Es ist vollbracht! Drei Grands Prix vor Schluss hat die MotoGP auch ihren Vizeweltmeister gefunden und nach dem emotionalen WM-Gewinn von Marc Marquez vor vier Wochen erneut Geschichte geschrieben. Nach dem Sprint in Malaysia ist auch Alex Marquez nicht mehr von Platz zwei in der Fahrer-Weltmeisterschaft zu verdrängen, womit am Jahresende zum ersten Mal in 76 Saisons Motorrad-WM ein Brüderpaar auf den ersten beiden Rängen der Gesamtwertung landen wird.
"Ich zittere immer noch. Ich habe diese Nervosität das gesamte Rennen über gespürt. Ich saß sehr steif auf dem Bike und dachte nur daran. Jetzt haben wir es geschafft. Zusammen mit Marc, der jetzt von zuhause zusieht, habe ich Geschichte geschrieben. Ich bin überglücklich", strahlte Alex Marquez nur folgerichtig beim Interview im Parc ferme, wo auch Vater Julia präsent war und Marc per Videocall zuschaltete. Gresini-Teammanager Michele Masini stimmte am 'ServusTV-Mikrofon' in die Feierlichkeiten ein: "Das ist ein historischer Tag für unser Team!"
Mehr geht nicht! Marquez-Brüder feiern historische MotoGP-Saison 2025
Bis die Bedeutung dieses geschichtsträchtigen Erfolges - vor Saisonstart hatte es in der MotoGP noch keinen einzigen Doppelsieg eines Brüderpaares gegeben - so wirklich eingesunken ist, wird es aber wohl noch etwas dauern. Wie viel ihm WM-Rang zwei bedeute? "Ich weiß nicht. Wenn du einen solchen Moment durchlebst, ist es schwierig, ihm die richtige Wertschätzung entgegen zu bringen", berichtete Marquez. "Ich bin mir aber sicher, dass ich ein dickes Grinsen im Gesicht haben werde, wenn wir in zehn Jahren mit einem guten Bier in der Hand auf dem Sofa sitzen und an diesen Moment zurückdenken."
Es gibt schließlich mehr als genug Gründe, stolz zu sein. Gemeinsam räumten die Marquez-Brüder in der laufenden Saison 13 Grand-Prix-Siege, 15 Sprintsiege, 54 Podien und neun Pole Positions ab. "Wir können nicht mehr verlangen", wusste auch Alex. "Das ist das perfekte Jahr für unsere Familie. Wir hatten sehr viel Spaß, haben das sehr genossen. Wir hatten viele Doppelsiege und gemeinsame Podien. Das ist verrückt. Wir müssen das wirklich genießen, denn das kann ein einzigartiger Moment in unserem Leben bleiben."

Bagnaia eine Nummer zu groß: Alex Marquez sucht nach Gefühl der Testfahrten
Dass die Hackordnung 2026 schon wieder ganz anders aussehen könnte, zeigte auch der Samstag in Malaysia. Nach den starken Wintertests auf dem Sepang International Circuit eigentlich als klare Ducati-Nummer-eins in das Wochenende gestartet, hatte Alex Marquez weder in Qualifying noch in Sprint eine Chance gegen den wieder erstarkten Francesco Bagnaia. "Ich musste heute hart [für Platz zwei] arbeiten", gestand der Gresini-Pilot auch selbst und musste anerkennen: "Ich habe mich heute nicht gut auf dem Motorrad gefühlt. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte nicht das Gefühl aus den Tests im Februar. Die Front fühlt sich nicht gut an und auch der Grip fehlt. Ich kann das Bike nicht einlenken, nicht aufrichten und dadurch auch nicht so früh ans Gas gehen, wie ich das gerne würde."
Zudem hätten auch die beiden Stürze vom Freitag nicht geholfen und dann war da auch noch der WM-Druck, den sich Marquez selbst auferlegte. "Ich bin nicht gut gefahren. Ich war zu nervös und zu steif. Das muss ich morgen verbessern", analysierte er knallhart. Das Gute: An die Weltmeisterschaft muss Marquez in den letzten fünf Rennen des Jahres nicht mehr denken. "Platz zwei in der WM sicher zu haben, wird mir mehr Selbstvertrauen geben. Ich kann wieder Rennen fahren, ohne Angst davor haben zu müssen, zu stürzen." Ist ein Zweikampf mit Bagnaia um den Grand-Prix-Sieg also möglich? Der 29-jährige Spanier zweifelt: "Das wird hart werden."
Vielleicht muss sich Alex Marquez im Malaysia-GP auch wieder gegen Teamkollege Fermin Aldeguer verteidigen, der im Sprint auf P3 ins Ziel gefahren war. Der Gresini-Rookie verlor seinen Podiumsplatz nachträglich aber noch. Mehr dazu hier:



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