Formel 1 - Deutschland GP: Die Fahreranalyse

Die perfekte Woche für Rosberg

Für Nico Rosberg lief in dieser Woche alles nach Plan. Doch auch dahinter hatte man beim Grand Prix in Hockenheim Grund zur Freude.
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Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg: Fußball-Fete, Hochzeit, neuer Vertrag und zum Abschluss einer grandiosen Woche auch noch der Heimsieg in Hockenheim. Nico Rosberg darf man aktuell wirklich beneiden, schon jetzt ist er heiß auf das nächste Rennen. Heute lieferte der Deutsche eine fehlerfreie Fahrt ab und setzte die Zwei-Stopp-Strategie perfekt um. Rosberg war so souverän unterwegs, dass ihn wohl nur einer erneuter Defekt hätte stoppen können. Note: 1+

Valtteri Bottas: Im Rennen von des Williams-Piloten war eigentlich nur ein winziger Fehler zu sehen, als er im Sprint zur ersten Kurve die Reifen zu sehr durchdrehen ließ. Trotzdem verteidigte er den zweiten Platz und machte danach alles, was er konnte. Dass Rosberg schneller war, verwunderte nicht. Dass er seine Position am Ende gegen Hamilton verteidigen konnte, überraschte dagegen sehr. Sogar das Team, das den zweiten Platz für einen sicheren dritten Platz gerne hergegeben hätte. Note: 1

Lewis Hamilton glänzte mit vielen Überholmanövern - Foto: Sutton

Lewis Hamilton: Schon wieder Probleme im Qualifying, beim Heimrennen für Mercedes traf den Silverstone-Sieger allerdings keine Schuld. Umso mehr durfte man sich über seine furiose Aufholjagd freuen, in der Hamilton einen Gegner nach dem anderen überholte und schon ein wenig mit dem Messer zwischen den Zähnen fuhr, wie sein Frontflügel leidvoll erfahren musste. Es war ein schmaler Grat, auf dem Hamilton unterwegs war. Mit Platz drei glückte die Schadensbegrenzung. Note: 1

Sebastian Vettel: Wenn er schon nicht um den Sieg kämpfen kann, dann sorgt der vierfache Champion immerhin für eine gute Show. Seine Duelle gegen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen haben Kultstatus verdient und auch im Boxenfunk sorgte Vettel für den einen oder anderen Schmunzler. Der Lohn: Am Ende des Tages war Vettel der beste Pilot ohne Mercedes-Aggregat im Rücken. Note: 2+

Fernando Alonso: Als einer der ersten Fahrer kam Alonso in der 13. Runde zum Reifenwechsel an die Box. War das zu früh? 20 Runden nach dem zweiten Boxenstopp gingen den Reifen des Spaniers die Puste aus, er musste ein weiteres Mal an die Box. Es folgte eine toller Sprint auf den superweichen Reifen, den Alonso mit einem erfolgreichen Duell gegen Daniel Ricciardo krönte. Alonso bleibt ein echter Racer, der aktuell aber wohl von seinem Arbeitsgerät ausgebremst wird. Note: 2+

Daniel Ricciardo: Hätte, wäre, wenn - das zählt für Ricciardo nicht. In der ersten Ecke hatte er Glück, der Kollision zwischen Massa und Magnussen ausweichen zu können, fiel so aber bis auf den 15. Platz zurück. Danach sah man den Red-Bull-Piloten vor allem in Zweikämpfen, aus denen er oft als Sieger herausging. Mit einer Last-Minute-Attacke auf Alonso hätte Ricciardo seinen Tag krönen können. Note: 2

Nico Hülkenberg sammelte schon wieder Punkte - Foto: Sutton

Nico Hülkenberg: Neben Fernando Alonso ist Hülkenberg der einzige Pilot, der bei allen Läufen in die Punkte fuhr - und das mit einem Force India. Platz sieben beim Heimspiel entspricht auch dem Stand in der WM, was will man da noch mehr erwarten? Nicht zu sehen war, dass Hülkenberg rundenlang mit technischen Problemen kämpfte und nicht nur sein Auto schnell um den Hockenheimring bewegen, sondern auch zahlreiche Einstellungen am Lenkrad vornehmen musste. Auch diesen Job meisterte Hülkenberg fehlerfrei. Note: 2

Jenson Button: Was Rosberg und Bottas an der Spitze schafften, brachte Jenson Button nicht fertig. Zwar kam er auf seiner Zwei-Stopp-Strategie zunächst nach vorne, musste die Box dann aber doch noch ein weiteres Mal ansteuern, weil die Reifen zu stark abbauten. So verlor der sonst fehlerfreie Brite den siebten Platz an Nico Hülkenberg. Note: 3+

Kevin Magnussen: Für den Rookie begann das Rennen mit einem großen Knall und einem Rennunfall mit Felipe Massa, da waren sich die Experten einig. Es grenzte schon fast an ein Wunder, dass seine Aufhängung den Kontakt schadlos überstand. Ebenfalls toll war die folgende Aufholjagd, immerhin jagte Magnussen dem Feld nach der Safety-Car-Phase durch einen vorgezogenen Boxenstopp mit einem großen Rückstand hinterher. Note: 2-

Sergio Perez: Trotz einer Kollision mit Daniil Kvyat schaffte es Sergio Perez in die Punkte. Viel mehr war von ihm allerdings nicht zu sehen, fuhr er doch stets mit einem großen Respektabstand auf seinen Teamkollegen im gesicherten Mittelfeld. Note: 3

Kimi Räikkönen fährt seinen Ansprüchen hinterher - Foto: Sutton

Kimi Räikkönen: Wenn man sich die heutige Leistung ansieht, mag man kaum glauben, dass Kimi Räikkönen ein ehemaliger Weltmeister war. Wenn der Finne im Bild zu sehen war, wurde er links und rechts von Konkurrenten überholt. Immerhin das überstand er ohne größere Zwischenfälle. Eine Runde Rückstand und keine Punkte können aber nicht der Anspruch des Ferrari-Manns sein. Note: 5

Pastor Maldonado: Auf Platz 18 gestartet und auf dem zwölften Platz im Ziel gelandet. Eigentlich kein schlechtes Rennen von Maldonado, aber schon wieder nichts zählbares. Den Vertrag für die kommende Saison hat er schon in der Tasche, auf die ersten Punkte mit Lotus wartet er aber weiter. Note: 4

Jean-Eric Vergne: Anders als noch in Großbritannien ging der Franzose leer aus. Schuld dafür war nicht die Kollision mit seinem Landsmann Romain Grosjean, für die er mit einer 5-Sekunden-Strafe belegt wurde, sondern viel mehr die schwache Pace des Toro Rosso. Note: 4

Esteban Gutierrez: Als Fahrer eines Sauber ist man nicht zu beneiden. Heute machte es zwar den Anschein, als würde man zumindest in der Anfangsphase mit der Konkurrenz mithalten können, am Ende gab es dann aber mal wieder nichts zu holen. Immerhin sah Gutierrez die Zielflagge zum fünften Mal - im zehnten Rennen. Note: 4-

Jules Bianchi: Der Start verlief für Bianchi alles andere als nach Plan, er blieb kurz stehen und verlor Positionen. Die direkte Konkurrenz aus dem eigenen Team und von Caterham hatte Bianchi aber schnell wieder überholt. Mehr kann man nicht erwarten, zumal er als einziger der Hinterbänkler nur ein Runde Rückstand hatte. Note: 3-

Adrian Sutil versuchte alles, parkte dann aber falsch - Foto: Sutton

Kamui Kobayashi: Drei Boxenstopps, Platz 16. Das war es dann auch schon. Note: 4-

Max Chilton: Wenn Chilton in Kanada nicht ausgeschieden wäre, könnten wir an dieser Stelle immer noch über seine grandiose Zielankunfts-Serie berichten. So können wir nur festhalten: Er war mal wieder langsamer als sein Teamkollege. Note: 5

Marcus Ericsson: Ist auch 65 Runden im Kreis gefahren. Note: 5

Adrian Sutil: War so überrascht, mal wieder einen Zweikampf mit Lewis Hamilton zu haben, dass er dem Ex-Kumpel und Ex-Weltmeister beinahe in die Seite fuhr. Wollte es später wieder gut machen, parkte seinen Sauber nach einem technisch bedingten Dreher aber nicht präzise genug auf der Start-Ziel-Geraden, um für eine Safety-Car-Phase zu sorgen. Note: 5+

Daniil Kvyat: So schnell musste der russische Rookie wohl noch nie aus seinem Cockpit klettern, als er seinen Toro Rosso nach 44 Runden mit einem brennenden Heck in der Haarnadel abstellte. Startplatz 8 machte Hoffnung auf Punkte, doch bereits nach wenigen Runden wurde Kvyat gnadenlos durchgereicht. Für ihn war das Rennen ein einziges Desaster. Note: 5

Felipe Massa ist nicht Williams' Überflieger - Foto: Sutton

Romain Grosjean: Grosjean hat eine Performance-Klausel in seinem Vertrag, ließ der Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez heute wissen. Endlich weiß auch Grosjean, dass er Gas geben muss, wenn er in der Formel 1 bleibe will. Vielleicht hätte man ihm das vor dem Start sagen sollen? Viel heute nach einer Kollision mit Landsmann Vergne aus, hätte aber ohnehin nicht viel erreicht. Note: 5

Felipe Massa: Die tragische Figur. Während Teamkollege Bottas einen Podestplatz nach dem anderen holt, musste Massa wie schon in Silverstone nach der ersten Runde zuschauen. Wieder hatte er Glück, dass nichts ernsthaftes passierte, doch seine Speed konnte er zum zweiten Mal in Folge nicht unter Beweis stellen. Immerhin: Bei seinem Überschlag machte er in der B-Wertung eine gute Figur. Punkte für die Meisterschaft bringt das allerdings nicht ein. Keine Bewertung.


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