Monaco, Miami, Jeddah, Baku, Singapur, Las Vegas, Melbourne, Mexico-City - die Formel 1 zieht es in den letzten Jahren vermehrt in die Städte. Madrid folgt kommende Saison, ein Grand Prix in Bangkok ist für 2028 geplant. Der Trend zum Straßenkurs hat ganz praktische Gründe: Einerseits gestaltet sich die Anreise für die Fans in Städten oft einfacher als auf entlegenen permanenten Rennstrecken. Vor allem aber sind die großen Metropolen interessanter für Sponsoren oder Prominente - und die stehen bei Rechteinhaber Liberty Media ganz oben auf der Prioritätenliste.
MotoGP-Kalender: Was ändert sich mit Liberty Media?
Seit Juli 2025 gibt Liberty Media auch in der MotoGP offiziell den Ton an. 84 Prozent der Unternehmensanteile an Promoter Dorna wurden damals vom US-Konzern übernommen. Seither nähert sich die MotoGP in zahlreichen Bereichen der Formel 1 an. Im Rennkalender für das Jahr 2026 ist davon aber noch nicht viel zu sehen: Lediglich ein neuer Grand Prix in Brasilien kommt anstellen des Argentinien-GPs hinzu. Ansonsten bleibt das Programm identisch:
In den nächsten Jahren könnte sich das jedoch ändern. Die Formel 1 trug am vergangenen Wochenende ihr Rennwochenende in Las Vegas aus. Ein Event, das wie kein anderes sinnbildlich für die Liberty-Media-Ära steht und auch als einziger Grand Prix direkt vom Rechteinhaber vermarktet wird. Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta verschaffte sich vor Ort einen Eindruck. "Hier zeigt sich, was Liberty Media schaffen kann", staunte Ezpeleta im Interview beim spanischen TV-Partner 'DAZN'. "Die Art, wie sie Dinge rund um den Rennsport einfangen, ist unglaublich. Sie verstehen sehr viel von Entertainment und wir haben einen fantastischen Sport, der mit ihrer Hilfe noch besser werden wird."
MotoGP-Boss: Gibt Stadtkurse für uns!
Auf die Frage, ob ein solches Event wie der Las-Vegas-Grand-Prix der Formel 1 auch in der Königsklasse auf zwei Rädern denkbar wäre, gab sich Ezpeleta durchaus offen. "Hier können wir nicht fahren. Wir haben aber kein grundsätzliches Problem mit Stadtkursen. Die einzige Sache, die wir brauchen, sind Auslaufzonen. Es ist schwierig, sie hier (in Las Vegas, Anm.) zu haben, aber es gibt einige Formel-1-Stadtkurse, die wir nutzen könnten", so der 79-Jährige.

Welche das genau sein würden, sagte Ezpeleta nicht. Es gibt aber einige Anhaltspunkte. Bereits 2017 gab es Bestrebungen, mit der MotoGP am Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexico-City zu starten. Der damalige Sicherheitsinspektor Franco Uncini besichtigte die Strecke, sah sie aber nur mit größeren Umbauten als geeignet für die Motorrad-Weltmeisterschaft an. Seither wurde es wieder ruhig um einen Mexiko-Grand-Prix der MotoGP.
Gerüchte um ein mögliches Stadtrennen gab es dafür in diesem Jahr in Australien. Phillip Island ist zwar durch die malerische Umgebung und das spektakuläre Layout ein Favorit von Fahrer und Fans, die mangelnde Infrastruktur und das ebenso kleine wie optisch wenig ansprechende Paddock sind den Liberty-Media-Bossen aber ein Dorn im Auge. Lieber würde man den Australien-Grand-Prix deshalb an eine schicke Strecke in ein Ballungszentrum holen. In der Nähe von Melbourne soll in den kommenden Jahren der 'Avalon Motor Park' entstehen - die Anlage befindet sich allerdings erst in der Planungsphase. Im Herzen der Metropole gibt es mit dem 'Albert Park Circuit' aber bereits eine Formel-1-Rennstrecke, auf welche die MotoGP ebenfalls ein Auge geworfen haben soll. Auch hier wären aber wohl diverse bauliche Maßnahmen nötig, um die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten.
"Als wir 1992 als Promoter der MotoGP begonnen haben, war unser größtes Ziel, die Sicherheit zu verbessern. Das ist uns gelungen und davon werden wir auch nicht abweichen", stellt Dorna-CEO Ezpeleta klar. "Wenn es eine Strecke mit Auslaufzonen in einer Stadt gibt, dann sind wir aber gerne dabei."
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Würdet ihr die MotoGP gerne auch vermehrt in Städten sehen? Schreibt es uns in die Kommentare!



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