Die Formel 1 steuert an diesem Wochenende auf das heiß erwartete Saisonfinale zu. Zum ersten Mal in der Ground-Effect-Ära der Königsklasse wird der Fahrer-Titelkampf im letzten Rennen entschieden und auch wenn Lando Norris der Topfavorit ist, zeigten die letzten Wochen wie fragil sein Punktevorsprung doch sein kann.

Max Verstappen ist nun sein erster Gegner. Der Red-Bull-Pilot hat seit der Sommerpause das Unmögliche möglich gemacht und einen Rückstand von 104 Zählern zur Spitze auf ein Dutzend reduziert. Nicht wenige, inklusive dem Niederländer selbst, glauben dass er das trotz und nicht wegen seinem Red Bull geschafft hat. Im McLaren wäre er längst schon Weltmeister, ist Verstappen überzeugt.

Alonso: Wir alle glauben, dass wir im besten Auto Formel-1-Weltmeister werden

Auch Fernando Alonso ließ durchklingen, dass er dieser Ansicht ist. Er betonte vor dem Formel-1-Wochenende in Abu Dhabi: "Wir wissen, dass Max ein unglaublicher Fahrer ist und das Maximum aus dem Auto herausholt. Bei einigen Rennen, die er in diesem Jahr gewonnen hat, tat er das nicht wegen dem Auto, sondern wegen ihm selbst."

Alonso glaubt, dass es sich schwer einschätzen lässt, ob er selbst auch im McLaren schon den Titel eingefahren hätte. "Wir alle sagen, dass wir die Weltmeisterschaft mit dem besten Auto gewinnen können. Wir haben alle dieses Selbstvertrauen", so der Asturier, "aber diese Frage kann ich nicht beantworten."

Formel 1 2006: Seitdem wurde der beste Fahrer nicht mehr Weltmeister

Dass das Selbstvertrauen des Aston-Martin-Piloten ungebrochen ist, unterstrich er auch gleich mit seiner Antwort auf die nächste Frage. Diese lautete, ob es, wenn Verstappen nicht den Titel gewinnt, automatisch bedeuten würde, dass nicht der beste Fahrer der Saison Weltmeister geworden ist. Eine Frage, die er wenig verlegen nicht auf den amtierenden Weltmeister bezog, sondern auf sich selbst ummünzte. Alonsos schnippische Antwort darauf: "Das ist in den letzten 19 Jahren passiert, also wird es dieses Mal das 20. sein."

Damit spielt er natürlich auf seine eigenen WM-Titel an. Denn 2006 krönte sich Alonso zum zweiten Mal und bislang letzten Mal zum Champion, ehe er anschließend aufgrund einer Kombination aus knapp verlorenen Titelkämpfen und einer Reihe schlechter Karriere-Entscheidungen Schritt für Schritt in die Erfolgslosigkeit abrutschte. Ganz ernst gemeint ist die Antwort wohl kaum, wie Alonso auch mit einem Grinsen durchblicken ließ.

Erfahrung mit Titelentscheidungen im letzten Rennen kann Alonso den jetzigen Titelkandidaten aber reichlich mit auf den Weg geben. Denn nach seinen beiden Erfolgssaisonen ging er noch dreimal als aussichtsreicher WM-Kandidat ins letzte Formel-1-Rennen, nur um immer mit Haaresbreite zu verlieren - zum letzten Mal in Brasilien 2012.

Mentale Herausforderung im WM-Finale: So erlebte es Alonso

Sein Fazit: Der Vorlauf zum Wochenende sei "hart", im Auto ändere sich deshalb aber nichts. "Selbst wenn man abschalten und es wie ein normales Rennen behandeln will, dann gibt es immer Inputs von außen, die dich daran erinnern, dass es ein sehr besonderes Rennen ist", erklärte der derzeitige WM-Zwölfte.

"Es ist mehr Stress und mehr Druck. Aber am Ende des Tages, wenn man das Visier herunterklappt und die Garage verlässt, dann ändert sich nicht viel an deinem Fahrstil, deiner Fahrtechnik und deinem Wunsch, gut zu fahren. Es ist also nicht so, als ob man anders fahren würde", führte er weiter aus. Der Trick das Visier herunterzuklappen und damit auch gleich den Kopf voll freizubekommen, mag bei Alonso gut funktionieren. Ob dieser auch bei den McLaren-Fahrern, die ja 2025 durchaus einige mentale Schwächen erkennen ließen, so gut klappt, wird das anstehende Formel-1-Wochenende zeigen.