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Formel 1-Reglement Änderungen 2014

Die Motoren

Nach acht Jahren hat der 2,4-Liter V8-Saugmotor ausgedient und wird durch einen 1,6-Liter V6-Turbomotor ersetzt. Neben dem Hubraum und der Zylinderanzahl sind noch zahlreiche weitere Parameter festgelegt, beispielsweise darf es nur einen einzigen Turbolader geben. Außerdem wird es für die gesamte Saison pro Fahrer nicht mehr acht Aggregate geben, sondern nur mehr fünf. Muss ein zusätzliches Power-Unit verwendet werden, muss der betroffene Pilot aus der Box starten. Wird nur eine einzelne Einheit wie Turbolader oder MGU ersetzt, erhält der Pilot eine Strafversetzung um zehn Positionen.

Reifen

Um auch in den ersten Minuten der Trainingssitzung bei schlechten Streckenbedingungen mehr Fahrbetrieb zu garantieren, erhält jeder Pilot einen zusätzlichen Satz Reifen, der nur in den ersten 30 Minuten des ersten Freien Trainings eingesetzt werden darf und später zurückgegeben werden muss.

ERS

Weil die neuen Verbrennungsmotoren wohl deutlich weniger Leistung haben werden, soll zumindest ein Teil davon durch Energierückgewinnung kompensiert werden. Statt gut 80 Pferdestärken können von nun an rund 160 Extra-PS mobilisiert werden. Außerdem sind es nicht mehr magere 6,7 Sekunden pro Runde, welche die Zusatzleistung zur Verfügung steht, sondern ganze 30 Sekunden pro Runde. Dazu darf nicht nur Bremsenergie (kinetische) eingespeist werden, sondern auch Wärmeenergie (Heat) vom Turbolader. Somit wird aus KERS ERS-H und ERS-K.

Getriebe

Um weiter Kosten zu sparen, wird es nur mehr eine Getriebeübersetzung für die gesamte Saison geben. Dafür gibt es aber einen zusätzlichen Gang, so dass nun mit acht Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang gefahren wird. Ein Getriebe muss nun an sechs, statt wie bisher an fünf aufeinanderfolgenden Rennwochenenden verbaut sein.

Benzin

War die Benzinmenge bisher unbeschränkt, muss zukünftig die komplette Renndistanz mit lediglich 100 Kilogramm Treibstoff bewältigt werden. Das sind rund 30 Prozent weniger als bisher. Gleichzeitig darf der Maximale Benzinfluss 100 Kilogramm pro Stunde nicht überschreiten. Überprüft wird das vom FIA-Flow-Meter.

Auspuff

Coanda, Semi-Coanda - alles Begriffe, die der Vergangenheit angehören. Mit den neuen Motoren wird es nicht mehr zwei Auspuffendrohre geben, sondern nur mehr eines - das ist von der FIA vorgeschrieben. Ebenfalls vorgeschrieben ist die Position des Endrohrs. Zwischen 170 und 185 Millimeter hinter der Hinterachse muss der Auspuff in einer Höhe zwischen 350 und 550 Millimeter münden. Aerodynamisch dürften Auspuffgase nun keine Rolle mehr spielen.

Chassis und Bodywork

Um den unästhetischen Knick endgültig zu verbannen, wird die maximale Chassishöhe auf 525 Millimeter herabgesetzt. Gleichzeitig muss die Fahrzeugnase nun deutlich weiter unten müden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Sie befindet sich nun 185 Millimeter über dem Boden, zuvor waren die Nasen stolze 500 Millimeter hoch. Außerdem wird der Frontflügel 150 Millimeter schmaler, der Beam Wing am Heckflügel verschwindet.

Gewicht

Das Mindestgewicht wird von 642 auf 690 Kilogramm angehoben. Schuld daran sind die neuen Power-Units und die Getriebe, die nun einen Gang mehr haben, länger halten und mehr Drehmoment übertragen müssen.

Verstellbarer Heckflügel

Auch 2014 kommt DRS (Drag Reduction System) zum Einsatz. In festgelegten Zonen darf der Heckflügel in den Trainings- und Qualifyingsessions aufgeklappt werden, im Rennen nur, wenn sich der Pilot an der Messstelle weniger als eine Sekunde hinter dem Vordermann befindet. Kleine Änderung: Das obere Element darf nun stärker aufgeklappt werden, statt 50 Millimeter kann der Spalt nun bis zu 65 Millimeter groß sein.

Strafen

Um für mehr Gerechtigkeit bei den Strafen zu sorgen, wird ein Punktesystem eingeführt. Je nach Schwere des Vergehens erhält ein Fahrer einen, zwei, drei oder fünf Punkte zusätzlich zur normalen Strafe. Die gesammelten Punkte verbleiben ein Jahr lang auf der Superlizenz des Piloten. Haben sich zwölf Punkte angesammelt, heißt es für den entsprechenden Fahrer pausieren: er wird für ein Rennen gesperrt, die Punkte verfallen anschließend wieder. Außerdem dürfen irregulär verschaffte Vorteile auf der Strecke wieder zurückgegeben werden, so dass keine Strafe ausgesprochen wird.

Doppelte Punkte

Beim Saisonfinale in Abu Dhabi werden doppelte Punkte vergeben. Heißt: Der Sieger erhält 50 Punkte (2 x 25), der Zweitplatzierte 36 (2 x 18) und so weiter. Somit soll die Weltmeisterschaft länger offen gehalten werden.

Feste Startnummern

Jeder Pilot hat seine eigene feste Startnummer, die ihn über die gesamt Karriere begleiten wird. Der Weltmeister hat das Recht auf die 1, alle anderen Zahlen von 2 bis 99 stehen zur Auswahl. Jeder Pilot darf drei Wunschnummern eintragen lassen, die nach den Platzierungen aus der abgelaufenen Saison vergeben werden.

Rückkehr der Testfahrten

Anstelle acht eintägiger Promotion-Events und der dreitätigen Young Driver Tests dürfen während der Saison vier jeweils zwei Tage dauernden Testfahrten abgehalten werden. Diese finden auf europäischen Rennstrecken am Dienstag und Mittwoch nach einem Event statt, um de Kosten im erträglichen Rahmen zu halten.

Zeitplan

Freitag
10:00 - 11:30 Uhr 1. Freies Training
14:00 - 15:30 Uhr 2. Freies Training
Samstag
11:00 - 12:00 Uhr 3. Freies Training
14:00 - 15:00 Uhr Qualifikation
Sonntag
14:00 Uhr Rennen

Fahrer- und Konstrukteurswertung

1. Platz 25 WM-Punkte
2. Platz 18 WM-Punkte
3. Platz 15 WM-Punkte
4. Platz 12 WM-Punkte
5. Platz 10 WM-Punkte
6. Platz 8 WM-Punkte
7. Platz 6 WM-Punkte
8. Platz 4 WM-Punkt
9. Platz 2 WM-Punkte
10. Platz 1 WM-Punkt

Ausführliche Informationen

Das komplette, offizielle Sportliche und Technische Reglement der FIA Formel 1 WM finden Sie auf der Internetseite der FIA: FIA Formel 1 Reglement

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