Formel 1 - Deutschland GP: Team für Team

Feuer, Überschläge und Heimsieg

Der Deutschland GP hatte von Feuer über fliegende Autos alles zu bieten. Motorsport-Magazin.com blickt für euch auf die Details der einzelnen Teams.
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Motorsport-Magazin.com - Feuer, Überschläge und Blockaden auf Start/Ziel konnten Nico Rosberg nicht davon abhalten, den Deutschland GP für sich zu entscheiden. Der Deutsche fuhr in Hockenheim einen ungefährdeten Start/Zielsieg heraus, während Teamkollege Lewis Hamilton einmal durchs Feld pflügte und für einige Kollisionen sorgte. Die spannendsten Duelle lieferte Fernando Alonso, der gleich mehrere Duell-Partner herausforderte. Wer mit seinem Ergebnis zufrieden war, wo es noch Nachhol- und Redebedarf gibt, hat Motorsport-Magazin.com für euch im Detail zusammengefasst.

Mercedes

Nico Rosberg holte den Heimsieg für Mercedes - Foto: Sutton

Sonntag: Heimsieg perfekt! Nico Rosberg fuhr einen ungefährdeten Start/Zielsieg ein und feierte damit seinen vierten Saisonerfolg. Vor dem Rennen hatte der Deutsche noch Sorgen, das FRIC-Verbot könne sich negativ im auswirken, diese Bedenken wurden aber schnell zerschlagen. Lewis Hamilton machte mit Platz drei die Freude perfekt. Der Brite arbeitete sich nach seinem Qualifiyng-Crash und einem Getriebewechsel von Startplatz 20 aufs Podest nach vorne. Bei einer Kollision beschädigte er sich den Frontflügel, konnte aber dennoch bis zur letzten Runde Druck auf den zweitplatzierten Valtteri Bottas ausüben.

Samstag: Strahlen und Sorgen bei Mercedes. Während Nico Rosberg auf dem Hockenheimring alle Sessions des Qualifyings gewann und sich schließlich seine fünfte Pole der Saison sicherte, gab es bei Lewis Hamilton große Probleme. Der Mercedes-Pilot crashte in Q1 in der Sachskurve in die Mauer, nachdem seine vordere, rechte Bremsscheibe explodiert war. Der Satz Bremsscheiben war erst vor dem dritten Training eingebaut worden und daher hieß es bei den Silberpfeilen Suche nach dem Fehler. Auch Rosberg klagte zu Beginn des Qualifyings über fehlende Balance, fand sich aber von Runde zu Runde besser zurecht. "Die schnellste Runde zum Schluss war gut. Ich bin wirklich glücklich, hier bei unserem Heim-Grand-Prix von der vordersten Position zu starten", freute sich Rosberg.
Qualifying-Duell - Rosberg vs. Hamilton: 6:4

Freitag: Für Mercedes endete Tag eins in Hockenheim mit zwei Bestzeiten. Am Vormittag setzte sich Nico Rosberg durch, die absolute Tagesbestzeit erzielte Lewis Hamilton am Nachmittag. Während Hamilton von einem guten Tag trotz heißer Temperaturen sprach, verlief speziell das zweite Training für Rosberg problematischer. Er leistete sich einen Ausritt und musste seinen Mercedes mit stark rauchenden Bremsen an der Box abstellen. Dennoch blieb er nur 24 Tausendstel hinter Hamilton zurück.

Williams

Valtteri Bottas feierte sein drittes Podest in Folge - Foto: Sutton

Sonntag: Freud und Leid bei Williams. Valtteri Bottas feierte seinen dritten Podestplatz in Folge und hielt dem rundenlangen Druck von Lewis Hamilton hinter ihm stand. Im Gegensatz dazu blieb Felipe Massa erneut ohne Punkte. Der Brasilianer zeigte einen guten Start und lag schon auf Höhe seines Teamkollegen, als es in der ersten Kurve zur Kollision mit Kevin Magnussen kam. Massas Williams überschlug sich und das Rennen war beendet. Der Brasilianer konnte seinem Boliden unverletzt entsteigen.

Samstag: Das Motto des Tages war: Chancen maximieren und genau das Tat die Mannschaft mit den Startplätzen zwei und drei. Valtteri Bottas war mit seinem Williams von der ersten Runde an zufrieden und steigerte sich stetig. Zum Ende gelang dem Finnen eine fast perfekte Runde, mit der er nur zwei Zehntel hinter Rosberg blieb. Weniger glücklich war Felipe Massa nach Rang drei. Der Brasilianer haderte mit seinem Setup, das mal besser und dann wieder schlechter funktionierte. Dennoch gelang ihm nach eigenen Aussagen eine passable Runde - wenn auch drei Zehntel langsamer Teamkollege Bottas.
Qualifying-Duell - Massa vs. Bottas: 4:6

Freitag: Im ersten Freien Training bekam Susie Wolff ihre zweite und letzte Chance in diesem Jahr an einem Freitag. Die Schottin landete nur zwei Zehntel hinter Felipe Massa auf Rang 15. Williams kämpfte speziell im ersten Training noch etwas mit dem Setup ohne FRIC, machte am Nachmittag allerdings deutliche Fortschritte. So beendeten die beiden Piloten den Freitag auf den Rängen sechs und zehn und blieben sieben Zehntel respektive eine Sekunde hinter der Mercedes-Bestzeit zurück. Speziell Bottas erkannte aber Probleme mit den heißen Temperaturen und den superweichen Reifen, an denen die Mannschaft noch verstärkt arbeiten möchte.

Red Bull

Sebastian Vettel und Fernando Alonso lieferten sich ein hartes Duell - Foto: Sutton

Sonntag: Sebastian Vettel vs. Fernando Alonso reloaded - erneut mit dem besseren Ende für den vierfachen Weltmeister, der letztlich auf Rang vier landete. In der ersten Rennhälfte lieferte sich der Deutsche ein Duell mit dem Spanier und musste ihn nur durch einen etwas falsch getimten Boxenstopp ziehen lassen. Durch eine aggressive Herangehensweise kam Vettel aber wieder vorbei und konnte sogar etwas Abstand zwischen sich und seinen Verfolger legen. Wichtig, denn gegen Ende hieß es Sprit sparen beim Weltmeister. Auch Daniel Ricciardo lieferte sich ein rundenlanges Duell mit Alonso, zog letztlich aber den Kürzeren und landete auf Rang sechs. Danach sah es in der ersten Rennrunde nicht aus. Ricciardo musste in der ersten Kurve extrem weit nach außen, um gerade noch dem sich überschlagenden Felipe Massa ausweichen zu können und verlor viel Boden.

Samstag: Kleiner Williams-Schock bei Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel. Die beiden Red-Bull-Piloten landeten auf den Startplätzen fünf und sechs - erneut musste sich der vierfache Weltmeister hinter seinem Teamkollegen einreihen. Dass beide hinter den Williams landen würden, hatten sie aber nicht auf der Rechnung. Speziell Vettel haderte mit seinem finalen Run in Q3, der nicht mehr die gewünschte Steigerung brachte. Auch das Software-Update für den Renault-Motor sorgte eher für lange Gesichter. "Es brachte nicht so viel, wie es sollte", gab Vettel zu. Nun setzt die Weltmeistertruppe auf die Longrun-Pace, kühlere Temperaturen könnten es aber laut Vettel eher schlimmer als besser machen.
Qualifying-Duell - Vettel vs. Ricciardo: 3:7

Freitag: Nur eine Zehntelsekunde trennte Daniel Ricciardo am Nachmittag in Hockenheim von Spitzereiter Lewis Hamilton. Der Australier mahnte aber sofort zur Vorsicht. "Heute waren wir zufrieden mit unserem Fortschritt und es sieht nach einem der geringsten Abstände seit einiger Zeit aus, aber wir werden erst morgen sehen, wie nah wir wirklich dran sind", so Ricciardo. Teamkollege Sebastian Vettel sah hingegen noch Verbesserungspotenzial bis zum Qualifying, denn der Deutsche landete mit einer knappen Sekunde Rückstand nur auf Rang acht. Einen großen Unterschied im Fahrverhalten des RB8 wollte der vierfache Weltmeister nach dem Wegfall des FRIC-Systems nicht erkannt haben.

Ferrari

Fernando Alonso setzte sich gegen Daniel Ricciardo durch - Foto: Sutton

Sonntag: Platz fünf für Fernando Alonso und damit mehr als erwartet für Ferrari. Der Spanier wechselte von einer Zweistopp- auf eine Dreistopp-Strategie und hatte so am Ende des Rennens noch frischere Reifen. Das ermöglichte es, Daniel Ricciardo im Red Bull nach einem rundenlangen Duell schließlich zu schlagen. Weniger glücklich verlief das Rennen für Kimi Räikkönen. Bei zwei Kollisionen beschädigte er sich zuerst die eine und dann die andere Seite des Frontflügels. Damit verlor der Finne Abtrieb, was den Abbau des linken Vorderrades verschlimmerte und ihn zu drei Stopps zwang. Durch den nötigen Wechsel der Nase und den damit verbundenen Zeitverlust landete Räikkönen auf Platz elf.

Samstag: Lange Gesichter bei der Scuderia. Fernando Alonso schaffte mit letzter Kraft den Sprung auf Startplatz sieben, Kimi Räikkönen blieb bereits in Q2 hängen. Der Finne freute sich am Freitag und Samstagmorgen noch über die Fortschritte seines Boliden, im entscheidenden Run in Q2 auf neuen superweichen Reifen rutschte er aber nur umher und brachte keine gute Runde mehr zusammen. Aktuell ist Ferrari nur noch vierte Kraft und hat auch im Rennen wenig Hoffnung auf Steigerung.
Qualifying-Duell - Fernando Alonso vs. Kimi Räikkönen: 8:2

Freitag: Problemfreier Tag für Fernando Alonso. Der Spanier landete im ersten Training auf P3 und hatte keine Probleme, sich an das Fahren ohne FRIC zu gewöhnen. Räikkönen hingegen musste das Training mit einem Problem an der Wasserpumpe unterbrechen und konnte so keinen Run auf den superweichen Reifen mehr fahren. Der Nachmittag lief für beide Fahrer problemfrei ab und brachte speziell für Räikkönen Verbesserungen an allen Fronten. Auf den Longruns am Nachmittag stellte Alonso - im Gegensatz zu vielen anderen Fahrern - keinerlei Probleme auf beiden Reifenmischungen fest.

Force India

Nico Hülkenberg hatte mit verschiedenen Problemen zu kämpfen - Foto: Sutton

Sonntag: Kein einfacher Nachmittag für Nico Hülkenberg. Der Force India strauchelte - entgegen der Vermutungen - bei kühleren Temperaturen. Zudem waren nicht die Hinterreifen, sondern stattdessen die Vorderreifen Opfer von Graining, was die Strategie des Teams etwas über den Haufen warf. Zu allem Überfluss setzte bei Hülkenberg zu Rennmitte mehrfach der Motor aus, was aber schnell behoben werden konnte. Nach all diesen Problemen sprach der Deutsche bei Platz sieben vom Maximum des Möglichen. Sergio Perez kämpfte ebenfalls mit der Fahrbarkeit seines Boliden und hatte über das ganze Rennen Balanceprobleme, da er seine Reifen nicht lange genug am Leben halten konnte. Platz zehn war das Ergebnis.

Samstag: Die Freude bei Nico Hülkenberg und Sergio Perez über die Startpositionen neun und zehn war in Hockenheim groß. Force India hatte über das bisherige Wochenende Probleme mit der Pace auf eine schnelle Runde. Nun sieht das Team mit dem Einzug in Q3 gute Chancen für das Rennen, denn die Longrun-Performance stimmte. "Ich bin recht glücklich mit der neunten Position, denn das ist so ungefähr das, wo wir uns erwartet hatten", freute sich Hülkenberg. Nun hofft Force India auf ein heißes und trockenes Rennen - Bedingungen, die dem Boliden in der abgelaufenen Saison gut lagen.
Qualifying-Duell - Hülkenberg vs. Perez: 8:2

Freitag: Obwohl weder Sergio Perez noch Nico Hülkenberg über die Plätze 13 und 14 hinauskamen, herrschte Zufriedenheit bei Force India. Speziell auf den Longruns sah das Team deutliche Fortschritte im Vergleich zu den letzten Rennen und fühlte sich konkurrenzfähig. Hülkenbergs Runde auf den superweichen Reifen wurde durch mehrere gelbe Flaggen unterbrochen, weshalb der Deutsche noch klares Steigerungspotenzial auf eine schnelle Runde erkannte. "Mit einigen Balanceänderungen können wir über Nacht auch noch etwas Pace finden", zeigte sich Hülkenberg optimistisch.

McLaren

Kevin Mangussen sorgte für das Aus von Felipe Massa - Foto: Sutton

Sonntag: Die gute Ausgangsposition von Kevin Magnussen war bereits nach einer Kurve wieder dahin, nachdem er mit Felipe Massa kollidierte. Der Däne blieb zwar straffrei, musste für einen unplanmäßigen Reifen- und Frontflügelwechsel aber an die Box abbiegen und endete letztlich auf Rang neun. Profiteur des Starttumults war Teamkollege Jenson Button, der sich auf Rang sechs einsortierte. Ein zu früher zweiter Boxenstopp zerstörte aber auch seine gute Ausgangsposition. Die Reifen des Briten gaben kurz vor Ende den Geist auf uns so musste er in der 61. Runde nochmals an die Box abbiegen. Das Resultat: Rang acht.

Samstag: Himmelhoch Jauchzend und zu Tode betrübt. So lässt sich am Samstag die Stimmung bei McLaren perfekt zusammenfassen. Kevin Magnussen egalisierte mit Startplatz vier sein bisher bestes Ergebnis in der Formel 1, während Jenson Button bereits nach Q2 zum Zuschauen verdammt war. Rookie Magnussen holte alles aus dem Setup und der Strategie fürs Qualifying heraus und profitierte zudem von einem neuen, geriffelten Heckflügel, den er bereits am Freitag testete. Diesen bekam Button erst am Samstag, dennoch kämpfte der Brite mit der Balance seines McLaren. In Q2 steckte er zudem hinter Romain Grosjean fest und konnte im folgenden Run aufgrund von starkem Übersteuern seine Rundenzeit ebenfalls nicht verbessern.
Qualifying-Duell - Button vs. Magnussen: 5:5

Freitag: Alles neu bei McLaren und die Zeiten stimmen. Kevin Magnussen testete einen komplett neuen Heckflügel mit geriffelten Kanten und bei Jenson Button war erstmalig sein neuer Renningenieur Tom Stallard im Einsatz. Während Platz fünf für Magnussen und Rang sieben für Button eigentlich Grund zur Hoffnung geben sollten, dämpft Button die Erwartungen. "Beim Blick auf die Zeiten sehen wir gut aus, aber über die Longruns sah es nicht so gut aus", gab er zu und machte vor allem die überhitzenden Reifen verantwortlich. Einen Unterschied nach dem Verbot von FRIC konnte keiner der beiden McLaren-Piloten feststellen.

Lotus

Pastor Maldonado egalisierte sein bisher bestes Saisonergebnis - Foto: Sutton

Sonntag: Pastor Maldonado egalisierte mit Rang zwölf sein bisher bestes Saisonergebnis. Zu Beginn hatte der Lotus-Mann große Mühe, der Startkollision auszuweichen, zeigte dann aber konstante Pace und konnte sogar von einer Drei- auf eine Zweistopp-Strategie wechseln. Dazu kam es bei Teamkollege Romain Grosjean nicht mehr. Der Franzose musste seinen Boliden nach 26 Runden mit Kühlungsproblemen abstellen.

Samstag: Resignation bei Lotus und einzige Hoffnung: Regenrennen. "Die Performance des Autos ist, wo sie im Qualifying war. Das sind 100 Prozent Leistung des Autos", gab Romain Grosjean nach Startplatz 15 zum Großen Preis von Deutschland ehrlich zu. Noch schlechter lief es für Pastor Maldonado, der sogar bereits in Q1 die Segel streichen musste. Das größte Problem: Neben den bereits bekannten Problemen hadert Lotus mit dem Wegfall von FRIC. Die Mannschaft war eine der ersten, die auf das System baute und hat nun mitunter die größten Sorgen, den Wegfall zu kompensieren.
Qualifying-Duell - Grosjean vs. Maldonado: 9:1

Freitag: 1,8 und 2 Sekunden Rückstand sind die erneut ernüchternde Bilanz von Romain Grosjean und Pastor Maldonado nach dem ersten Trainingstag in Hockenheim. Beide Fahrer hatten mit dem Wegfall von FRIC zu kämpfen - vor allem Maldonado. "Vor allem die Balance des Autos ist nun viel schlechter. Es ist nun wirklich schwierig zu verstehen", schilderte der Venezolaner. Ganz andere Probleme traten bei Grosjean auf. Im ersten Training ging in Kurve zwei sein DRS nicht mehr zu. "Das war ein recht spezielles Gefühl - das kann ich euch sagen", schilderte Grosjean, der durch den folgenden Heckflügelwechsel einiges an Zeit auf der Strecke verlor.

Toro Rosso

Daniil Kvyat kollidierte mit Sergio Perez - Foto: Sutton

Sonntag: Großer Frust und nichts Zählbares bei Toro Rosso. Jean-Eric Vergne bekam eine fünf Sekunden Stopp/Go-Strafe für das Missachten der Tracklimits aufgebrummt. Schon zu diesem Zeitpunkt schienen Punkte dahin, der starke Reifenabbau im Verkehr machte ein gutes Ergebnis endgültig zunichte. Daniil Kvyat sorgte hingegen für einen der spektakulärsten Momente des Rennens, als sein Toro Rosso aus noch ungeklärter Ursache plötzlich Feuer fing. Bereits zuvor war der Russe mit seinem Rennen nicht zufrieden. Zu Beginn verlor er viel Zeit durch eine Kollision mit Sergio Perez, um dann wieder aufzuholen, strapazierte er seinen zweiten Satz Reifen zu stark und verlor erneut an Boden.

Samstag: Es hieß im Qualifying aufatmen bei Toro Rosso. Die großen Balance-Sorgen des Vortages schienen größtenteils behoben und Daniil Kvyat demonstrierte das mit Startplatz acht. Für Jean-Eric Vergne reichte es nicht zum Sprung ins dritte Qualifying-Segment. Der Franzose hatte sich im ersten Run in Q2 für gebrauchte Reifen entschieden, während die anderen Piloten neue Pneus wählten - das war laut Vergne der Grund für sein frühes Aus. Am Ende trennte die Teamkollegen lediglich ein Zehntel - der schmale Grat zwischen Q2 und Q3.
Qualifying-Duell - Vergne vs. Kvyat: 5:5

Freitag: Die Mannschaft verlässt den Hockenheimring nach Tag eins mit gemischten Gefühlen. Das Team führte Vergleichstests mit neuen Aerodynamik-Teilen durch, kämpfte aber durchweg mit dem Auto. Beide Fahrer klagten über die Balance, wobei Daniil Kvyat mit den Rängen neun und zwölf noch deutlich zufriedener war als Jean-Eric Vergne, der nur auf den Plätzen zwölf und 15 landete. Der Franzose fand über beide Sessions keine Lösung für die Balance-Schwierigkeiten seines Boliden. Ein weiteres Problem stellte der fehlende Grip an der Hinderachse dar, den Toro Rosso nun über Nacht in den Griff bekommen möchte.

Sauber

Adrian Sutil parkte auf Start/Ziel - Foto: Sutton

Sonntag: Erneut ein frustrierender Tag für Sauber. Esteban Gutierrez kämpfte über das gesamte Rennen mit seinem Boliden und landete auf Rang 14, dennoch erkannte die Mannschaft Fortschritte in Sachen Konkurrenzfähigkeit. Adrian Sutils Rennen endete spektakulär mit einem Dreher eingangs Start/Ziel. Zuvor klagte der Deutsche über Motorausetzer und dachte eingangs des Motodroms bereits, dass sein Motor ausgehen würde. Sauber sprach von einem Bedienungsfehler.

Samstag: Sauber war nach den Startplätzen 14 für Esteban Gutierrez und 17 für Adrian Sutil nicht wirklich überrascht. Das würde nur den aktuellen Leistungsstand widerspiegeln. Sutil selbst haderte aber mit seinem Aus in Q1. Im dritten Freien Training kam er durch ein Batterie-Problem nicht zum Fahren und genau diese Trainingszeit fehlte ihm, wie er Motorsport-Magazin.com erzählte. "Das ist einfach das Problem, wenn es in der Früh technische Probleme gibt und man die ganze Session verpasst. Es ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit, sich einfach ins Auto reinzusetzen und gut zu performen", ärgerte sich Sutil. Zu allem Überfluss leistet ihm Gutierrez im hinteren Teil der Startaufstellung Gesellschaft, denn der Mexikaner geht nach seiner Kollision mit Pastor Maldonado in Silverstone noch drei Startplätze zurück.
Qualifying-Duell - Gutierrez vs. Sutil: 6:4

Freitag: Für die Schweizer Mannschaft bedeutete der erste Trainingstag in Hockenheim einen kleinen Hoffnungsschimmer. "Der heutige Tag war ein Lichtblick für uns, da wir dicht an den Top-10 dran sind", freute sich Adrian Sutil über Rang elf und lediglich drei Hundertstel Rückstand zu Platz zehn. Um die perfekte Abstimmung zu finden, versuchten Sutil und Esteban Gutierrez verschiedene Varianten, die optimale war aufgrund der heißen Streckentemperaturen allerdings schwierig zu finden. Obwohl Gutierrez, der im ersten Training Giedo van der Garde Platz machen musste, nur auf Rang 18 landete, zeigte sich Sauber mit dem Speed auf eine Runde zufrieden - die Longrun-Pace bedürfe aber noch Arbeit.

Marussia

Jules Bianchi war erneut Best of the Rest - Foto: Sutton

Sonntag: Für Jules Bianchi ging es durch ein Problem am Start etwas zurück, konnte sich aber innerhalb von ein paar Runden wieder an Kamui Kobayashi und Max Chilton vorbeiarbeiten. Von diesem Moment an fuhr der Franzose ein problemfreies Rennen und haderte etwas damit, dass er nicht mit dem Sauber von Esteban Gutierrez mithalten konnte. Für Max Chilton endete das Rennen auf dem vorletzten Rang, da selbst ein Strategiewechsel nicht den entscheidenden Schwung bringen konnte, um am Caterham von Kobayashi vorbeizugehen.

Samstag: Jules Bianchi überzeugte in Hockenheim mit Startplatz 18. Der Franzose holte seiner Meinung nach das Maximum aus dem Marussia heraus. Lediglich ein kleiner Fehler passierte auf seiner zweiten schnellen Runde, der rund ein Zehntel kostete - bei mehr als einer halben Sekunde Rückstand auf Adrian Sutil aber kein entscheidender Patzer. Problematischer verlief das Zeittraining für Max Chilton. Durch ein Elektronik-Problem im dritten Freien Training verlor er die Hälfte der Fahrzeit und hatte vor dem Qualifying keine Chance auf einen Run mit superweichen Reifen.
Qualifying-Duell - Chilton vs. Bianchi: 3:7

Freitag: Jules Bianchi und Max Chilton hatten in Hockenheim deutlich mit der Balance des Marussia zu kämpfen, was von der verbesserten Radaufhängung herrührte. Chilton war bereits während der Testfahrten in Silverstone mit damit unterwegs, Bianchi sammelte erst in Hockenheim seine Erfahrungen. Nach einigen Veränderungen erkannten aber beide Piloten im zweiten Training Fortschritte und beendeten den Tag auf den Rängen 19 und 21.

Caterham

Bei Caterham wird fieberhaft nach Verbesserungen gesucht - Foto: Sutton

Sonntag: Für Kamui Kobayashi ging es in Hockenheim darum, Max Chilton hinter sich zu halten. Der Japaner kämpfte mit etwas Untersteuern, durch gut getimte Boxenstopps war sein Abstand zum Marussia-Piloten aber groß genug, um nicht mehr alles geben zu müssen. Teamkollege Marcus Ericsson startete bereits aus der Boxengasse und hatte zudem noch eine zehn Sekunden-Stopp/Go-Strafe zu absolvieren. Die war dem Team nach dem Bruch der Parc fermé-Regularien auferlegt worden, der durch die Power-Unit-Probleme des Schweden am Samstag nötig geworden war. Nach der absolvierten Strafe versuchte Ericsson für den Rest des Rennens nur noch, dem Feld hinterherzufahren und anzukommen.

Samstag: Kamui Kobayashi hatte im Qualifying mit verschiedenen Baustellen zu kämpfen. Während sein Caterham am Vormittag noch untersteuerte, wurde daraus im Qualifying Übersteuern - speziell im dritten Sektor. Der Japaner setzte auf die superweichen Reifen, gegen Ende seiner schnellsten Runde war der Reifenabbau aber bereits soweit fortgeschritten, dass er mit dem Heck seines Boliden zu kämpfen hatte und keine Zeit mehr gewinnen konnte. Für Marcus Ericsson war das Qualifying bereits vor Beginn zu Ende. Am Caterham des Schweden wurde während des finalen Freien Trainings ein Leck an der Gas-Hydraulik festgestellt und eine Reparatur war nicht schnell genug möglich.
Qualifying-Duell - Kobayashi vs. Ericsson

Freitag: Ein Nachmittag zum Vergessen für Caterham. Während die Mannschaft sich am Vormittag auf unterschiedliche Setup- und Balanceeinstellungen konzentrierte, lief am Nachmittag wenig zusammen. Auf seiner zweiten fliegenden Runde war für Marcus Ericsson zunächst Feierabend, der Caterham-Mann konnte nach Reparaturen aber 35 Minuten vor Ende wieder auf die Strecke und zumindest noch einen Teil des geplanten Programms absolvieren. Kamui Kobayashi kämpfte im ersten Training noch mit Untersteuern, einige Veränderungen zum Nachmittag verbesserten die Balance aber deutlich. Dann aber das erste Problem: Power-Verlust und ein komisches Gefühl. Mit einigen mechanischen Veränderungen wurde Kobayashi wieder auf die Strecke geschickt, verlor aber schon kurze Zeit später die Bremskraft und roch Rauch. Als erster Grund für das Feuer am Heck des Autos wurde ein Benzinleck vermutet - die genauen Untersuchungen dauern aber noch an.


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