Formel 1 - Deutschland GP: Die Stimmen nach dem Rennen

Rosberg siegt für Deutschland

Feuer, Crashes, strahlende Sieger, zornige Verlierer. Das sagten die Formel-1-Piloten nach dem Rennen auf dem Hockenheimring.
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Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg: Wow, was für ein großartiger Tag nach so vielen tollen Ereignissen für mich in dieser Woche! Ich hatte hier auf einen Sieg gehofft und es klappte perfekt. Mein Silberpfeil war so dominant, vielen Dank an das Team für dieses fantastische Auto. Vor dem Rennen war ich besorgt, dass der Abstand im Rennen ohne das FRIC-System geringer sein würde. Aber wir waren wieder einmal die Schnellsten da draußen. Ich fuhr auf einer Zwei-Stopp-Strategie, die zum Ende der Stints nicht einfach zu handhaben war, weil die Reifen fast aufgebraucht waren. Ich bin so glücklich für Mercedes: Das war der erste Sieg seit vielen, vielen Jahren in Deutschland.

Valtteri Bottas: Ich bin glücklich mit dem Rennverlauf. Die Mercedes waren heute wieder enorm schnell, aber immerhin habe ich einen von ihnen hinter mir gehalten. Unglücklich für uns als Team, dass wir nicht beide Fahrer auf dem Podium haben. Das Team hat mir eine Menge Informationen über Hamilton zukommen lassen. Dieses Teamwork war der Schlüssel zum Erfolg.

Lewis Hamilton: Zunächst einmal Glückwunsch an Nico zu seinem Heimsieg. Aus persönlicher Sicht kann ich nicht allzu begeistert vom Rennen sein, denn das war ein hartes Wochenende für mich. Letztlich habe ich im Kampf um die Meisterschaft weitere Punkte an Nico verloren. Ich bin aber dankbar, dass ich mit einem Podiumsplatz Schadensbegrenzung betreiben konnte. Wenn du quasi als Letzter in der Startaufstellung stehst und keine anderen Autos in deinen Spiegeln siehst, ist es schwer vorstellbar, dass du zwei Stunden später da oben stehen könntest. Ich bin dem Team so dankbar für dieses Auto. Ich ziehe wirklich meinen Hut, dass sie eine Maschine gebaut haben, die solch eine Leistung liefern kann.

Sebastian Vettel: Ich denke, das Glas ist eher halbvoll als halbleer. Mehr wäre einfach nicht drin gewesen. Meine Trinkflasche hat nicht funktioniert: Immer wenn ich trinken wollte, wurde mein Rücken nass. Schade, dass außer Apfelschorle heute nix drin war. Der [zweite Stopp] war eine Runde zu spät. Wegen der gelben Flagge hatte ich dann auch noch eine langsame Rundenzeit. Irgendwie kommen wir [Alonso und ich] uns in letzter Zeit ziemlich oft in die Quere.

Sebastian Vettel hatte keine Chance auf einen Podiumsplatz - Foto: Sutton

Fernando Alonso: Wir haben getan was wir konnten und haben wie immer einen Podiumsplatz angestrebt, aber die Fahrzeuge vor uns waren einfach zu schnell. Es war ein gutes Rennen, wenn auch etwas komplex, da wir von einer Zwei- auf eine Dreistopp-Strategie umgestellt haben. Es war nicht leicht zu kämpfen, da ich auch mit einem Auge auf den Spritverbrauch schauen musste, aber die frischen Reifen halfen mir, an Ricciardo vorbeizukommen. Damit haben wir das bestmögliche Ergebnis heute geholt. Hier in Hockenheim haben wir einen kleinen Schritt vorwärts gemacht.

Daniel Ricciardo: Das hat richtig Spaß gemacht, eines der spaßigsten Rennen, die ich je hatte! Okay, die erste Kurve vielleicht nicht, da war ich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich musste die Kollision umschiffen und habe bin dadurch tief ins Feld zurückgefallen, ich weiß nicht genau wie weit. Da habe ich am Funk gesagt: "Lasst uns eine tolle Aufholjagd starten und uns stolz auf uns selbst machen!" Und genau das haben wir getan: Wir haben hart gekämpft und alles mitgenommen. Das sind die Momente und Kämpfe, in denen ich richtig aufblühe und die ich genieße. Fernando ist bekannt dafür, ein harter Gegner zu sein und ich dachte mir: "Wer wer besser geeignet, einen guten Kampf mit ihm auszufechten?" Ich war auf Primes, er auf Option, und ich habe alles gegeben und...fast!

Nico Hülkenberg: Das war ein schwieriges Rennen und es ist etwas anders gelaufen als wir es erwartet hatten, vor allem wegen der im Vergleich zu den Trainingstagen um 20 Grad kühleren Strecke. Wir haben viel Verschleiß auf der Hinterachse erwartet, aber nach ein paar Runden stellte sich heraus, dass die Vorderreifen der begrenzende Faktor wären. Das hat das ganze spiel komplett verändert. Es war ein herausfordernder Nachmittag und wenn man in Betracht zieht, wie sich das Auto angefühlt hat, haben wir denke ich das Maximum aus diesem Rennen geholt. Es war wichtig, weitere Punkte zu holen und in dieser Hinsicht bin ich sehr zufrieden.

Jenson Button: Wir haben die Strategie beim Stopp falsch gewählt, aber werden daraus lernen. Ich weiß nicht, warum wir so früh gestoppt haben, aber das hat es für mich sehr schwer gemacht, den Reifensatz bis zum Ende am Leben zu erhalten. Zu Hamilton: Warum sollte ich irgendjemanden vorbeilassen? Ich bin da draußen, um mein Rennen zu fahren. Es würde die Sache langweilig machen, hätten wir ihn alle vorbeigelassen, als er durch das Feld fuhr. Ich glaube, ich bin nicht die einzige Person, mit der er heute zusammengestoßen ist. Es ist eigenartig. Wenn dein Auto so viel schneller ist, würde man nicht erwarten, dass man in so viele Kämpfe verwickelt wird.

Kevin Magnussen flippte Felipe Massa am Start - Foto: Sutton

Kevin Magnussen: Sehr schade: Ich denke, ohne den Unfall in Turn 1 hätte ich ein schönes Rennen haben können. Hätte ich mehr Platz gehabt, wäre es sicherlich nicht zum Kontakt [mit Massa] gekommen. Die Situation tut mir leid, aber ich habe mein Bestes getan, um ihm auszuweichen, konnte aber nicht wirklich etwas machen. Der Kontakt war sehr unglücklich. Ich denke, wir hätten ohne den Unfall in der ersten Kurve ein ordentliches Rennen haben können. Ich bin froh, ein paar Punkte gemacht zu haben. Hoffentlich können wir die Pace in Ungarn beibehalten.

Sergio Perez: Ich habe mir vor dem Start mehr für dieses Rennen ausgerechnet, aber ich konnte die Reifen nicht wie üblich konservieren und habe deshalb den ganzen Tag mit der Balance gekämpft. Es war ein merkwürdiges Rennen; die Strecke hat sich gegenüber Freitag komplett verändert und statt der Hinterreifen haben die Vorderreifen gelitten. Wenn man das in Betracht zieht, ist es ein gutes Ergebnis, mit einem Punkt nach Hause zu gehen, aber wir müssen mehr in den kommenden Rennen erzielen, wenn wir unseren Platz in der Weltmeisterschaft halten wollen.

Kimi Räikkönen: Es ist wirklich eine Schande, wie es heute gelaufen ist. An diesem Wochenende habe ich mich endlich einmal gut gefühlt, und heute lief es auf frischen Reifen gut. Leider bin ich zweimal zwischen zwei Autos eingeklemmt worden und in beiden Fällen wurde mein Frontflügel beschädigt, was mein Rennen beeinträchtigt hat. Die Reifen brachen schneller ein als erwartet und ich hatte vorne links Graining. Positiv ist, dass ich heute fahren konnte, wie ich es mag. Ich denke, dass es ohne diese Probleme heute anders gelaufen wäre ich Punkte geholt hätte.

Pastor Maldonado: Es war von Beginn an ein schweres Rennen; der Vorfall in Kurve 1 war schwierig zu umfahren, aber danach hat die Pace gut ausgesehen. Ich habe mein Bestes gegeben, den Reifenverschleiß zu limitieren, der heute sehr hoch war, und so haben wir es mit zwei Stopps geschafft. Die heutigen kühleren Temperaturen haben uns geholfen. Der ursprüngliche Plan sah drei Stopps vor, aber wir hatten einen konkurrenzfähigen ersten Stint und sind auf Plan B gegangen, der gut funktioniert hat.

Jean-Eric Vergne kassiere die einzige Strafe des Rennens - Foto: Sutton

Jean-Eric Vergne: Ich hatte ein gutes Rennen bis zu dem Zeitpunkt, als ich die Fünf-Sekunden-Strafe bei meinem zweiten Boxenstopp absitzen musste. Die hat alle Möglichkeiten, Punkte zu holen, zunichte gemacht. Danach bin ich mit Option-Reifen wieder rausgekommen, die sehr fragil sind im Verkehr. Mein rechter Vorderreifen war sehr schnell kaputt und ich war gezwungen, nochmal für Primes zu stoppen, um das rennen zu beenden. Ich denke, dass Punkte möglich gewesen wären. Das Rennen hat gut ausgesehen, deshalb ist es sehr schade.

Esteban Gutierrez: Das gesamte Team hat am Wochenende gute Arbeit geleistet. Von Freitag an haben wir das Auto weiterentwickelt und versucht, das Beste herauszuholen. Dennoch können wir mit der 14. Position nicht zufrieden sein. Ich habe vom Anfang bis zum Ende des Rennens gekämpft, versuchte Plätze gutzumachen und musste meine Position auch verteidigen. Wir konnten während des Rennens nicht viel tun. Wir müssen weiterhin hart arbeiten und uns auf unsere Performance konzentrieren, um bei den kommenden Rennen konkurrenzfähiger zu sein.

Jules Bianchi: Ich hatte am Start ein Problem und bin ans Ende des Feldes zurückgefallen, aber konnte nach ein paar Runden an Max und Kamui vorbeigehen. Danach ist das Rennen recht gut gelaufen für mich. Ich konnte alle hinter mir halten, die hinter mir waren, das einzige war, dass wir nicht schnell genug waren, um die Sauber einzuholen. Wie wir wissen, ist das etwas, woran wir hart arbeiten müssen. Das rennen lief also wie erwartet.

Kamui Kobayashi: Beim Start konnte ich Bianchi umschiffen, der sehr langsam losgefahren ist, bin aber hinter Chilton in Turn 1 gelandet. Nach dem Safety Car ist Bianchi durchgeschlüpft. Ein guter Boxenstopp hat es mir erlaubt, an Chilton vorbeizugehen. Ich bin ihm davongefahren und nachdem Sutil sich rausgedreht hat, sind wir auf einen letzten Satz Supersofts gegangen. Platz 16 was das, was wir heute erreichen konnten - wir hatten nicht die Performance, um Bianchi zu erwischen.

Kamui Kobayashi hielt sich diesmal Zoff vom Leib - Foto: Sutton

Max Chilton: Ich hatte einen guten Start und konnte den Vorfall in Turn 1 gut umkurven, aber danach lief mein Rennen nicht mehr so gut. Ich habe alles gegeben, aber das Auto hat mir nicht so viel zurückgegeben. Wir haben also ein bisschen Arbeit bis Ungarn vor uns. Seit den Änderungen, die wir vor dem Rennen vorgenommen haben, scheinen wir überall ein bisschen zu verlieren.

Marcus Ericsson: Ich bin aus der Box gestartet und hatte den ganzen Tag Schwierigkeiten. Das Safety Car hat geholfen, aber dann musste ich eine 10-Sekunden-Stop&Go absitzen, weil wir nach dem gesterigen Problem mit der Power Unit die Parc-Ferme-Regeln gebrochen haben. Von dem Punkt an bin ich dem Feld hinterhergefahren.

Adrian Sutil: Es war ein aufregendes Rennen mit guten Zweikämpfen. Es hat viel Spass gemacht, und ich war das erste Mal in der Lage, mit einigen Fahrern mitzuhalten. Das ist durchaus positiv, da unser Auto definitiv konkurrenzfähiger war. Bis nach meinem letzten Boxenstopp lief alles nach Plan, doch dann hatte der Motor plötzlich Aussetzer. Ich hatte eingangs zum Motodrom keine Leistung mehr und dachte der Motor geht aus. In der letzten Kurve hatte ich ein ähnliches Problem, das zum Dreher führte, bei dem der Motor ausging. Es ist sicher deprimierend, aber wir müssen im Moment leider damit leben und versuchen, das in den Griff zu bekommen.

Daniil Kvyat: Gestern war wirklich ein guter Tag, aber heute war ein Desaster. Mein erster Stint war bis auf einen Kontakt mit Perez okay, aber habe nicht auf meine Reifen im zweiten Stint aufgepasst. Der dritte Stint sah gut aus, aber dann verlor ich aus Kurve drei heraus etwas Power. Dann sah ich auch schon den Rauch und kurz danach die Flammen und wusste, dass ich das Auto so schnell wie möglich stoppen musste. Ich musste schnell aus dem Auto raus. Das war glaube ich das erste Mal, dass ich mich so beeilen musste, um aus dem Wagen zu kommen. Wir müssen den Fokus nun auf Ungarn legen, wo wir hoffentlich wieder so konkurrenzfähig sind wie am Samstag.

Die Rauchwolken von Daniil Kvyats Wrack waren weithin zu sehen - Foto: Sutton

Romain Grosjean: Der Start auf den weichen Reifen war schwierig, weil ich sie nicht richtig auf Temperatur bekam - auch nach dem Safety Car. Aber unsere Pace war insgesamt heute ganz gut. Ich hatte Leistungsverlust wegen eines Problems am Kühlsystem und wurde angewiesen, das Fahrzeug abzustellen. Das ist schade, denn wir waren auf einer anderen Strategie als unsere Rivalen, deshalb sah es so aus, als würden wir Kurs auf die Punkteränge nehmen. Aber so etwas passiert manchmal im Motorsport.

Felipe Massa: Ich bin enttäuscht. Schon wieder ist ein Rennen so zu Ende gegangen. Ich hatte eine gute Chance mit dem Auto - und dann so etwas. Wirklich schade, was hier passiert ist. Ich bin okay, der Unfall sah von außen ein bisschen schlimmer aus als von innen. Ich habe alles anders herum gesehen, aber ich bin in Ordnung. Ich bin locker in die erste Kurve gefahren und wollte keinen Unfall riskieren. Man kann das Rennen nicht in der ersten Runde gewinnen, aber ein anderer Fahrer hat das anders gesehen. Das sind normalerweise Unfälle, die von den Jungs aus der GP2 kommen, die bauen da immer solche Unfälle.


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