage für das titelgewinnende Fahrzeug von 2025 gebildet hatte. Entsprechend hart war es für Norris, sich mit einer reifenmordenden Zweistopp-Strategie zu behaupten.
Ein denkwürdiger Rennsonntag beim Großen Preis von Barcelona! Lewis Hamilton holt seinen ersten Ferrari-Sieg. Mehr dazu im Video:
Oscar Piastri fuhr einsames Rennen
"Ich habe mein Bestes gegeben, um mit den Jungs mitzuhalten, aber sie waren einfach zu schnell. Ich denke, wir machen gute Fortschritte, aber diese Jungs machen ihre Arbeit einfach noch besser. Das müssen wir anerkennen", so Norris. Teamkollege Oscar Piastri fuhr in Barcelona ein nahezu einsames Rennen und holte als Fünfter zumindest wichtige Punkte für die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.
Im Fahrerlager wird munter weiter prozessiert. Oscar Piastri lässt nach Positions-Charade mit Pierre Gasly ordentlich Dampf ab.
"Es war ein schwieriger Tag. Wir liegen ein, zwei Zehntel hinter Mercedes und Ferrari. Und wenn wir versuchen, diesen Rückstand aufzuholen, geht das zulasten der Lebensdauer der Reifen. Das war heute ein großes Problem", fasste er das Defizit zusammen. Auch Andrea Stella sieht noch viel Arbeit aufseiten von McLaren. "Ferrari konnte sein Auto weiterentwickeln, hat Performance gefunden und ist jetzt in der Lage, um Rennsiege zu kämpfen. Deshalb gibt es für McLaren definitiv Arbeit an der Fahrzeugperformance zu erledigen", betonte der McLaren-Teamchef.
Als größtes Manko sieht er die mittelschnellen und schnellen Kurven an, in denen es dem Wagen an Grip fehle. Daher will er am bereits festgelegten Entwicklungsplan festhalten: "Wir haben einen klaren Plan, um mehr Performance ans Auto zu bringen, und werden weiterhin Upgrades einführen. Wir müssen uns auf unseren eigenen Weg konzentrieren. Entscheidend ist, dass wir uns von Rennen zu Rennen verbessern, um die Lücke zur Spitze zu schließen", so Stella.



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