Mercedes überrollt seine Gegner beim ersten Formel-1-Qualifying 2026 mit einer unantastbaren Performance. George Russell bestätigte seine Favoritenrolle am Samstag in Australien mit einer dominanten Pole Position. Kimi Antonelli wurde an einem turbulenten Tag sensationell Zweiter. Red Bull war mit Isack Hadjar abgeschlagen die dritte Kraft. Teamkollege Max Verstappen hatte im Q1 nach einem Technik-Problem einen kuriosen Unfall erlitten und konnte nicht ins Geschehen eingreifen. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Australien gibt es im Live-Ticker.

Nach zwei ereignisreichen Sessions war George Russell der haushohe Favorit im Q3-Finale über 12 Minuten. Der Zehnte im Bunde fehlte dabei allerdings. Gabriel Bortoleto hatte den Audi als Zehnter zwar ins Q3 gefahren, war nach dem Q2 aber wegen eines technischen Problems nicht an die Box zurückgekehrt und konnte deshalb nicht teilnehmen.

Der Showdown musste für die neun verbliebenen Fahrer verschoben werden. Kimi Antonelli verlor nach Kurve zwei ein Kühlgebläse, das die Mechaniker am Auto vergessen hatten. Nachdem Lando Norris das Debris überfuhr und in seine Einzelteile zerlegte, musste die Session mit der roten Flagge gestoppt werden. Der Frontflügel vom McLaren des Weltmeisters wurde während der Pause in der Garage mit Tape geflickt.

Mit knapp zehn Minuten auf der Uhr ging es nach der Unterbrechung in den zweiten Versuch. Die Reihenfolge am Boxenausgang diesmal: Antonelli, Russell, Hadjar, Piastri, Leclerc, Hamilton, Norris. Die Racing Bulls beschränkten sich auf einen Run. Der chaotische Samstag ging für Antonelli mit einem Verbremser in Kurve eins weiter. Der Italiener musste durchs Kiesbett und schmiss den ersten Versuch damit weg. An der Spitze gab einmal mehr George Russell mit 1:19.084 Minuten den Ton an. Auf den Plätzen zwei und drei kamen Norris und Hadjar auf eine halbe Sekunde heran, dahinter zeigten Leclerc, Piastri und Hamilton keine konkurrenzfähigen Rundenzeiten.

Für den letzten Schuss war Kimi Antonelli wieder zuerst unterwegs. Dahinter folgten Russell, Leclerc, Piastri, Hadjar, Norris und Hamilton. Der Italiener lieferte mit 1:18.811 Minuten eine Kampfansage, war George Russell damit aber letztendlich nicht gewachsen. Der Brite holte sich mit 1:18.518 Minuten souverän die achte Pole Position seiner Karriere. Hinter dem dominanten Mercedes-Duo lag Hadjar als Dritter bereits acht Zehntelsekunden zurück. Die Top-10 komplettierten Leclerc, Piastri, Norris, Hamilton, Lawson, Lindblad und Bortoleto.

Antonelli lief nach der Session noch Gefahr, seinen zweiten Platz in der Startaufstellung für den Grand Prix am Sonntag zu verlieren. Gegen ihn lief eine Untersuchung, weil das Team seinen Mercedes im Q3 in einem unsicheren Zustand auf die Strecke schickte und damit die Unterbrechung auslöste. Der Fahrer kam aber mit zwei blauen Augen davon. Er durfte seinen Startplatz behalten, nur das Team musste für das Vergehen eine Geldstrafe von 7.500 Euro zahlen.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle:Verlorenes Teil von Antonellis Auto sorgt für rote Flagge
Top-5:1. Russell - 2. Antonelli - 3. Hadjar - 4. Leclerc - 5. Piastri

Q1 in Australien: Skandalöser Verstappen-Crash rettet Kimi Antonelli

Das war Q1: Zu Beginn des 18-minütigen Q1 übernahm zunächst das Mittelfeld das Kommando. Arvid Lindblad und Liam Lawson sorgten für eine frühe Racing-Bulls-Doppelführung, bevor die Favoriten allmählich in die Gänge kamen. Oscar Piastri unterbot den Rookie um eine halbe Sekunde, wurde dann aber tatsächlich noch von Gabriel Bortoleto getoppt. Bis auf Ferrari setzten alle Teams für die ersten Runs auf Soft, nur Ferrari fuhr Medium. Das erste Machtwort von Mercedes lieferte George Russell, nachdem Kimi Antonelli in Folge seines heftigen FP3-Unfalls zunächst nicht teilnehmen konnte.

Der Pace-Setter aus der Qualifying-Generalprobe legte mit 1:19.840 Minuten die erste Messlatte für die Konkurrenz. Isack Hadjar lag im Red Bull als Zweiter schon sechs Zehntelsekunden zurück, während Teamkollege Max Verstappen erst nach acht Minuten die Garage verließ. Die Attacke des vierfachen Champions endete in der Streckenbegrenzung von Kurve eins. Zu Beginn seiner ersten Push-Lap verlor er auf der Bremse das Heck, drehte sich und rutschte durch das Kiesbett in die Tecpro-Barriere. "Das Auto hat verdammt nochmal einfach die Hinterachse blockiert. Fantastisch", kommentierte Verstappen den offenbar von der Technik herbeigeführten Abflug im Funk.

Nach einer rund zehnminütigen Unterbrechung für die Bergung des Red Bulls, wurde das Q1 mit siebeneinhalb Minuten auf der Uhr wieder aufgenommen. Der Crash von Max Verstappen war für Kimi Antonelli die Rettung. Durch die rote Flagge schaffte es die Mercedes-Crew, die Reparaturen abzuschließen und den Italiener für den Restart auf die Strecke zu schicken. Williams und Aston Martin gelang dies nicht. Carlos Sainz und Lance Stroll wurden im FP3 mit technischen Problemen lahmgelegt und ihre Mannschaften konnten die Probleme für den Einsatz im Qualifying nicht beheben.

In der Schlussphase war mit den drei Technik-Pechvögeln bereits die Hälfte der K.o.-Plätze reserviert. Piastri schraubte die Bestzeit währenddessen auf 1:19.664 Minuten herunter. Gleich darauf wurde er von Russell um anderthalb Zehntelsekunden unterboten. Dahinter kam auch Ferrari mit Hamilton auf P3 in die Gänge. Der Rekordweltmeister kam bis auf drei Zehntelsekunden an die Bestzeit heran. Antonelli nutzte seine Chance und kam als Sechster in die nächste Runde.

Bei Aston Martin sah es für Fernando Alonso bis zum Schluss danach aus, als würde er nach der verhexten Saisonvorbereitung und dem desaströsen Freitag tatsächlich den Sprung ins Q2 schaffen. Erst in allerletzter Sekunde kickte ihn Franco Colapinto heraus. Neben Alonso war auch für Debütant Cadillac früher Feierabend. Sergio Perez setzte sich gegen Valtteri Bottas durch und verlor als 18. drei Sekunden auf die Bestzeit von George Russell. Der Mexikaner war damit aber noch sechs Zehntelsekunden langsamer als Fernando Alonso auf P17.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle:Max Verstappen crasht in Turn 1 wegen Technik-Ärger
ausgeschieden: 17. Alonso - 18. Perez - 19. Bottas - 20. Verstappen - 21. Sainz - 22. Stroll
Top-5: 1. Russell - 2. Piastri - 3. Hamilton - 4. Norris - 5. Hadjar

Q2 in Australien: Audi im ersten F1-Qualifying in den Top-10 und trotzdem K.o.

Das war Q2: Im zweiten Teil über 15 Minuten legte Ferrari mit Charles Leclerc vor, doch Mercedes schaltete sich umgehend ein. Kimi Antonelli übernahm kurz die Spitze, dann fuhr George Russell noch einmal sechs Zehntelsekunden schneller und lieferte als erster Fahrer an diesem Wochenende eine Rundenzeit unter 1:19 Minuten ab. Die Messlatte für die Gegner lag bei 1:18.934 Minuten. Piastri war daraufhin schneller als Antonelli, aber nur um zwei Hundertstelsekunden.

Ferrari wurde dabei komplett abgehängt. Bevor es in die Schlussphase ging, lag Leclerc mit 1,1 Sekunden auf Russell nur auf P7. Lewis Hamilton hatte noch gar keine verwertbare Rundenzeit zustande gebracht und war nur 16. Mit ihm in der K.o.-Zone befanden sich Pierre Gasly, Oliver Bearman, Alex Albon, Nico Hülkenberg und Franco Colapinto. Mit seinem letzten Versuch gelang Hamilton eine 1:19.921 Minuten, die für P7 reichte. Leclerc verbesserte sich noch auf P2, war aber vier Zehntel langsamer als Russell.

Die Audi-Teamkollegen machten derweil den letzten Platz im Q3 unter sich aus. Zunächst legte Nico Hülkenberg vor, dann unterbot Gabriel Bortoleto den Deutschen um weniger als eine Zehntelsekunde. Damit sicherte der Brasilianer seinem Team beim F1-Debüt einen Startplatz in den Top-10. Das Qualifying war für ihn trotzdem beendet. Auf dem Weg zurück an die Box rollte Bortoleto kurz vor der Pit-Entry-Linie aus. Bei seiner langsamen Fahrt in die Boxengasse kam es hinter ihm fast zu einem Auffahrunfall zwischen den beiden Racing-Bulls-Teamkollegen, als Lindblad vom langsamen Lawson überrascht wurde, der hinter Bortoleto rollte.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle:Lindblad crasht im Pit Entry nach dem Qualifying fast in Lawson
ausgeschieden:11. Hülkenberg- 12. Bearman- 13. Ocon - 14. Gasly - 15. Albon - 16. Colapinto
Top-5:1. Russell - 2. Leclerc - 3. Antonelli - 4. Piastri - 5. Hadjar

Das Wetter: Melbourne bot für das erste Formel-1-Qualifying 2026 wie bereits das gesamte Wochenende über Traumbedingungen. Die Außentemperatur betrug zum Start um 16:00 Uhr Ortszeit 21 Grad Celsius. Der Asphalt wurde bei klarem Himmel und Sonnenschein auf 38 Grad Celsius erwärmt. Die Luftfeuchtigkeit betrug 67 Prozent.