Fernando Alonso hat bei der Formel 1 in Spa-Francorchamps dieses Wochenende wie immer nicht viel zu erwarten. Aston Martin hat auch für das zehnte Rennen im F1-Kalender 2026 kein Upgrades am Auto. Entsprechend des bisherigen Kräfteverhältnisses erwarten die Fahrer einen neuen Tiefpunkt, zugleich aber auch einen letztmaligen. Erstmals neue Teile sind für kommende Woche in Ungarn angekündigt. Alonso verfolgt deshalb nur einen Plan: rechtzeitig abreisen, um das Fußball-WM-Finale Spanien vs. Argentinien zu schauen.

"Wir erwarten dieses Wochenende nicht viel. Mein Fokus liegt ehrlich gesagt darauf, am Sonntag nach Hause zu kommen und das Spiel zu schauen", so der 44-Jährige, der selbst als Freizeit-Kicker in der Vergangenheit manches Mal eine gute Figur machte. "Ich habe die meisten Spiele geschaut, aber die zweite Halbzeit oft verpasst, weil ich zuhause dann andere Pflichten hatte", schmunzelt er. "Am Sonntag ist es um 21:00 Uhr, das wird auch schon schwierig mit dem Heimflug. Vielleicht sehe ich dann diesmal nur die zweite Halbzeit."

Für Spanien gibt es beim Finale der Fußball-WM 2026 alle Chancen auf einen Erfolg. Für Alonso lässt sich das mit Blick auf das bevorstehende Wochenende in Belgien nicht behaupten. Aston Martin fällt dieses Jahr bisher mit jedem Rennwochenende weiter zurück. Die Briten haben sich darauf eingeschworen, erst im Sommer ein großes Upgrade zu bringen. Mittlerweile ist selbst Neueinsteiger Cadillac dem etablieren Team komplett davongezogen.

Spa-Francorchamps die Höchststrafe für das Formel-1-Auto von Aston Martin

"Wir haben immer noch dasselbe Auto wie beim Wintertest und alle anderen haben Upgrades für ihre Autos gebracht. Wir sind langsam, aber wir werden auch immer langsamer, weil die anderen immer besser werden. Dieses Wochenende wird hart", so Alonso mit Blick auf den anspruchsvollen Charakter des Circuit de Spa-Francorchamps. Der 7,004 Kilometer lange Highspeed-Kurs hat einen Vollgasanteil von über 70 Prozent. Insgesamt werden 4,594 Kilometer voll gefahren, ein Großteil davon entfällt auf die Sektoren eins und drei.

Wie stark eine Power-sensitive Strecke die Defizite der von Aston Martin und Honda betont, zeigte die Qualifyings in den vergangenen Wochen. In Österreich lag Alonso satte 5,792 Prozent über er Pole-Zeit von George Russell. In Silverstone lag Lance Stroll zuletzt 5,393 Prozent über der Pole-Zeit von Kimi Antonelli. Wie schlimm es für Aston Martin wird, kann Alonso aber erst nach dem FP2 am Freitag beurteilen. Und zwar nicht nur, weil im ersten Training der Entwicklungsfahrer in seinem Auto sitzt.

"Ich weiß es noch nicht, weil ich Spa im Simulator nicht gefahren bin", so Alonso. "In Sektor zwei musst du viel für die Gegengerade laden, aber auch Turn 17 und Eau Rouge werden anders sein. [...] Es ist nicht nur der Speed, der von der Batterie abhängt. Es kommt auch auf den Speed durch den Verbrennungsmotor an. Vielleicht leiden wir in Sektor zwei mehr als in den anderen beiden Sektoren, wo du die ganze Batterie abrufst. [...] Uns werden drei, vier, fünf Sekunden fehlen."

Ein letztes Mal Leiden für Fernando Alonso vor dem großen Formel-1-Upgrade?

Eine Woche später soll es in Ungarn dann endlich aufwärts gehen. "Hoffentlich wird es das letzte schmerzhafte Wochenende", so Alonso mit Blick auf Spa. Am Trainingsfreitag auf dem Hungaroring sind die ersten neuen Teile für den AMR26 geplant. "Es ist schwierig, für so ein Upgrade irgendwelche Zahlen auszugeben, oder eine Schätzung. Wir haben genug Erfahrung, um zu wissen, dass wir gewisse Performance-Ziele nicht erreichen werden. Es geht mehr darum, herauszufinden, ob es in die richtige Richtung geht. Die Philosophie des Autos war wohl nicht die richtige, und das ändern wir gerade", erklärt er weiter.

In Anbetracht der kraftlosen Power Unit von Honda, die ebenfalls stark weiterentwicklungsbedürftig ist, erwartet er auch nach den Upgrades für das Chassis noch weitere Rennwochenenden mit großem Rückstand: "Auf ein paar Strecken werden uns die Upgrades nicht viel bringen, zum Beispiel in Monza. Da gibt es nur ein paar Kurven und du bist vollständig auf die Energie angewiesen, die dir zur Verfügung steht, und in diesem Bereich werden wir uns gerade nicht großartig verbessern."