Noch bevor die Ampeln in Spielberg auf Grün schalteten, war klar: auf Mercedes wartet ein hartes Stück Arbeit. Kurz vor dem Start zeigte das Thermometer 50°C Streckentemperatur an, womit der Asphalt 15 Grad heißer war als noch im ersten Freien Training am Freitag als George Russell mit Bestzeit glänzte. "Ich hatte ein schlechtes Rennen erwartet, aber es war schlimmer als ich es mir überhaupt vorstellen konnte", klagte George Russell, nachdem er mit einer Minute Rückstand auf McLaren-Pilot Lando Norris als Fünfter die Ziellinie überquerte.

Formel-1-Realitätscheck für Russell

Nach seinem Sieg in Kanada war der Österreich GP für den Mercedes-Piloten ein beinharter Realitätscheck. Die Temperatur gepaart mit der Streckencharakteristik des Red Bull Ring - langgezogene Kurven und ein rauer Asphalt – brachten das Problem der Überhitzung wieder zu Tage. "Das Team arbeitet seit sechs Monaten hart daran dieses Problem zu lösen. Wir haben Ideen, aber nichts, was wirklich funktioniert, wir machen im Moment keine großen Fortschritte", klagte der 27-Jährige und übte sich in Galgenhumor: "Jetzt heißt es Daumen drücken, dass es die restliche Saison bewölkt bleibt."

Trotz des immensen Rückstandes auf McLaren holte Russell als Fünfter wichtige WM-Punkte, während beispielsweise Red Bull in Österreich leer ausging. Daran war Mercedes allerdings nicht ganz unschuldig, denn Rookie Kimi Antonelli krachte in den RB21 von Max Verstappen – das Aus für beide Piloten. Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellte sich danach schützend hinter den 18-Jährigen. "Das passiert unerfahrenen Piloten, aber es ist auch den Großen schon passiert. Das gehört einfach zur Formel 1 dazu", so der 53-jährige.

Crash mit Kimi Antonelli - WM-Knockout für Max Verstappen! (09:59 Min.)

Mercedes-Hoffnung ruht auf Silverstone

Nach dem für ihn enttäuschenden Heimrennen in Spielberg übte sich Toto Wolff in Schadensbegrenzung. "Was heute passiert ist, ist ganz klar nicht die Norm", stellte der Österreicher klar. Gleichzeitig wollte er die Schuld nicht in Faktoren wie Temperatur, Asphalt und Kurven suchen. "Wir experimentieren derzeit ein wenig damit, wie wir das Auto positionieren, wie wir es auf die Strecke bringen, wo wir die Balance finden, und hier haben wir eindeutig einen Fehler gemacht. Das wissen wir", räumte Wolff ein.

Für ihn heißt es jetzt Österreich abhaken und Fokus auf Silverstone lenken. Beim Mercedes-Heimrennen will die Mannschaft aus Brackley vorn mitmischen. Die Chancen stehen gut, die Wetterprognosen sagen für das Wochenende 20 Grad und 50% Regenwahrscheinlichkeit voraus. "Wenn ich einen Pullover tragen muss, ist das immer gut für die Leistung unseres Autos", scherzte Wolff. Voller Hoffnung blickt auch Russell auf den bevorstehenden Großbritannien GP, immerhin stand er im Vorjahr auf der Pole Position – und auch der Sieg ging an Mercedes. "Wenn die Prognosen stimmen, dann wird es ähnlich wie in Kanada laufen. Wir werden vielleicht nicht so dominant sein, warten wir ab“, so Der Brite.

Lando Norris hat das Formel-1-Rennen in Österreich 2025 gewonnen. War er auch wirklich der beste Fahrer des Spielberg-Wochenendes? Jetzt alle F1-Piloten für das MSM-Ranking bewerten!