Selten war ein Ranking-Sieger so absehbar wie nach dem großen Ferrari-Durchbruch von Lewis Hamilton. Beim Formel-1-Wochenende in Barcelona präsentierte sich der Rekord-Weltmeister wie zu seinen allerbesten Zeiten und beendete mit brillanter Pace und seinen höchsten Reifenschoner-Qualitäten den Mercedes-Lauf. Dass auf dem Weg zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg für die Scuderia auch eine Prise Glück dazukam, wird Hamilton im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com nachgesehen. Für die Fans und für die Redakteure ist klar: Niemand war an diesem Wochenende so gut wie Hamilton.

Bester Formel-1-Fahrer in Barcelona: Auch Norris kann Hamilton nicht gefährden

Überhaupt niemand? Nicht ganz, denn neben Hamilton kommt Lando Norris ebenfalls in den Genuss einer perfekten Benotung aus der Redaktion, nachdem er seinen Teamkollegen Oscar Piastri im Rennen nach allen Regeln der Kunst zerstörte. Doch die Gunst der Leser war klar. Sie benoteten Hamilton mit 1,20, während Norris nur knapp unter einer 2 blieb. In der Endabrechnung ergibt sich daraus 1,10 zu 1,49.

Für Lewis Hamilton bedeutet das nicht nur, dass er seinen ersten Ranking-Sieg für Ferrari feiert, sondern dass er auch seine beste Ranking-Note seit der Existenz der Fahrerbenotungen bei uns in diesem Format erhalten hat. Sogar seine Giganten-Fahrt beim Brasilien-GP 2021 hatten ihm keine so guten Werte eingebracht.

P.FahrerNote
1Hamilton1,10Beste Ranking-Note seiner Karriere
2Norris1,49Zweiter glatter Einser der Saison aus der MSM-Redaktion
3Antonelli2,00schlechtestes Ranking-Ergebnis seit Australien

Der dritte Platz auf dem Podium geht an Andrea Kimi Antonelli, der nach seinem Ausfall damit zumindest mit einem imaginären Treppchen getröstet werden kann - auch wenn dem WM-Leader das vermutlich herzlich egal sein wird. Die MSM-Redakteure und die Leser quittierten seine Leistung in kompletter Einigkeit mit einer glatten 2, wodurch er mit einem winzigen Vorsprung Max Verstappen hinter sich lassen kann.

Liam Lawson wird für seine dritte Punktefahrt in Serie mit einer 2,24 und damit mit P5 belohnt, ehe knapp dahinter Pierre Gasly folgt. Kieselsteine können ein Auto zwar aus dem Rennen eliminieren, aber nicht aus dem Ranking, wie Nico Hülkenberg feststellen darf, der auf P7 mit 2,33 sein zweitbestes Saisonergebnis einfährt. George Russell bekommt trotz seiner schwachen Hard-Stints vier Punkte für Rang 8, Carlos Sainz und Sergio Perez runden die Top-10 ab.

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Barcelona: Historische Pleite für Charles Leclerc

Auch am unteren Ende des Rankings macht sich ein Ferrari breit. Charles Leclerc ruinierte sich mit seinem Qualifying-Unfall nicht nur seine Podiumschancen, sondern auch seine Noten. Bei den Lesern kommt er mit einer Benotung von 3,51 noch etwas gnädiger davon, die Redaktionsnote von 4,33 wirft ihn aber ganz nach unten. Leclerc landet mit einer Gesamtbewertung von 3,92 damit zum ersten Mal seit dem Sakhir-GP 2020 in einem Fahrer-Ranking auf der letzten Position.

Alex Albon und Valtteri Bottas zeigten in Barcelona ein eher anonymes Wochenende, dabei konnten sie aber beide nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie im Williams- bzw. Cadillac-Teamduell nur die zweite Geige spielten. Bei Albon fiel der Rückstand sogar enorm aus. In den Augen der Leser ist übrigens Lance Stroll mit einigem Abstand der schlechteste Fahrer an diesem Formel-1-Wochenende, doch seine beste Redaktionsnote der Saison befördert ihn bis auf P16 nach vorne - dem Qualifying-Sieg gegen Fernando Alonso sei Dank.

P.FahrerNote
20Bottas3,744. GP in Folge unter den letzten 3
21Albon3,75Schlechteste Note der Saison
22Leclerc3,92erstmals Letzter seit 2020

Härtefälle in Barcelona: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Lewis Hamilton
Der Anti-Russell! Im 1. Training musste Lewis Hamilton zusehen, okay, aber im 2. und 3. Freien Training fuhr Hamilton derart sogar hinter dem eigenen Teamkollegen her, dass man schon Angst haben musste. Mit Beginn von Q1 war der Rekordsieger der Formel 1 aber voll da. Seine Qualifying-Runde war ein Sahnestück, sein Rennen exzellent und komplett fehlerfrei. Das war Peak-Hamilton. Schade, dass er sich den Sieg nicht ohne VSC erkämpfen durfte.

Christian Menaths negativer Härtefall: George Russell
Das ganze Wochenende hat Russell Antonelli endlich wieder klar im Griff. Es scheint, als hätte Russell seine Form wiedergefunden. Als es drauf ankommt, schwächelt der Brite aber wieder. Seine Pace auf den harten Reifen war ganz schwach. Dass Antonelli mit sehr ähnlichen Waffen auf einer Strecke wie Barcelona vorbeigehen konnte, ist die Höchststrafe.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Lando Norris
Das Teamduell bei McLaren ist aktuell eine einseitige Angelegenheit. Nicht in der WM, aber was die Pace angeht. Vor allem, wenn es ans Reifenmanagement geht, ist Weltmeister Lando Norris der klar schnellere Pilot bei der Mannschaft aus Woking. Es sollte also nicht überraschen, dass bei dem Formel-1-Rennen mit der 2026 bisher fragilsten Reifen-Performance diese Lücke besonders aufgeht. Dass Norris dabei auch noch über lange Distanz mit den eigentlich klar schnelleren Mercedes mitgehen konnte, spricht für sich.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Charles Leclerc
Ich glaube, sogar Charles Leclerc hätte an diesem Wochenende Charles Leclerc als Härtefall genannt. Der Ferrari-Pilot nahm sich selbst nach dem zweiten selbst verschuldeten Qualifying-Unfall in Serie schwer in die Pflicht. Diese Offenheit ist menschlich beeindruckend, darf aber die Häufung von Fahrfehlern in letzter Zeit nicht entschuldigen. Die Pace bis zu seinem Ausfall war auch keine Offenbarung, selbst wenn wir das VSC-Pech ausklammern.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Nico Hülkenberg
Der nervige elfte Platz ist nicht mehr, Nico Hülkenberg hat seinen Qualifying-Fluch im siebten Rennen 2026 endlich gebrochen. Es war nicht das beste der besten Wochenende, aber trotzdem ein sehr gutes, und eines, bei dem er wahrscheinlich am Sonntag auch seinen Punkte-Fluch beendet hätte, wenn nicht ein gerade absurdes Pech ihm in die Parade gefahren wäre. Überhaupt hätte er mit weniger Pech (und aufmerksameren Strategen) das Mittelfeld angeführt. Das verdient einmal ein Zwischenlob.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Alex Albon
Jetzt müssen wir einmal leider Alex Albons sehr, sehr blassen Saisonstart hervorheben. Nach einem weiteren schwachen Wochenende in Spanien versichert Williams-Teamchef James Vowles, dass man das Auto bis Österreich auf den Kopf stellen wird. Doch der Trend von 2026, und auch von der zweiten Hälfte von 2025, eigentlich seit Carlos Sainz sich bei Williams eingefunden und das ärgste Pech abgeschüttelt hat, spricht absolut nicht für Albon. Im Qualifying von Barcelona waren es wieder sechs Zehntel, während er von Session zu Session planlos setuptechnisch im Dunkeln tappte.

Hamilton-Sensation & Antonelli-Drama! WM-Kampf jetzt offen? (10:05 Min.)

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Barcelona

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Hamilton111
2Russell332
3Norris111
4Verstappen212
5Piastri333
6Hadjar333
7Gasly222
8Lawson212
9Lindblad333
10Colapinto433
11Bortoleto444
12Sainz222
13Ocon443
14Perez222
15Leclerc454
16Antonelli222
17Bearman223
18Hülkenberg222
19Alonso333
20Albon434
21Bottas433
22Stroll322
Rennen224

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Barcelona?

Ein überragend spannendes Strategiedrama verhinderte in Barcelona leider die VSC-Phase nach dem Aus von Fernando Alonso, die Lewis Hamilton einen sehr günstigen Boxenstopp einbrachte. Dennoch fühlen sich alle von dem Rennen überdurchschnittlich gut unterhalten. Jedenfalls alle außer Markus Steinrisser, der den Grand Prix nur mit einer Vier benotet. Die anderen beiden Redakteure und die MSM-Leser sind sich hingegen relativ einig.

  • Lesernote Rennen: 2,05
  • MSM-Note Rennen: 2,67
  • Gesamtnote Rennen: 2,36

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking nach Barcelona

Nicht nur in der Fahrermeisterschaft der Formel 1 hat Lewis Hamilton mit seinem Sieg in Barcelona ordentlich Boden gegen Kimi Antonelli gutgemacht, sondern auch im Jahresranking. Während Antonelli in der WM-Tabelle noch etwas Puffer hat, trennen den Ferrari-Fahrer im Ranking nur noch wenige Punkte von dem Italiener. Am Notenschnitt gemessen hat Hamilton den Rückstand innerhalb eines Rennens mehr als halbiert.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.