Formel 1 Österreich, Gewinner
Lando Norris
Was für ein Wochenende von Lando Norris! Wenn das immer so läuft, dann darf ruhig öfter ein McLaren-Junior FP1 fahren, denn ab dem zweiten Training war der Brite in einer eigenen Liga, da kam Oscar Piastri auch nicht mit. FP2, FP3, Q1, Q2, Q3, Rennen. Immer glänzte nur ein Name von der 1. Erst am Sonntag konnte Piastri überhaupt Gegenwehr leisten. Warum? Dazu später mehr. Für Norris war dieses dominante Wochenende die perfekte Antwort auf sein fehlerbehaftetes Kanada-Wochenende.
Ferrari
Endlich wieder ein Lebenszeichen der Scuderia. Der Rennsieg war für Ferrari zwar meilenweit entfernt, aber dahinter war der Österreich-GP eine 'gemähte Wiese' für die Italiener. Das machte Hoffnung, dass die neuen Upgrades tatsächlich Wirkung zeigen, wobei die Referenzgröße eines Rennens für einen endgültigen Rückschluss noch nicht ausreicht. Denn fairerweise muss man auch anmerken, dass sie mangels direkter Konkurrenz in Form eines früh verunfallten Max Verstappen und einer schwachen Mercedes-Pace auch leichtes Spiel hatten.
Liam Lawson
Apropos Lebenszeichen. Liam Lawson präsentierte sich in Spielberg auch in bestechender Form. Er übernahm die Rolle als Racing-Bull-Anführer, die eigentlich in den letzten Monaten meist Isack Hadjar innehatte. Als einer von nur zwei Fahrern exekutierte er die 1-Stopp-Strategie perfekt, wehrte Fernando Alonso ab und sicherte sich so den sechsten Rang. Und das alles nach einem beeindruckenden Qualifying, in dem er sich sogar damit brüsten konnte, Max Verstappen hinter sich gelassen zu haben. Nach dem bisherigen Saisonverlauf war so ein Befreiungsschlag mal bitter nötig.
A14 Management
Süßer hätten die ersten Formel-1-Punkte von Gabriel Bortoleto wohl nur schmecken können, wenn er dabei auch noch seinen eigenen Manager besiegt hätte. Doch das geschickte DRS-Timing von Fernando Alonso verhalf dem Spanier doch noch dazu, dass er seinen Protegé mit frischeren Reifen in Schach halten konnte. P7 für Alonso und P8 für Bortoleto. Beides ein voller Erfolg, auch wenn sich der Sauber-Pilot vorhalten lassen muss, dass er mit einer etwas kompromissloseren Fahrweise den Zweikampf für sich entscheiden hätte können – vielleicht sogar müssen. Nach dem Zielstrich war Alonso, der über sein Management-Büro A14 Bortoleto vertritt, der erste Gratulant des Sauber-Piloten. "Es war klar, dass es passieren würde. Man sieht, wie er arbeitet, wie er fährt und ich weiß, wie gut er ist", zeigte er sich nach dem Österreich-GP stolz.
Sauber
Es gab nicht nur Gabriel Bortoletos erste Formel-1-Punkte zu bejubeln. Sauber kann sich nach den letzten Wochen generell über einen beeindruckenden Turnaround freuen. Die davor schlechteste Mannschaft der Formel 1, die auf dem letzten Platz einzementiert zu sein schien, hat nun schon drei Wochenenden in Serie Punkte gesammelt – und das nicht zu knapp. In Spielberg schafften es erstmals beide Piloten unter die ersten Zehn, nachdem Nico Hülkenberg auf ein katastrophales Qualifying-Ergebnis eine wundersame Aufholjagd folgen ließ. Von P7 und P8 trennen die Schweizer in der Team-WM nur noch wenige Punkte, die Racing Bulls befinden sich ebenfalls in Schlagdistanz. Wie Hülkenbergs Aufholjagd gelang, könnt ihr in den Antworten zum Rennen nachlesen.
F1 (Der Film)
Während die echte Formel 1 in Spielberg ihr Rennwochenende über die Bühne brachte, flimmerte die Königsklasse auch weltweit über die Kino-Leinwände. Der Hollywood-Film 'F1' von Regisseur Joseph Kosinski und mit Brad Pitt in einer der Hauptrollen kam am Donnerstag in die Kinos. Die Rezensionen fielen bislang zwar gemischt aus, aber das Eröffnungswochenende war kommerziell ein voller Erfolg. Über 144 Millionen US-Dollar (123 Mio. Euro) hat er in nur vier Tagen eingespielt und bewegt sich damit in Sphären echter Blockbuster. Nur zum Vergleich: Kosinskis letzter Film 'Top Gun: Maverick' spielte an seinem ersten Wochenende zwanzig Millionen Dollar weniger ein.
Formel 1 Österreich: Die Verlierer
Oscar Piastri
Es besteht kein Zweifel, dass Lando Norris derzeit der schnellere der beiden McLaren-Fahrer ist. In Monaco fuhr er bereits einen Start-Ziel-Sieg ein, in Montreal war er bis zu seinem Mauerkontakt im Qualifying auf Pole-Kurs und im Rennen bis zu seinem selbst verschuldeten Unfall einer der schnellsten Fahrer auf der Strecke. Und jetzt diese Parade-Vorstellung in den steirischen Bergen. So langsam braucht Oscar Piastri mal wieder ein Wochenende, an dem er die bessere Pace als sein Teamkollege in den Asphalt brennen kann. Auf Dauer kann und will er sich sicher nicht auf regelmäßige Fehler des Vize-Weltmeisters verlassen.
Max Verstappen
Max Verstappen schrieb die Gedanken an eine Titelverteidigung ja schon kurz nach Beginn der Saison ab. Deshalb nahm er den Abschuss durch Kimi Antonelli in Österreich gelassener zur Kenntnis als man hätte erwarten können. Doch die Red-Bull-Teamführung redete bis zum Spielberg-Wochenende noch von der Formel-1-WM. Jetzt schreiben aber auch Teamchef Christian Horner und Berater Dr. Helmut Marko den Titel 2025 langsam ab. "Wir denken gar nicht an die Meisterschaft", sagte Horner am Red Bull Ring. Kein Wunder, Verstappen liegt jetzt schon 61 Punkte zurück und McLaren ist dominanter denn je.
Yuki Tsunoda
Der Österreich-GP illustrierte Red Bull einmal mehr in aller Deutlichkeit, wie sehr man von Verstappen abhängig ist. Denn Yuki Tsunoda bewegte sich in Spielberg im Nirgendwo. Im besten Falle hätte er möglicherweise um die letzten Punkte mitkämpfen können. Hätte. Denn dazu kam es nicht, nachdem er zunächst Franco Colapinto rausdrehte und dafür eine Strafe aufgebrummte bekam, sowie einen Extra-Stopp einlegen musste. Das war es dann mit seinem Rennen, das er sang- und klanglos abgeschlagen auf dem letzten Rang mit zwei Runden Rückstand beendete. Für Red Bull endete dadurch eine Serie von 77 Formel-1-Rennen mit Punkten.
Williams
Furios in die Saison gestartet, ist bei Williams in den letzten Wochen der Wurm drin. Nur ein Punkt aus drei Rennen ist ein Armutszeugnis für jenes Team, das es in Miami und Imola noch mit den Topteams aufnehmen konnte. In Österreich ging für die Grove-Mannschaft am Rennsonntag alles schief. Carlos Sainz klemmte schon vor dem Start die Bremse, ehe sein Auto am Ende der Boxengasse abfackelte, Alex Albon musste mit einem technischen Problem ebenfalls früh abstellen. Es war der dritte Ausfall des WM-Achten in Serie.
Mercedes
Der Mercedes ist und bleibt ein inkonstantes One-Hit-Wonder und heiße Temperaturen liegen dem W16 ohnehin nicht. In Österreich verursachte dieser Umstand viel Leiden im Camp der Silberpfeile. George Russells fünfter Platz war das absolute Maximum des Möglichen, ein Angriff auf Ferrari unvorstellbar, wenn überhaupt dann musste man sich gegen das Mittelfeld orientieren. Dass dann auch noch der Fehler von Kimi Antonelli in Runde 1 hinzukam, der Italiener in Kurve 3 Verstappen torpedierte und sich damit gleichzeitig aus dem Rennen nahm, verursacht nur noch mehr Kopfschmerzen. P2 in der Konstrukteurs-WM ist jedenfalls erst einmal weg.



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