Rekorde sind da, um gebrochen zu werden! Oder auch nicht, denn in diesem Fall hat ein junger Pilot in der Moto3-Saison 2025 nur auf eine Art und Weise für Schlagzeilen gesorgt. Der Neuseeländer Cormac Buchanan ist der größte Bruchpilot in der Geschichte des MotoGP-Paddocks, oder zumindest, seit dies in der Statistik ab Ende der 1990er zu erfassen ist.
Neuer Höchstwert: Cormac Buchanan stürzt fast zwei Mal pro Wochenende
Eigentlich wollte der erste 'Kiwi' der Motorrad-WM seit Chefsteward Simon Crafar wohl mit anderen Leistungen auf sich aufmerksam machen, nun ist es aber ein einsamer Negativrekord geworden. Den Höchstwert für die meisten Stürze innerhalb einer Saison hielten bisher zwei Piloten gleichauf. Sam Lowes in seiner einzigen MotoGP-Saison 2017 und Stefano Manzi in der Moto2-Saison 2018 lagen je 31-mal auf der Nase. Nun kommt Buchanan daher und ist satte 35-Mal(!) gestürzt. Moto3-Kollege David Almansa hätte mit seinen 31 Stürzen in der abgelaufenen Saison den alten Rekord eingestellt, aber so hat nun Buchanan die Aufmerksamkeit für sich.

Fairerweise muss gesagt werden, dass der Rookie des BOE-Teams mit dem Rekordkalender von 22 Rennen auch die meisten Gelegenheiten der Geschichte hatte, um zu stürzen. Trotzdem bleibt die Bilanz verheerend. Gegenüber der spanischen 'Marca' sprach der Teenager über seinen unrühmlichen Rekord. "Letztendlich bin ich aus dem Nichts hierhergekommen, und der einzige Weg, um Erfolg zu haben, ist, es aus eigener Kraft zu schaffen. Okay, manchmal waren es dumme Stürze, aber wenn ich gestürzt bin, dann weil ich versucht habe, mein Bestes zu geben", kommentiert er.
Vorbild Marc Marquez: Stürzen, um das Limit auszutesten
"Es gibt Fahrer, die häufiger stürzen als andere, und ich bin einer von ihnen. Letztendlich will niemand stürzen, aber wenn ich stürze, dann weil ich etwas versuche, weil ich bis an meine Grenzen gehe, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und hier zu bleiben", blieb er dann auch weiterhin bei seiner Sichtweise. Für ihn ist es Teil eines Lernprozesses als Neuling in der Meisterschaft. "Ich bin mir sicher, dass dies im Laufe meiner Karriere immer seltener vorkommen wird. Sicherlich werde ich in Zukunft noch mehr Stürze haben, aber es werden weniger werden", prognostiziert er, keinen weiteren Rekord aufzustellen.
Viele Stürze, weil man das Limit auslotet, das erinnerte unsere Kollegen von der Marca an niemand geringeren als Superstar Marc Marquez. Darauf angesprochen grinste der in Spanien lebende Buchanan: "Wenn ich so werde wie Marc Marquez, bin ich zufrieden, oder?"

Tatsächlich wirkte diese Methodik des Ausnahmefahrers in manchen Fällen auch bei ihm: "In Japan gab es zum Beispiel eine Kurve, in der ich nicht sehr spät gebremst habe, und ich sagte mir: 'Ich werde so spät wie möglich bremsen, so spät, wie es nur geht.' Ich habe das Limit gefunden und den Rest des Wochenendes war es eine meiner besten Kurven. Es geht also auch darum, zu experimentieren und verschiedene Dinge auszuprobieren. Es hilft, zu wissen, wo die Grenze liegt. Am meisten frustrieren mich die Fehler, die unnötig sind. Zum Glück hatte ich nicht viele davon, aber die meisten entstanden, weil ich zu viel Druck gemacht habe. Als Fahrer kann man das akzeptieren, wie Marc Marquez."
Team akzeptiert Stürze ebenfalls? Buchanans Platz für 2026 ist noch nicht bestätigt...
Nun kann vielleicht er selbst das so betrachten, aber was ist mit seiner Mannschaft von BOE Motorsports? Schließlich müssen die Mechaniker sein Motorrad wieder zusammenschrauben und die Teamführung die Ersatzteile zahlen. Hier sei laut dem Neuseeländer zu differenzieren: "Ich habe mich nach jedem Unfall beim Team entschuldigt. Das Gute für mich ist, dass ich ein Team habe, das das versteht. Sie verstehen, dass ich ein Neuling bin. Sie verstehen auch meine Mentalität, dass ich, wenn ich stürze, etwas ausprobiert habe. Sie sind nicht glücklich über die Stürze, die ich durch dumme Fehler verursacht habe, und ich bin es auch nicht. Es gab einige davon, aber in Japan waren sie nicht glücklich über den Sturz, sondern darüber, dass ich etwas ausprobiert habe."
Die endgültige Bestätigung, ob das Team wirklich hinter dieser Einstellung steht, ist bisher ausgeblieben. Als einzige Mannschaft hat BOE seine Fahrerpaarung für die Moto3-Saison 2026 noch nicht bekanntgegeben. Immerhin kann Buchanan von sich behaupten, trotz seiner Stürze mit 32 Punkten mehr als doppelt so viele wie Rookie-Teamkollege Ruche Moodley geholt zu haben. Die Chancen, dass wir ihn auch im kommenden Jahr in der Startaufstellung sehen werden, sollten also gegeben sein. Nur dann hoffentlich mit mehr Punkten als Stürzen...
Welche Fahrer hingegen ihren Platz für die Moto3-Saison 2026 sicher haben, erfahrt ihr in unserer Übersicht:



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