Eine Woche vor seinem Formel-1-Debüt in Australien nahm Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad in Sebastian Vettels RB8 aus dem Jahr 2012 Platz. Der Grund? Die zweite Ausgabe des Red Bull Moto Jams, Indiens größtem Motorsportfestival. "Es war eine einzigartige Gelegenheit, in Indien einen Formel-1-Wagen zu fahren", freute sich Lindblad, der durch seine Mutter und Großeltern mit der indischen Kultur aufgewachsen ist.

'Fahren' ist jedoch nicht die treffendste Ausdrucksweise für den Auftritt des Rookies. Mit dem RB8 in der VCARB-Lackierung leitete er das indische Holi-Fest, das jährlich am 3. März stattfindet ein. Während seines Showruns im India Expo Centre in Noida (Delhi NCR) sprühte aus seinem Boliden das traditionelle bunte Pulver (Gulal) des indischen Farbenfestes.

Arvid Lindblad fährt Sebastian Vettels RB8 in der VCARB-Lackierung
Mit seinem Showrun leitete er das Holi-Fest ein, Foto: Predrag Vuckovic/Red Bull Content Pool

"Es war ein wunderschöner Moment", resümierte Lindblad über seinen Auftritt beim Red Bull Moto Jam. "Ich hoffe, sie [die indischen Fans, Anm. d. Red.] hatten eine großartige Zeit. Es hätte keinen besseren Start in meine Formel-1-Saison geben können." Lindblad ist neben Karun Chandhok und Narain Karthikeyan erst der dritte Formel-1-Pilot mit indischen Wurzeln. Im Heimatland seiner Mutter zu fahren, war für ihn dementsprechend aufregend.

F1: Lindblad setzt sich für Indien-Rückkehr ein

"In diesem Land, dessen Kultur mich in meiner Kindheit so stark geprägt hat, hinter dem Steuer zu sitzen, war etwas ganz Besonderes", so Lindblad, der ein großer Befürworter einer Rückkehr der Formel 1 nach Indien ist und seine multikulturelle Herkunft mit Stolz vertritt. Neben der britischen Flagge, unter der er in der Königsklasse startet, werden daher auch die schwedische und indische Flagge auf seinem Helm Platz finden.

Arvid Lindblad steigt in den RB8, in der VCARB-Lackierung, ein
Lindblad wird sowohl die britische, als auch die schwedische und indische Flagge auf seinem Helm einfließen lassen, Foto: Predrag Vuckovic/Red Bull Content Pool

Eine Rückkehr der Formel 1 nach Indien liegt derzeit jedoch in weiter Ferne. Von 2011 bis 2013 war der Große Preis von Indien bereits Teil des Formel-1-Rennkalenders. Danach wurde der Grand Prix auf dem Buddh International Circuit jedoch aus der Weltmeisterschaft gestrichen, da neben dem geringen Zuschauerzuspruch bürokratische Hürden, finanzielle Probleme seitens des Veranstalters und zu hohe Steuerlasten für die Teams entstanden. Auch die Bemühungen, den Grand Prix 2015 oder 2017 wieder in den Rennkalender aufzunehmen, scheiterten.

Im Vorfeld des Red Bull Moto Jams erhielt die Rennstrecke erstmals seit 13 Jahren wieder öffentliche Aufmerksamkeit. Karun Chandhok kehrte im VCARB-gebrandeten RB8 für einen Showrun auf den Buddh International Circuit zurück und hauchte der Strecke für einen kurzen Moment wieder Leben ein.

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