Schlechter hätte die Formel-1-Saison 2026 für Max Verstappen wohl kaum beginnen können. Schon zu Beginn seiner ersten schnellen Qualifying-Runde ging alles schief. Noch vor Kurve 1 rotierte es den Red Bull RB22 heftig von der Strecke, Verstappen rauschte durch das Kiesbett und schlug in die Wand ein. "Fantastisch", ätzte er zynisch in den Funk.
Ein Unfall, der an den Abflug von Aston-Martin-Pilot Lance Stroll bei den Testfahrten in Barcelona erinnerte. Von außen betrachtet sah der unangekündigte Abflug komisch aus und genauso fühlte er sich auch im Cockpit an. Verstappen gab sich fassungslos und erklärte den Vorfall aus seiner Perspektive: "Ich trat auf das Bremspedal und die Hinterachse blockierte plötzlich komplett. Das ist sehr komisch, vor allem bei diesen Formel-1-Autos."
"So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt", sagte der verblüffte Niederländer. "In diesem Moment kann man natürlich bei dieser Geschwindigkeit nichts mehr abfangen", betonte er. Auch das Team war nach dem Qualifying noch mit Rätselraten beschäftigt. Chefingenieur Paul Monaghan merkte im Interview gegenüber ServusTV aber an: "Es sah nicht so aus, als ob etwas mit dem Auto falsch war." Er betonte aber auch: "Wir haben noch nicht mit Max gesprochen."
Verstappens Abflug war nur eine Episode in einem ereignisreichen Qualifying im Albert Park. Den gesamten Bericht könnt ihr hier nachlesen:
Max Verstappen nach Unfall unverletzt
Die ersten Bilder nach dem Unfall ließen Böses erahnen, denn Verstappen hielt sich das Handgelenk. Offenbar waren seine Hände beim Einschlag vom Lenkrad getroffen worden, was schnell zu einer groben Verletzung führen kann. Wenig überraschend ging es für den Australien-Sieger von 2023 deshalb erst einmal ins Medical Center.
"Es war so ein komisches Gefühl, wenn man feststellt, dass es ziemlich weh getan hat", beschrieb Verstappen die ursprüngliche Sorge über eine Verletzung. Im Medical Center angekommen konnte schnell Entwarnung gegeben werden: Verletzung wurde keine festgestellt. "Ich musste nur ein paar Röntgenaufnahmen anfertigen lassen, um zu überprüfen, ob meine Hände gebrochen waren. Aber es gab keine Brüche", war der amtierende Vize-Weltmeister erleichtert.
Mit Blick auf den Rennsonntag weiß er selbst noch überhaupt nicht, was er erwarten kann. Fest steht, dass er von Startplatz 20 aus viele Positionen gutmachen müsste, um überhaupt in die Punkte zu kommen - geschweige denn in den Kampf um das Podium. Wie gut überholen mit diesen Autos möglich ist, darüber gehen die Meinungen diametral auseinander. "Ich habe selbst noch keine Ahnung, ob man im Rennen überholen kann oder nicht. Da gibt es noch viele Fragen", so Verstappen gegenüber ServusTV. Mit Setup-Änderungen ist jedenfalls Stand jetzt nicht zu rechnen: "Ich wüsste nicht einmal, was man ändern sollte."
Seiner Abneigung gegen die neuen Formel-1-Autos hat der Unfall jedenfalls keinen Abbruch getan. Wobei diese schon vor dem Qualifying einen Siedepunkt erreicht hat. Am Freitag gingen die Wogen im Fahrerbriefing hoch, als Verstappen seiner scharfen Kritik an den aktuellen Regeln Nachdruck verschaffte und offenbar vom Großteil des Feldes Unterstützung fand. Wie wenig der vierfache Weltmeister von den aktuellen Regeln hält, könnt ihr hier nachlesen:



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