Der erste Trainingstag der Formel-1-Saison 2026 ist geschafft. Wie die Hackordnung aussieht, hat sich aus den ersten zwei Sessions nicht herauslesen lassen. Vor allem Red Bull bleibt ein Mysterium. Obwohl sich die Bullen beim FP1 dominant präsentierten, verlief das zweite Freie Training durchwachsen. Max Verstappen fiel mit Problemen und einem holprigen Fehler auf.
Dabei startete der vierfache Weltmeister vielversprechend in den Tag. In der australischen Mittagssonne – 02:30 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit – buhlte er mit Charles Leclerc um die Tabellenführung beim ersten Freien Training. Die Ferraris setzten sich schließlich durch und verwiesen Verstappen auf Platz drei. Doch mit nur fünf Hundertstelsekunden Rückstand auf Lewis Hamilton auf Platz zwei war Red Bull mittendrin im Kampf um die Spitze. "In FP1 haben wir eine gute Anzahl an Runden absolviert", lautete Verstappens Fazit.
Das Blatt wendete sich aber, als Verstappen für das zweite Freie Training aus der Box fuhr. Tatsächlich schaffte er es erst gar nicht auf die Strecke, schon bei der Boxengassenampel verabschiedete sich sein RB22 plötzlich von selbst. Die Red-Bull-Mechaniker mussten ihn bei der Ausfahrt abholen und zurück in die Garage schieben. Das gleiche Problem trat bereits während des ersten Trainings beim Schwesternteam Racing Bulls auf. Arvid Lindblad strandete ebenfalls an der Boxengassenausfahrt.
Max Verstappen räubert durch Kiesbett: RB22 bis Samstag repariert?
Nach dem Training verriet Red Bulls Chefingenieur Paul Monaghan die Gründe für den seltsamen Vorfall: "Das elektronische Motorsteuerungssystem [ECU, Anm. d. Red.] hat in der Boxengasse Schwierigkeiten gemacht. Als wir es zurückbekommen haben, steckte der Gang fest. Aber wir haben das Problem behoben und das Auto wieder hinausgeschickt."
Verstappen konnte erst zur Halbzeit wieder in die Geschehnisse auf der Strecke eingreifen – und auch dann nicht lange. Zehn Minuten vor Schluss befand sich der Niederländer auf einer schnellen Runde, als er in Kurve zehn die Kontrolle verlor. Sein RB22 übersteuerte, kam auf einen dreckigen Teil der Strecke und flog ins Kiesbett ab. Verstappen konnte seinen Boliden abfangen, bevor er der Streckenbegrenzung nahekam.
Bei dem wilden Ritt über die unebenen Steinchen flogen Teile des Unterbodens durch die Luft. Der Red-Bull-Pilot schleifte seinen havarierten Boden noch eine ganze Runde über den Albert Park Circuit, bevor er an die Box kam und sein Training beenden musste. "Ich hatte Probleme mit dem Grip. Wir hatten keinen sauberen Tag, aber in Bezug auf Pace sind wir, wo ich uns erwartet habe. Wir werden analysieren, was funktioniert hat, was wir über die Nacht noch verbessern können", so Verstappen, der sich am Ende mit nur einer schnellen Runde auf dem Soft-Reifen auf Platz sechs einreihte.
Monaghan beruhigte anschließend auch jegliche Sorgen über die Schäden an Verstappens RB22: "Es ist alles reparabel und wir werden morgen mit genügend Zeit für das dritte Freie Training fertig sein."
Auch Isack Hadjars erster Tag als Red-Bull-Fahrer ist vorüber. Anders als sein Teamkollege hatte er – bis auf ein paar Verbremser – einen einigermaßen sauberen Tag. "In FP1 war alles gut, in FP2 hatten wir ein paar Probleme mit dem Auto. Die Balance war schwierig, da haben wir ein paar Änderungen gemacht. Und inkonsistenter Energie-Einsatz, ich musste die Bremspunkte ständig anpassen, sehr durcheinander", beschrieb Hadjar. Dennoch ist er optimistisch. Das darf er fürs Erste auch sein: Im FP1 fehlten ihm nur drei Zehntel auf Verstappen, im FP2 sechs. Das ist zwar immer noch eine kleine Welt, aber für seinen ersten Einsatz als zweiter Red-Bull-Pilot eine gute Basis.
Isack Hadjar dürfte nicht der Einzige sein, der mit dem Energiemanagement in Australien zu kämpfen hat. Die Strecke ist eine der schlimmsten für die neuen Regeln. Die Gründe dafür erklärt Christian hier:



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